Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Brennholzpreise und Energiekrise

Brennholz und Pellets kaufen - Rekordpreise und viele Probleme

Brennholz.
am Dienstag, 18.10.2022 - 10:59 (Jetzt kommentieren)

Das Heizen mit Brennholz und Holzpellets hat sich extrem verteuert. Doch das Angebot ist knapp und die Lieferzeiten sind lang. Auch Holzöfen gibt es kaum zu kaufen.

Preise für Brennholz.

Die explodierenden Preise für Gas, Heizöl und Strom, haben einen bisher nicht gekannten Boom beim Heizen mit Holz und Holzpellets – aber auch bei Holzheizungen ausgelöst. Beim Kauf von Brennholz mussten die Kunden im Herbst deutlich mehr Geld ausgeben als noch ein Jahr zuvor. Nach den Daten des statistischen Bundesamtes war der Preisanstieg bei Pellets noch weitaus stärker als bei Brennholz. Laut Deutschem Pelletinstitut kostete eine Tonne im September durchschnittlich 764 Euro, das waren 222 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Verband geht aber davon aus, dass ein Preis-Plateau erreicht ist, wie eine Sprecherin sagte. Manche Händler hätten in den vergangenen Wochen bereits wieder günstiger verkauft. Mitte Oktober wurden jedenfalls Preise von rund 713 Euro je Tonne genannt und damit rund 50 Euro weniger als im September. Der Grund: Viele Kundinnen und Kunden haben ihre Lager inzwischen gefüllt, sagen Händler. „Wenn alle Lager gefüllt sind, wird der Preis weiter zurückgehen, sagte das Pelletinstitut.

Der Brennholzpreis bei seriösen Händlern liege im Schnitt derzeit bei etwa 150 Euro pro Schüttraummeter, sagte Gerd Müller, der Leiter der Geschäftsstelle des Bundesverbands Brennholzhandel - wobei es große regionale Unterschiede gebe. „Ich gehe nicht davon aus, dass das exorbitant weiter steigt,“ sagte der Brennholzexperte.

Doch Müller sagt auch: „Die Versorgungslage ist weiterhin kritisch. Die Händler werden nicht alle Nachfragen von Kunden bedienen können. In den Vorjahren war Brennholz relativ preisstabil. Nach einer Übersicht des Kompetenzzentrums für nachwachsende Rohstoffe in Bayern lag der Durchschnittspreis Anfang 2021 noch unter 70 Euro.

Brennholzpreise folgen den Gaspreisen

Holzprodukte.

Wer das Brennholz nach Hause geliefert bekommen möchte, muss zudem mit teils langen Wartezeiten rechnen. Schaut man sich verschiedene Angebote auf Vergleichsplattformen wie brennholz.de an, ist von Lieferzeiten von bis zu 40 Tagen die Rede – manchmal ist ein Angebot gar nicht mehr verfügbar.

Der Preis für einen Raummeter Brennholz beim Forstamt bewegt sich einer Umfrage vom Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) unter Forstämtern zufolge zwischen 35 und 50 Euro.

Unsicher bleibt indessen wie sich die Preise für Brennholz und Pellets in Zukunft entwickeln werden. Zwar sind die Pelletspreise zuletzt etwas zurückgegangen – doch der die Preisentwicklung hängt sehr stark von der weiteren Entwicklung der Gas- und Strompreis ab. Und da sieht es nicht gut aus.

So werden die Verbraucher wohl auch in den nächsten Wochen und Monaten versuchen sich mit Brennholz, Pellet und Holzöfen einzudecken. Denn der Winter 2023 könnte schlimmer werden als der Winter 2022 hat der Internationale Währungsfonds in einer Prognose mitgeteilt – denn dann kommt gar kein mehr aus.

„Die Preissteigerung basiert im Wesentlichen darauf, dass Brennholz ein so genanntes Substitutionsgut ist und Öl oder Gas ersetzen kann", erkärt das HKI. Das heißt: solange Heizöl und Gas teuer sind, werden auch die Brennholzpreise nicht sehr weit fallen.

Die Verkäufer von Brennholz würden der preislichen Entwicklung bei Gas und Heizöl folgen und ebenfalls die Preise anpassen, sagt HKI-Geschäftsführer Frank Kienle.

Brennholz: Diese 5 Mythen gehören auf den Scheiterhaufen

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...