Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Ernteschätzung

Raiffeisenverband erwartet kleinere Getreideernte 2021

Getreideernte
am Mittwoch, 19.05.2021 - 16:46 (Jetzt kommentieren)

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Prognose für die Getreideernte 2021 im Vergleich zur April-Schätzung leicht nach unten angepasst.

Gemäß der heute (19.5.) veröffentlichten dritten Prognose für die neue Ernte erwartet der Verband nun ein durchschnittliches Ergebnis in Höhe von 43,7 Millionen Tonnen Getreide; das sind rund 312.000 Tonnen weniger als noch im April vorausgeschätzt. Grund für die Anpassung sind neue Zahlen des Statistischen Bundesamts, die von einer deutlich geringeren Anbaufläche für Sommergetreide ausgehen.

Die Wiesbadener Statistiker haben ebenfalls heute den Anbau von Sommergerste zur Ernte 2021 um 17 Prozent kleiner als im Vorjahr und von Sommerweizen um 35,7 Prozent unter dem Vorjahresareal beziffert.

„Die vorgelegten Daten bestätigen unsere Einschätzung, dass die Anbauflächen für Sommergetreide zurückgehen. Allerdings bewerten wir die Zahlen für Sommergerste und Körnermais als zu niedrig“, betont der Getreidemarktexperte des DRV, Guido Seedler.

Seine Prognose für die Rapsernte hat der Verband leicht auf gut 3,6 Millionen Tonnen angehoben. Grund dafür ist eine um rund 12.000 Hektar größere Anbaufläche.

Getreide- und Rapsbestände sehen insgesamt gut aus

Nach Einschätzung des DRV entwickeln sich die Ackerkulturen weiterhin positiv, wenngleich sie in ihrer phänologischen Entwicklung gut zwei Wochen hinter dem langjährigen Mittel zurück sind. Gerste und Roggen schieben derzeit die Ähren, die Rapsblüte hat ihren Höhepunkt mittlerweile überschritten.

Seedler: „Im vergangenen Jahr konnten wir diesen Entwicklungsstand bereits zum Monatswechsel April auf Mai beobachten“. Der Regen der vergangenen Wochen hat den Böden erneut gutgetan, denn die Bodenwasservorräte sind nach dem Dürresommer 2018 bei Weitem noch nicht aufgefüllt. Dies gilt insbesondere für tiefere Bodenschichten.

Die Ernte an Winterweizen wird dem DRV zufolge in diesem Jahr voraussichtlich 22,37 Millionen Tonnen einbringen, rund 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Für Wintergerste erwartet der Verband gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1,5 Prozent auf 8,97 Millionen Tonnen, trotz einer Anbaueinschränkung um gut 4 Prozent.

Die Maisernte soll mit 3,81 Millionen Tonnen um 5,4 Prozent kleiner ausfallen als im Vorjahr.

Brot und Brötchen müssen nicht teurer werden

Die Preise für Getreide sind in den vergangenen Monaten erheblich angestiegen. Grund dafür ist, dass die weltweite Erzeugung seit mehreren Jahren kaum noch den Verbrauch deckt.

Seedler sieht dennoch keinen Grund, dass die Verbraucher mit steigenden Preisen für Brot und Brötchen rechnen müssen. „Für den Backwarensektor sehen wir das nicht. Hier betragen die Kosten für das Mehl bei Brot und Brötchen nur wenige Cent. Somit besteht zumindest aufgrund gestiegener Rohstoffkosten keine Veranlassung für spürbar ansteigende Verbraucherpreise“, betont der DRV-Getreidemarktexperte.

Hier geht es zu den aktuellen Getreidepreisen.

Mit Material von DRV, Destatis
Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Juni 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...