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Zuckermarkt

Preisverfall bei Zucker geht weiter

am Mittwoch, 02.05.2018 - 14:42 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Weißzucker befinden sich am europäischen Binnenmarkt auf einem historischen Tiefstand. Am europäischen Terminmarkt sind die Weißzuckerpreise zuletzt weiter gefallen.

Ende April markierten die Kurse das niedrigste Niveau seit mehr als 10 Jahren. Ursachen für den drastischen Preisverfall in Europa sind die gewaltige Rübenernte und die rekordhohe europäische Zuckerproduktion. Diese übertrifft nach den Meldungen der Kommission auch die Produktion vor Einführung der Quote.

Hinzu kommt, dass die globale Zuckerproduktion und der Welthandel ebenfalls auf ein Rekordhoch gestiegen sind. Deshalb sind die Zuckerpreise sowohl am Weltmarkt als auch in Europa abgestürzt und drücken auch auf die möglichen Erlöse für die Rüben.

Dabei dürften insbesondere die Preisvereinbarungen für die nächste Ernte durch den Preissturz bei Weißzucker schwierig werden.

Weißzuckerpreise auf historischem Tiefstand

Weißzucker EU

Die Verkaufspreise von Weißzucker bilden die Grundlage für die Erlöse und den wirtschaftlichen Erfolg der Zuckerwirtschaft und damit auch für die Bezahlung der angelieferten Rüben.

Die europäischen Weißzuckerpreise waren bereits im Januar auf einen historischen Tiefstand von 371 Euro je t abgestürzt. Für Februar wurde ein ähnlich niedriger Preis von 372 Euro je t gemeldet. Im Dezember lagen die Kurse noch deutlich höher bei 400 Euro je t.

Seit August des vorigen Jahres sind die Preise am Binnenmarkt damit um ein Viertel abgestürzt. Gleichzeit markieren die für Januar und Februar erfassten Werte ein historisches Preistief. Weniger Geld für Nahrungszucker wurde nach den Daten der Kommission bisher noch nicht gezahlt.

Lediglich für den bis Herbst 2017 extra erfassten Industriezucker, wurden während der Zeit der Quotenregelung zeitweise noch niedrigere Preise gezahlt.

Absturz am Terminmarkt geht weiter

Zucker London

Der Preissturz bei Weißzucker am europäischen Binnenmarkt spiegelt sich auch in der aktuellen Entwicklung am europäischen und internationalen Terminmarkt. Hier sind die Kurse zudem bis Anfang Mai weiter gefallen.

Die Weißzuckerpreise am europäischen Terminmarkt in London sind seit dem vorigen Jahr um etwa 40 % abgestürzt, auf zuletzt nur noch 317 USD/t (264 Euro). Allein von März bis Ende April gingen die Kurse um knapp 40 USD bzw. rund 10 % zurück. Der in London notierte Zuckerpreis zeigt in etwa den für die Europäer möglichen Erlös im Export an. Und dort sieht es im Moment nicht gut aus.

Auch am Weltmarkt sind die Preise für Rohzucker seit dem vorigen Jahr dramatisch abgestürzt und haben im Jahresvergleich rund 44 % verloren. Und auch Anfang Mai geben die globalen Zuckerpreise weiter nach.

Damit bietet auch der Export für die Europäer derzeit keine Möglichkeit ihre Bilanzen aufzubessern. Vielmehr scheint der Preisedruck  am Weltmarkt noch höher zu sein als am europäischen Binnenmarkt.

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