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USDA-Schätzung

Ölsaaten: Trump macht mehr Schlagzeilen als der USDA-Bericht

am Donnerstag, 12.09.2019 - 18:30 (Jetzt kommentieren)

Der neue USDA-Bericht überraschte den Markt nicht, dafür aber US-Präsident Donald Trump umso mehr.

Sojabohnenernte-USA

Der neue USDA-Bericht brachte für den Ölsaatenmarkt wenig Überraschungen. Dafür sorgt US-Präsident Donald Trump aber für Schlagzeilen. So strebt Trump offenbar eine Teileinigung mit den Chinesen an. Ein Teil der bisher erhobenen Zölle für Industriewaren und Agrarprodukte sollen die Chinesen dann zurücknehmen, berichten Marktbeteiligte. An der Chicagoer Börse hat dies die Kurse für Sojabohnen in die Höhe katapultiert. Zeitweise lagen sie über 2 Prozent im Plus.

Auch die Rapspreise legten an der Pariser Börse zu. Der Novemberkontrakt schloss mit 382,75 Euro/t um 1,25 Euro höher als am Vortag.

Dagegen verblassen die Effekte des USDA-Septemberberichtes. Wie erwartet, nahm das USDA die Sojaernte im eigenen Land leicht auf 98,9 Mio. t zurück. Das sind knapp 1,3 Mio. t weniger als noch vor vier Wochen vorhergesagt. Grund sind niedrigere Hektarerträge. Die US-Bestände gehen sogar um 2,2 Mio. t zurück. Das liegt aber im wesentlichen an den abgesenkten Anfangsbeständen für das bald beginnende Wirtschaftsjahr 2019/20. So gehen im laufenden Jahr die Vorräte wohl doch stärker auf 92,7 Mio. t zurück.     

Welternte bleibt fast stabil

Trotz der niedrigeren US-Ernte wird die weltweite Sojaernte mit 341,4 Mio. t nahezu unverändert zum Augustbericht bleiben. Trotz eines leicht verringerten globalen Bedarfs von 353,4 Mio. t (-0,9 Mio.t) reicht die Ernte nicht aus. Daher gehen die Weltvorräte an Sojabohnen um rund 13 Mio. t gegenüber 2018/19 zurück.

Die Ernteerwartungen für die südamerikanischen Länder ließen die US-Experten unverändert. Für Brasilien gehen sie von 123 Mio. t und für Argentinien von 53 Mio. t aus. Dort beginnt die Aussaat erst im Herbst der Nordhemisphäre.

Den Importbedarf der Chinesen sieht das USDA ebenfalls gegenüber der Augustschätzung mit 85 Mio. t unverändert. 

Weltrapsernte sinkt

Im Gegensatz zur globalen Sojaernte wird die Rapsernte niedriger ausfallen. Die US-Statistiker nahmen die Prognose um 1 Mio. t auf 69,5 Mio. t zurück. Grund dafür sind die schwächere Ernten in der EU, Kanada und Australien. Gegenüber der Vorjahresernte fehlen nun 2,3 Mio. t Raps weltweit.

Für die EU stehen jetzt nur 17,5 Mio. t im Bericht. Im August waren es noch 0,5 Mio. t mehr.

Deutlich nach unten korrigiert hat das USDA die Endbestände an Raps. Nun sollen es nur noch 6,6 Mio. t sein. Vier Wochen zuvor sah das Amt sie noch bei 8,7 Mio. t. Die starke Anpassung liegt an den deutlich niedriger angesetzten Beständen in Kanada. Sie sollen nun 3,8 Mio. t betragen statt zuvor 5,4 Mio. t. Offenbar scheinen die Kanadier aufgrund des Handelsstreits mit China und den damit zusammenhängenden Exportstopp doch nicht soviel Raps im Lager zu haben. 

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