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Rapsernte und Rapspreise 2021

Rapsernte beginnt und Rapspreise steigen steil an

rapsernte.
am Mittwoch, 21.07.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Knappheit. Knappheit. Knappheit. Das sind die drei Wörter, mit denen sich die Situation am Rapsmarkt am besten beschreiben lässt.

rapspreise.

Und das gilt nicht nur für Deutschland und Europa. Beim weltweit größten Exporteur Kanada wird die neue Ernte gerade in einer extremen Hitzewelle gegrillt. Dort steigen die Preise auf längst nicht mehr für möglich gehaltene Höchststände. Ähnlich verläuft die Preisentwicklung in Europa.

Zwar reagieren die Märkte extrem nervös und es kommt immer wieder zu heftigen Preisausschlägen in beide Richtungen – wie etwa am Montag. Doch das Preisniveau bleibt weiterhin deutlich höher als noch vor wenigen Wochen. In Europa hatten die Rapspreise für die neue Ernte in der vorigen Woche zeitweise sogar ein neues Allzeithochs von fast 560 Euro je Tonne erreicht. Am Montag haben die Rapspreise dann zwar deutlich nachgegeben – am Dienstag ging es jedoch schon wieder nach oben.

Der Grund für den Rückgang am Montag: Die stark gefallenen Rohölpreise. Diese stürzen an den Börsen um 5 Prozent ab. Auslöser war die Entscheidung der Organisation erdölexportierender Länder, die Produktion zu erhöhen. Gleichzeitig befürchteten Analysten, wegen des erneuten Anstieg der Covid-19-Fälle, dass die weltweite Nachfrage nach Rohöl einbrechen könnte. Ein Großteil der aus Ölsaaten gewonnenen Öle wird nämlich zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet und hängt damit unmittelbar an den Ölpreisen.

Der französische Analyst Gautier Le Molgat, von der Analysten-Firma Agritel, sagte jedoch, dass sich die Rapspreise eigentlich nur „konsolidieren“ würden, nachdem sie in der vorigen Woche so stark gestiegen waren. „Die Rapsernte rückt näher. Und es gibt Leute am Terminmarkt, die sich entscheiden, jetzt zu verkaufen, weil sie Preise sehen, die die höchsten des Jahres sind“, sagte Le Molgat gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Rapspreise nach Korrektur fast wieder bei 540 Euro

Rapsernte.

Am heutigen Dienstag erholen sich die europäischen Rapspreise jedoch von ihrer Korrektur, auch wenn sie nicht die Hochs vom vorigen Freitag erreichen. Am Dienstag Nachmittag wird die neue Rapsernte an der MATIF mit 537 Euro gehandelt und damit gut 4 Euro höher als am Vortag. Auch in Kanada steigen die Canolapreise im laufenden Handel mit den Sojabohnen wieder kräftig an.

Die neue Canolaernte wird mit einem Aufschlag von 16 CAD bei 914 CAD je Tonne notiert – das sind etwa 612 Euro je Tonne. Für die vorderen Sojabohnen geht es um 17 Cent auf 1.445 Cent je Buschel nach oben und die neue Soja-Ernte notiert 22 Cent im Plus bei 1405 Cent je Buschel. Die Gründe für die erneute Preiserholung sind die gleichen wie für die Rallye zuvor: Eine besorgniserregende Hitzewelle in Kanada, eine witterungsbedingt schrumpfende europäische Ernte sowie ein weltweit steigender Pflanzenölverbrauch.

Trotz einiger weniger Regenfälle blieben die Bedingungen in Kanada in den letzten Tagen weiter extrem trocken und heiß, und das Ertragspotenzial der Pflanzen ist irreparabel geschädigt, sagen Analysten. Auch die weiteren Wachstumsbedingungen sind mehr als besorgniserregend und die Wettervorhersage zeigt keine große Verbesserung an.

Für die Europäische Union hatte das USDA zudem seine Ernteschätzung gesenkt und seine Importschätzung um 150.000 Tonnen auf 6,45 Millionen Tonnen angehoben. In Asien ziehen die Pflanzenölimporte trotz des Ausbruchs der Delta-Variante ebenfalls kräftig an.

Hitzewelle und Ernteschäden in den USA und Kanada

sojapreise.

Die Preise für Sojabohnen steigen am Dienstag aufgrund von Prognosen über heißes und trockenes Wetter für den Mittleren Westen und die nördlichen Ebenen der USA. Dabei nähern sich die Bohnen gerade der Schotenbildung und dem Füllstadium. Das USDA sagte am Montag, dass etwa 60 Prozent der US-Sojabohnenernte in einem guten bis sehr gutem Zustand ist. Das war ein Prozentpunkt mehr als eine Woche zuvor, entsprach jedoch den Handelserwartungen.

US-Wetterdienste erwarten in den nördlichen Gebieten der Plains und des Mittleren Westens in den nächsten 10 Tagen jedoch eine überdurchschnittliche Hitze, die die bereits von Dürre geschädigten Soja- und Maispflanzen zusätzlich unter Stress setzen dürfte und die Ertragsaussichten weiter reduziert.

Das heiße und trockene Wetter hat den gesamten Nord-Westen Nordamerikas weiter im Griff. Sorgen über Hitzeschäden hatten auch die Canola-Preise vorige Woche auf neue Höchststand getrieben und gleichzeitig die Sommerweizen-Preise auf den höchsten Stand seit acht Jahren. Die Ernteaussichten in Kanada verschlechtern sich jedoch weiter rapide, teilte die Regierung der Provinz Manitoba in einem Bericht mit.

Die Bedingungen variieren regional zwar erheblich, aber insgesamt könnte Kanadas Raps- und Weizenernten um Millionen Tonnen kleiner ausfallen als noch vor einigen Wochen angenommen, sagte Bruce Burnett, Direktor für Märkte und Wetterinformationen bei Glacier FarmMedia in Kanada.

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