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Braugerstenmarkt

Preise für Braugerste bleiben hoch

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am Donnerstag, 03.05.2018 - 19:30 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Braugerste haben sich im April in Deutschland auf hohem Niveau behauptet. Anfang Mai bewegen sich die Notierungen weiter seitwärts.

Für die neue Ernte 2018 liegen die Preisvorstellungen in Deutschland derzeit 10 Euro unter den aktuellen Kursen. Damit bleibt die Preiserwartung zunächst einmal relativ hoch, obwohl die Anbaufläche von Sommergerste in Europa und Deutschland sehr kräftig ausgeweitet wurde.

Ursache für diese kräftige Flächenexpansion ist der sehr nasse Herbst. Die extremen Bedingungen reduzierten vielerorts die Aussaatflächen von Wintergetreide. Auf diesen Flächen wurden im Frühjahr Sommergerste und Mais angebaut.

Die deutsche Braugerstengemeinschaft weist in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass offenbar nicht überall ausreichend Saatgut in der gewünschten Qualität zur Verfügung stand. Außerdem wurden Flächen bestellt, die nicht unbedingt für den Braugerstenanbau geeignet sind. 

Größere Ernte in Deutschland

Die deutsche Sommergerstenfläche für die Ernte 2018 hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) im April auf  376.600 ha geschätzt. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von immerhin 37.100 ha. Bei den vom DRV erwarteten Erträgen von 54,7 dt/ha ergibt sich damit eine Erntemenge bei Sommergerste von knapp 2,1 Mio. t. Im vorigen Jahr wurden 1,8 Mio. t geerntet.

Wie viel davon am Ende wirklich als Braugerste geeignet ist, lässt sich jedoch noch nicht sagen. Im vorigen Jahr hatten die Witterungsverhältnisse bei Sommergerste europaweit zu sehr hohen Eiweißgehalten geführt.

Landwirte konnten ihre Ernte deshalb oft nicht im geplanten Umfang als Braugerste vermarkten, sondern mussten erhebliche Teile als Futtergerste verkaufen. Betroffen war nicht nur Deutschland, sondern waren auch wichtige Braugersten-Exporteure wie Frankreich, Dänemark und das Vereinigte Königreich.

Die Folge war eine spürbare Reduzierung des europäischen Angebotes und deutlich höhere Preise als zunächst erwartet.

Wenig veränderte Preise in Deutschland

Braugerste Deutschland

Am Großmarkt in Mannheim notierte man Braugerste (franko Mälzerei) in dieser Woche zu  224 bis 226 Euro/t. Das waren ähnliche Kurse wie vier Wochen zuvor mit 224 bis 227 Euro/t.

Die Preisvorstellungen für die neue Ernte 2018 liegen derzeit franko Mälzerei zwischen 214 und 216 Euro/t. Das sind etwas niedrigere Kurse als vor vier Wochen mit 215 bis 219 Euro/t. Dennoch liegen die Angebotspreise für neuerntige Braugerste lediglich 10 Euro unter den aktuellen Notierungen, obwohl die Ernte deutlich größer werden könnte als in der zurückliegenden Saison.

Am Großmarkt in Stuttgart notierte man Braugerste zur Anlieferung im Mai mit 224 bis 227 Euro/t. Vier Wochen zuvor lagen die Preise in Stuttgart zwischen 224 und 228 Euro/t und damit ähnlich hoch. Am Großmarkt in München wurden für Braugerste Preise von 225 bis 227 Euro/t genannt und damit ebenfalls ein kaum verändertes Niveau.

Im Durchschnitt des Monates März lagen die gemittelten Großhandelspreise für Braugerste in Deutschland bei 224 Euro/t und für April bei etwa 226 Euro/t. Damit sind die Preise seit einem halben Jahr auf hohem Niveau stabil. Im Vergleich zum vorigen Jahr (197 Euro) waren die Braugerstenerlöse im April rund 26 Euro höher.

Prämien für Braugerste leicht rückläufig

Prämie Braugerste

Der Preisabstand von Braugerste zur Futtergerste (Prämie) lag franko Mannheim zuletzt bei 71 bis 74 Euro/t und war damit weiterhin sehr hoch.

In Stuttgart betrug der Aufschlag wegen der zuletzt kräftige gestiegen Futtergerstenpreise noch 67 Euro/t und in München zwischen 59 und 61 Euro/t.

Im deutschen Großhandel hatten die Prämien im März und April durchschnittlich bei 69 Euro/t gelegen. Im Februar betrug der Aufschlag wegen der niedrigeren Preise für Futtergerste noch 75 Euro/t.

Prämien von 60 Euro und mehr für Braugersten gab es in Deutschland zuletzt im Juli 2014 und davor im Januar 2012. Prämien von 75 bis 80 Euro/t, wie im Herbst 2017, waren neue Rekordmarken.

Weitere Informationen zur deutschen und europäischen Produktion von Sommergerste und zur Entwicklung am europäischen Braugerstenmarkt finden Sie in der Juni-Ausgabe von agrarheute, die am 25. Mai erscheint.

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