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Getreidepreise

Preisrutsch bei Futtergerste

am Montag, 11.02.2019 - 17:45

Die Preise für Futtergerste sind in Deutschland und Frankreich sehr kräftig gefallen.

An den norddeutschen Exporthäfen gingen die Kurse allein der vorigen Woche um rund 10 Euro je t nach unten. Seit Januar summiert sich der Kursrutsch auf mehr als 15 Euro. Erstmals seit Juli vorigen Jahres  sind die Gerstenpreise am Hamburger Hafen außerdem wieder deutlich unter die Marke von 200 Euro/t gefallen.

Im letzten halben Jahr war Futtergerste wegen der sehr kleinen Ernte und der extrem knappen Versorgung mit Futtergetreide an vielen Handelsplätzen teurer als Futterweizen. Hinzu kamen die guten Exportmöglichkeiten für Gerste. Das hat sich jetzt offenbar geändert. Ein kräftiger Preisrutsch in Frankreich wegen stockender Exporte setzt die Kurse auch hierzulande unter Druck.

Futtergerste wird in Hamburg diese Woche nur noch mit 193 Euro/t notiert. Vor drei Wochen lagen die Preise noch bei knapp 209 Euro. Für Futterweizen werden in Hamburg auch in der aktuellen Woche noch 208 Euro/t geboten. Das sind 15 Euro mehr als man für Gerste bekommt. An den Veredlungshochburgen in Südoldenburg kostet Futterweizen sogar 217 Euro.

Gerstenpreise in Frankreich abgestürzt

Aus Frankreich meldet man vom wichtigsten Handelsplatz und Exporthafen in Rouen Gerstenpreise von nur noch 180 Euro je t. Im Vergleich zur vorigen Woche ist dies ein weiterer Preisrutsch von 5 Euro. Anfang Januar wurde die Futtergerste in Rouen sogar noch mit 202 Euro gehandelt und damit 22 Euro teurer als jetzt.

Offenbar macht unseren Nachbarn die stockende Nachfrage an den Exportmärkten zu schaffen und setzt die Kurse unter Druck. Dabei ist die französische Gerste nach den Angaben der EU-Kommission fob-Exporthafen mit 220 USD/t fast 15 USD billiger als die Ware vom Schwarzen Meer. Mitte Januar waren die fob-Preise für Gerste aus Russland und aus Frankreich mit 235 USD/t noch etwa gleich hoch und zum Jahreswechsel verlangten französische Exporteure mit 242 USD/t sogar 6 Euro mehr als die Russen.

Offenbar haben die sich stockenden Exporte die französischen Gerstenpreise kräftig unter Druck gesetzt. Auch nach Deutschland fließt wegen der noch immer relativ hohen Preisdifferenz mehr französische Ware als vor wenigen Wochen. Ähnlich wie in Deutschland sind Weizenpreise in Frankreich mit rund 198 Euro je  t jedoch deutlich stabiler als die Gerstenpreise.

Export gerät ins Stocken

Bis zum 10. Februar haben die Europäer knapp 3,0 Mio. t Futtergerste in Drittländer verkauft. Das sind 18 Prozent weniger als im vorigen Jahr zur gleichen Zeit. Noch im Dezember bewegte sich die Ausfuhrmenge in etwa auf der Vorjahresniveau.

Frankreich kommt bislang auf Exporte von 1,5 Mio. t, Rumänien verkaufte 0,6 Mio. t in Drittländer. Deutschland hat gerade einmal 0,28 Mio. t exportiert. Mehr als 100.000 t Gerste haben außerdem auch Litauen und Bulgarien in Drittländer verkauft.

Die wichtigsten Abnehmer von europäischer Gerste waren Saudi-Arabien mit 45 Prozent und China mit 13 Prozent der Ausfuhrmenge. Auch nach Libyen, Tunesien und Kuwait wurden größere Partien verkauft.