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Gerstenpreise

Preisrallye bei Futtergerste

am Donnerstag, 22.02.2018 - 19:20 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Futtergerste sind im Februar auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren geklettert. An den deutschen und französischen Exporthäfen sind Preisangebote derzeit rund 10 Euro je t höher als noch im Januar.

In Polen befinden sich die Gerstenpreise ebenfalls auf dem höchsten Stand seit fast 4 Jahren. Aus dem Vereinigten Königreich meldet man ein 4-Jahreshoch. Hauptursache für den rasanten Preisanstieg dürfte die kräftig anziehende Exportnachfrage sein.

Seit Ende Januar haben die wöchentlichen Exportverladungen spürbar zugenommen. Dieser Nachfrageschub zieht die Ware vom Binnenmarkt und sorgt für kräftig steigende Preise.

Etwas gebremst wird der Absatz in Drittländer weiterhin durch den im neuen Jahr kräftig aufgewerteten Euro. Dieser verteuert die Exporte gegenüber den Wettbewerbern vom Schwarzen Meer.

Aus Russland meldete man bis Mitte Februar Gerstenexporte von 3,93 Mio. t. Das entspricht etwa einer Verdopplung der Ausfuhren. Auch die Ukraine hat bis Mitte Februar mit rund 4,0 Mio. t deutlich mehr Gerste exportiert.

Norddeutsche Gerstenpreise auf 3-Jahreshoch

Gerstenpreise Deutschland

Am norddeutschen Großmarkt und Exporthafen Hamburg notierte man Futtergerste am Donnerstag (22.02) mit 165 Euro/t. Das sind die höchsten Preise seit Juli 2015 – also seit knapp drei Jahren.

Vor vier Wochen hatte man für Futtergerste lediglich 156 Euro geboten und damit 9 Euro weniger. Für die Anlieferung im März wurden ebenfalls Preise von 165 Euro notiert. Im vorigen Jahr wurde Futtergerste in Hamburg zum gleichen Termin nur mit 151 Euro gehandelt und damit zu 14 Euro niedrigeren Preisen.

Futterweizen wurde am Hamburger Exporthafen am Donnerstag (22.02) mit 164 Euro notiert und damit 6 Euro höher als vor vier Wochen. Dennoch sind die aktuellen Preise für Futtergerste in Hamburg derzeit 1 Euro höher als für Futterweizen.

Preise auch im Südwesten gestiegen

Gerste deutschland lang

Die Gerstenpreise franko Mannheim lagen in dieser Woche zwischen 150 und 154 Euro und damit 3 bis 5 Euro höher als vor vier Wochen (145 bis 151). Futterweizen wurde franko Mannheim zwischen 157 und 159 Euro gehandelt. Das ist ähnlich viel wie vor Monatsfrist und 5 bis 7 Euro mehr als für Gerste geboten werden. 

Ab südwestdeutscher Station lagen die Gerstenpreise zwischen 145 und 149 Euro und damit 1 bis 3 Euro höher als vor einem Monat.

Am Großmarkt in Stuttgart bewegten sich die Preisangebote für Futtergerste (ab Station) in dieser Woche in einer Spanne von 144 bis 149 Euro und damit 3 Euro höher als im Januar. Die Preise für Futterweizen lagen in Stuttgart zwischen 156 und 160 Euro.

An den wichtigsten ostdeutschen Handelsplätzen (Großmärkten) lagen die Preise für Futtergerste zwischen 140 Euro und 145 Euro. Futterweizen wurde in Ostdeutschland im Mittel mit 150 Euro notiert und damit 5 bis 10 Euro teurer als Futtergerste.

Preise in Frankreich sehr kräftig gestiegen

Gerste Frankreich

Die Preise für Futtergerste am wichtigsten französischen Handelsplatz, in Rouen, lagen am Mittwoch (21.01) dieser Woche bei 160 Euro. Damit waren die Preise in Rouen 14 Euro höher als vor vier Wochen (146). Vor einem Jahr lagen die Gerstenpreise in Rouen ebenfalls bei 146 Euro und damit 14 Euro niedriger als jetzt.

Der Abstand zu den Gerstenpreisen am deutschen Exporthafen Hamburg hat sich zuletzt auf 5 Euro halbiert.

An den französischen Verladehäfen der Mosel (fob), notierte man Futtergerste am Mittwoch (21.02) mit 150 Euro und damit 10 Euro höher als vor vier Wochen (140 Euro). Vor einem Jahr wurde Futtergerste an der Mosel für 142 Euro verladen und damit 8 Euro billiger als jetzt.

An der französischen Kanalküste in Dunkerque (Dünkirchen), wurde Futtergerste am Mittwoch mit 161 Euro je t notiert. Vor vier Wochen hatte man in Dünkirchen lediglich 146 Euro geboten und damit 15 Euro niedrigere Preise.

Kräftiger Schub beim Export

gerste_ernte.jpg

Der europäische Export von Futtergerste hat seit Ende Januar spürbar an Fahrt aufgenommen. Bis zum 13. Februar lag die europäische Exportmenge von Futtergerste bei 3,5 Mio. t.

Im vorigen Jahr wurden bis zu diesem Termin nur 3,0 Mio. t Gerste exportiert, während vor zwei Jahren immerhin 6,8 Mio. t in Drittländer verkauft wurden (vor allem nach China). Im Vergleich zum vorigen Jahr haben die Exporte um 17 % bzw. 0,5 Mio. t zugenommen. Allein in den letzten drei Woche wurden mehr als 700.000 t Gerste verladen.

Der deutsche Gerstenexport in Drittländer summiert in diesem Wirtschaftsjahr auf 630.000 t und liegt damit etwa 12 % höher als im vorigen Jahr. Frankreich kommt auf Exporte von 1,5 Mio. t und damit auf einen Zuwachs von 21 %. Rumänien hat bisher 821.000 t Gerste in Drittländer verkauft und damit 27 % mehr als im vorigen Jahr.

Die wichtigsten Abnehmer waren bislang Saudi-Arabien mit etwa 43 % der gesamten Ausfuhrmenge, gefolgt von China mit 9,9 % der Exporte, der Iran mit 9,4 %, Tunesien mit 7,5 % und Algerien mit 6,2 % der Gerstenexporte. 

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