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USDA-Ernteprogose 2019

Paukenschlag: Neue globale Rekordernte bei Weizen und Mais

Getreidebestand
am Freitag, 10.05.2019 - 20:58

Das USDA beginnt die erste Prognose zur neuen globalen Getreideernte 2019 mit einem Paukenschlag.

Die kommende Weizenernte wird nämlich erheblich größer als bisher von den meisten anderen Analysten erwartet wurde. Die neue Ernte klettert sogar auf einen neuen Weltrekord. Grund sind nach Einschätzung des USDA sehr gute Ernten in Russland, der Europäischen Union, der Ukraine, Kanada und in Australien.

Auch in den USA wird die Weizenernte - trotz eines Anbaurückgangs - etwa so groß wie in der vorigen Saison. Das treibt natürlich auch die globalen Weizenbestände auf ein neues Allzeithoch. Und offenbar hat die russische und die kanadische Ernte noch Luft nach oben, wenn man den Analysten und Prognosen glauben darf.

Die neue Maisernte wird ebenfalls deutlich größer und erreicht gleichfalls einen neuen Rekordwert. Allerdings steigt der Verbrauch noch stärker, weshalb die Endbestände trotz der Rekordernte kräftig schrumpfen.Hauptursache für starken Verbrauchsanstieg und den kräftigen Bestandsrückgang ist allerdings ganz überwiegend China.

Ursache für den Produktionszuwachs beim Mais sind Anbauausweitungen in einer ganzen Reihe von Ländern, wie etwa in den USA, in Südamerika und in Europa. Eine Folge ist die sehr groß erwartete Ernte in den USA und hohe Produktionsschätzungen für Südamerika. Auch beim Mais besteht offenbar noch erhebliches Potential für Korrekturen.

Mit einem sehr kräftigen Produktionssprung nach oben rechnet das USDA außerdem auch bei Gerste.

Weizen: Rekordernte und Bestände auf Allzeithoch

Getreidebestand

Die globale Weizenernte für das nächste Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA auf den neuen Rekordwert von 778 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein sehr kräftiger Anstieg von 46 Mio. t. Ursache für die deutlich größere Ernte sind die zum Teil deutlich größer erwarteten Weizenernten in der Europäischen Union, in Russland und in Australien.

Auch für die Ukraine und Kanada geht das USDA von einem sehr kräftigen Zuwachs aus. Außerdem liegt die Prognose für die USA ebenfalls leicht über dem Vorjahr. Für China und Indien werden ebenfalls etwas größere und damit sehr gute Weizenernten erwartet.

Die globalen Weizenexporte sollen in der nächsten Saison um rund 6 Mio. t auf einen neuen Rekordstand zunehmen. Grund sind die sehr kräftig steigenden Ausfuhrmengen in Europa und in Australien. Die Ausfuhren für Russland sollen (trotz der deutlich größeren Ernte) auf sehr hohem Niveau fast stabil bleiben. Grund ist der größere Wettbewerb mit den Europa und Nordamerika. 

Die globalen Endbestände hat das USDA um 19 Mio. t auf das Allzeithoch von 293 Mio. t nach oben geschraubt und damit 12 Mio. t höher als im bisherigen Rekordjahr 2017/18

Mais: Bestand schrumpft trotz Rekordernte

Maisbestand

Die globale Maisernte schätzt das USDA für die neue Saison um 15 Mio. t größer auf den neuen Rekordwert von 1.133 Mio. t. Grund für den Produktionsanstieg ist vor allem die sehr große Ernteprognose die USA, die auf einer sehr kräftigen Flächenausweitung basiert.

Auch in den südamerikanischen Länder sowie in der EU wurde der Maisanbau ausgeweitet. Vor allem in Südamerika sind deshalb noch Korrekturen nach oben wahrscheinlich. In der Ukraine blieb der Anbau auf sehr hohem Niveau stabil. Die Ernte wird hingegen etwas kleiner erwartet. Ein erneutes Anbauplus verzeichnete Russland.

Noch ist jedoch nicht klar, wie sich der massive Regen im Mittelwesten und sie sehr verzögerte Aussaat in den USA auf die dortige Mais- und Sojaernte auswirkt. Hier sind durchaus noch größere Korrekturen möglich. Für China geht die erwartete Produktion (trotz kräftig steigendem Verbrauch) leicht zurück. Grund ist eine Anbaueinschränkung.

Die globalen Maisbestände hat das USDA für die neue Saison um rund 10 Mio. t auf 315 Mio. t gesenkt. Ursache ist der deutlich stärker als die Produktion steigende globale Maisverbrauch. Insbesondere für China geht das USDA von einem weiteren kräftigen Verbrauchszuwachs von rund 5 Mio. t  aus sowie von einem sehr kräftigen Bestandsabbau von 18 Mio. t.

In den USA steigen die Bestände hingegen sehr kräftig um fast 10 Mio. t. Grund sind die Probleme beim Export und der Handelskrieg mit China. Der europäische Import soll indessen von 23,5 Mio. t auf 20 Mio. t nicht so stark schrumpfen wie von vielen Analysten erwartet..

Gerste: Deutlich größere Ernte und mehr Exporte

Gerste

Die nächste globale Gerstenernte schätzt das USDA auf 153 Mio. t. Das sind immerhin 13 Mio. t mehr als im aktuellen Jahr. Der Verbrauch soll ebenfalls um rund 8 Mio. t auf 150 Mio. t steigen. Damit nehmen die Bestände jedoch wieder zu. Die Gersten-Ernte in der EU erwartet das USDA wegen einer Anbauausweitung und deutlich höherer Erträge rund 6 Mio. t größer als im vorigen Jahr bei 62 Mio. t.

Auch für Russland, die Ukraine, Kanada und Australien rechnet man mit einer größeren Gerstenernte. Argentinien könnte in der neuen Saison hingegen etwas weniger Gerste ernten. Die Importe Saudi-Arabiens sollen im Wirtschaftsjahr 2019/20 um knapp 1,0 Mio. t Mio. t auf immerhin 8,5 Mio. t zunehmen. Chinas Einfuhren erwartet das USDA  ebenfalls 0,5 Mio. t größer als in der aktuellen Saison bei etwa 7,0 Mio. t.

Die europäischen Exporte sollen um rund 1,0 Mio. t auf 6,0 Mio. t wachsen. Für Russland werden Ausfuhren von 5,3 Mio. t erwartet. Ein Plus von 0,5 Mio. t auf  5,0 Mio. t erwarten USDA für Australien. Für die Ukraine sind Ausfuhren von 4,5 Mio. t prognostiziert.  

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