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Futtergerste

Preise für Futtergerste seitwärts

Geerntete Gerstenkörner
am Mittwoch, 03.01.2018 - 15:24 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Futtergerste bewegen sich zum Beginn des neuen Jahres seitwärts. Damit haben sich die Gerstenpreise in Deutschland seit Mitte Dezember fast nicht verändert.

Aus Frankreich meldet man von den Exporthäfen zum Beginn des neuen Jahres hingegen leicht schwächere Preise.

An den Exporthäfen am Schwarzen Meer waren die Preise für Futtergerste zum Jahreswechsel (und im Dezember) relativ stabil.

Der zuletzt kräftig aufgewerteten Euro könnte dem zuletzt wieder etwas besser laufenden Gerstenexport einen Dämpfer verpassen und damit auch auf die Preise drücken.

Die Aussaatflächen von Wintergerste für die Ernte 2018 wurden in Frankreich und dem Vereinigten Königreich deutlich reduziert, während man aus Deutschland eine leichte Anbauausweitung meldete.

Mehr Wintergerste in Deutschland, weniger Frankreich und UK

Die deutschen Landwirte haben die Anbaufläche von Wintergerste für die Ernte 2018 (trotz widriger Aussaatbedingungen) etwas ausgeweitet. Davon geht jedenfalls das Statistische Bundesamt in seiner Ende Dezember veröffentlichten Schätzung aus. Dort wird die Aussaatfläche für Wintergerste zur Ernte 2018 mit 1.256. Tsd. ha angegeben. Das wären 2,5 % bzw. knapp 30.000 ha mehr als in der zurückliegenden Saison.

Einige Wochen zuvor hatte man aus dem Vereinigten Königreich einen kräftigen Rückgang der Wintergerstenfläche um 8,5 % auf nur noch 388 Tsd. ha gemeldet. Dafür erwartet man im Königreich jedoch einen Anstieg der Sommergersten-Fläche um 2,5 % auf 773 Tsd. ha. Damit würde die Gesamt-Gerstenfläche mit 1.161 Tsd. ha lediglich 1,4 % bzw. 17.000 ha kleiner sein als im zurückliegenden Jahr.

Gleichzeitig meldete man aus Frankreich (Agreste) eine Aussaatfläche von Wintergerste für Ernte 2018 von 1.357 Tsd. ha. Das wären immerhin 83.000 ha bzw. 4,6 % weniger als in der zurückliegenden Saison. Zum erwarteten Anbau von Sommergerste machte Agreste noch keine Angaben, jedoch war die Fläche bereits in der zurückliegenden Saison um 21 % bzw. 88.000 ha auf 499.000 ha angewachsen.  

Gerstenpreise zum Jahresbeginn seitwärts

Gerste Deutschland

Am norddeutschen Großmarkt und Exporthafen Hamburg notierte man Futtergerste am ersten Mittwoch (03.01) im neuen Jahr mit 154 Euro/t.

Damit haben sich die Preise seit Mitte Dezember nicht verändert. In der ersten Dezemberhälfte lagen die Angebotspreise hingegen bei 156 Euro und damit 2 Euro höher als jetzt. Die letzte Preisspitze für Futtergerste von Ende Oktober (162 Euro) wird mittlerweile sehr deutlich um 8 Euro verfehlt.

Im vorigen Jahr wurde Futtergerste in Hamburg Anfang Januar mit 150 Euro notiert und damit zu 4 Euro niedrigeren Preisen als in diesem Jahr.

Futterweizen wurde am Hamburger Exporthafen am Mittwoch (03.01) mit 162 Euro gehandelt. Damit hat sich der Preisabstand zwischen Futterweizen und Futtergerste in Hamburg in den letzten Wochen wieder deutlich auf 8 Euro vergrößert.

Preise in Frankreich bröckeln

Gerste Frankreich

Die Preise für Futtergerste am wichtigsten französischen Handelsplatz, in Rouen, lagen am Mittwoch (03.01) dieser Woche bei 146 Euro und waren damit 1 Euro niedriger als vor zwei Wochen (147 Euro).

Anfang Dezember hatten die Preise in Rouen noch bei 149 und damit 3 Euro höher als jetzt. Vor einem Jahr lagen die Gerstenpreise in Rouen bei 142 Euro und damit 4 Euro niedriger als jetzt. Der Abstand zu den Gerstenpreisen am deutschen Exporthafen Hamburg hat sich mit 8 Euro leicht verringert.

An den französischen Verladehäfen der Mosel (fob), notierte man Futtergerste am Mittwoch (03.01) dieser Woche mit 144 Euro und damit 2 Euro niedriger als vor zwei Wochen (146). Vor einem Jahr wurde Futtergerste an der Mosel für 135 Euro verladen und damit 9 Euro billiger als jetzt.

Export wieder schwächer

Der europäische Export von Futtergerste hatte sich im November 2017 zunächst belebt, schwächte sich zuletzt jedoch wieder ab und könnte durch den sehr festen Euro zusätzlich gebremst werden.

In den ersten 25 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2017/18 war die Ausfuhrmenge rund 8 % größer als im Vorjahr. Bis zum 19. Dezember lag die europäische Exportmenge von Futtergerste bei rund 2,4 Mio. t, nach 2,2 Mio. t im vorigen Jahr und immerhin 5,7 Mio. t vor zwei Jahren.

Der deutsche Gerstenexport in Drittländer summiert im laufenden Wirtschaftsjahr auf 463.461 t, Frankreich kommt auf Exporte von 893.906 t und Rumänien auf Ausfuhren von 728.043 t.

Die wichtigsten Abnehmer waren bislang Saudi-Arabien mit 44,9 % der gesamten Ausfuhrmenge, gefolgt vom Iran mit 13,7 % der Exporte, China mit 9,3 %, Tunesien mit 6,4 % und Marokko mit 5,8 % der Gerstenexporte. 

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