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Ernteprognose

Preisrallye wegen kleinerer Weizenernte in Frankreich

Weizenernte
am Mittwoch, 04.07.2018 - 12:30 (Jetzt kommentieren)

Die europäischen Weizenpreise sind in den letzten vier Handelstagen um fast 10 Euro gestiegen.

Auslöser für den Preissprung war eine kräftige Korrektur der französischen Weizenernte durch das europäische Analystenhaus Strategie Grains. Diese Korrektur überraschte die Märkte und befeuerte Spekulationen über eine noch weitaus knappere Marktversorgung in der Europäischen Union.

Trifft die Prognose zu, hätte dies nicht nur Auswirkungen auf die Getreidepreise, sondern auch auf die Versorgungsbilanzen und auf die Exportmöglichkeiten Frankreichs und der übrigen Europäer.  

Zuletzt hatte man bereits die Ernteprognosen für Deutschland, Polen, die baltischen Länder und Skandinavien immer weiter nach unten korrigiert. Nun könnte es beim größten europäischen Weizenproduzenten und Exporteur ebenfalls zu unerwartet kräftigen Korrekturen kommen.

Einbruch der französischen Weizenernte?

Bislang war der Markt ganz überwiegend von einer sehr guten Weizenernte in Frankreich ausgegangen. Diese wurde von der EU-Kommission zum Monatswechsel auf 36,2 Mio. t geschätzt und damit geringfügig kleiner als im vorigen Jahr mit 36,6 Mio. t. Andere Schätzungen wie etwa von Coceral und ADM Deutschland lagen sogar noch wesentlich höher.

Am vorigen Freitag hatte das Analystenhaus Strategie Grains in einer Kundeninformation die Erwartungen an die französische Weizenernte jedoch um beachtliche 4,6 Mio. t auf nur noch 33,2 Mio. t nach unten korrigiert. Diese Prognose löste eine Preisrallye an der Terminbörse Matif in Paris aus.

Am Montag bestätige Strategie Grains dann auf Nachfrage von Händlern die Schätzung mit der Begründung, „dass eine Feldtour in der vergangenen Woche erhebliche Probleme bei der Bestandsdichte und der Kornentwicklung gezeigt hat, die mit dem Starkregen im Winter und dem sehr späten Frühjahr zusammenhängen“.

Einige Marktteilnehmer blieben vor dem Hintergrund der bislang bekannten guten Ernteprognosen allerdings skeptisch. Andere Analysten erwarteten hingegen, dass die Einschätzung von Strategie Grains weitere Herabstufungen der französischen Ernte nach sich ziehen wird.

Vom französischen Landwirtschaftsministerium gibt es bislang keine offizielle Schätzung.

Weizenpreise kräftig gestiegen

Getreidepreis.gif

Sollte sich die Erwartung von Stratgie Grains bestätigen, dürfte dies die europäischen Weizenpreise weiter antreiben. Am Dienstag wurde der vordere Septemberkontrakt an der Matif mit 182,50 Euro/t notiert. Das war ein Anstieg von 8,50 Euro seit Donnerstag. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde mit 185,50 gehandelt und damit 8,25 Euro höher als am Donnerstag vor einer Woche. 

Am heutigen Mittwoch steigen die Weizenpreise weiter und der Septembertermin notiert zum Handelsbeginn bei 183,75 Euro und der Dezember bei 186,50 Euro. Damit folgt der Terminmarkt zunächst einmal den Erwartungen von Strategie Grains.  

Am wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen wurde französischer Brotweizen der neuen Ernte am Dienstag mit 184 Euro/t fob notiert. Das waren 4 Euro mehr als zum Beginn der Woche und 9 Euro mehr als am Donnerstag der vorigen Woche.

Am deutschen Kassamarkt waren die Kurse den Vorgaben der Matif zunächst ebenfalls gefolgt, korrigierten am Dienstag jedoch wieder etwas nach unten. Für alterntigen Brotweizen wurden am Großmarkt in Hamburg am Dienstag 177 Euro geboten.

Für die neue Ernte lagen die Preisangebote bei 183 Euro und damit 6 Euro über dem vorderen Termin. Angesichts der weiter steigenden Terminmarktpreise dürfte es am heutigen Mittwoch wohl Korrekturen nach oben geben.

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