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Rapsmarkt und Ölsaaten

Rapspreise: Markt kollabiert – Preise auf 9-Monatstief

Rapspkörner
am Dienstag, 10.03.2020 - 12:40 (Jetzt kommentieren)

Der Preissturz bei Raps war dramatisch. Um rund 10 Euro rauschten die Preise am Terminmarkt nach unten – auf den tiefsten Stand seit seit 9 Monaten (Juli 2019).

Raps

Mit nur noch 368 Euro je Tonne ging der Mai-Termin am Montag aus dem Handel. Die neue Ernte (August) stürzte um 6,50 Euro auf 364,50 Euro je Tonne ab. Im Januar hatte man den Raps am europäischen Terminmarkt noch mit knapp 420 Euro je Tonne gehandelt und damit rund 50 Euro teurer als jetzt! Ähnlich weit nach unten gerissen, wurden indessen auch alle anderen Ölsaaten sowie pflanzliche Energieträger wie etwa Sojabohnen, Sojaöl, Palmöl und Ethanol. Fast durchweg fielen die Korrekturen zweistellig aus.

Auslöser für den größten Kurssturz seit langem war der Crash bei den Rohölpreisen aufgrund der Streitigkeiten über Förderbeschränkungen zwischen der OPEC und Russland. Dieser Absturz hatte den Ausverkauf und die Panik an den globalen Aktienbörsen und Terminmärkten ausgelöst und für einen historischen Preiskollaps gesorgt.

Der Preis für das US-Leichtöl WTI rauschte am Montag um 26 Prozent auf nur noch 31,3 USD je Barrel nach unten. Das europäische Nordseeöl Brent brach um 25 Prozent ein und fiel auf 34,5 USD je Barrel. Das waren die niedrigsten Ölpreise seit dem letzten historischen Preistief vom Januar 2016.

Ölkrieg und der perfekte Chaossturm?

Raps

"Die Rohölsituation, kombiniert mit erneuten und verstärkten Ängsten in der Coronavirus-Krise führten zu einem perfekten Chaossturm an den Agrar- und Finanzmärkten", sagt Joe Vaclavik von der US-Brokerfirma Standard Grain. Der US-Analyst Jack Scoville ergänzte: „Es sieht so aus, als ob eine riesige Risiko-Off-Mentalität alle Märkte gleichzeitig trifft, einschließlich Getreide, Ölsaaten und Aktienmärkten. Das Coronavirus in Kombination mit dem saudisch-russischen Rohölkrieg verursachte dieses Gemetzel.“

Die vorderen Sojapreise am Terminmarkt in Chicago fielen am Montag deshalb um etwa 20 Cent auf nur noch 862 Cent je Bushel. Das waren die niedrigsten Preise seit Mai 2019 – also seit 10 Monaten. Ähnlich tief ging es für die sämtliche Pflanzenöle und auch für Ethanol und Palmöl nach unten. Die Palmölpreise in Malaysia beendeten den Handel am Montag mit einem Abschlag von 32 USD bei 554 USD je Tonne. Das ist der niedrigste Preis seit einem Jahr – und zudem ein Preissturz seit Januar von einem Drittel.

Am heutigen Dienstag notieren die Sojapreise in Chicago im laufenden Handel wieder etwas fester. Grund ist die moderate Preiserholung an den offensichtlich überverkauften Rohöl- und Aktienmärkten. Gegen Mittag notierte Rohöl der Sorte WTI am Terminmarkt in New York allerdings nur 3 USD im Plus bei 34 USD je Barrel.

Lesen Sie mehr im agrarheute Top-ThemaWie sich das Coronavirus auf die Agrarmärkte auswirkt

Rapspreise nach Absturz weiter schwach

Rapspreise

Die Rapspreise können von der Erholung bei Sojabohnen am Dienstag zunächst jedoch nicht sonderlich profitieren. Sie bewegen sich seitwärts bzw. geben sogar weiter nach. Am Montag fielen die vorderen Kurse am europäischen Terminmarkt um 10 Euro auf nur noch 368 Euro je Tonne. Das ist der schlechteste Preis seit 9 Monaten. Seit Januar hat die schwarze Ölsaat damit 52 Euro. bzw. 12 Prozent eingebüßt.

Am Dienstag Mittag notiert der vordere Maikontrakt nur knapp behauptet bei 368 Euro je Tonne. Die neue Ernte (August) wird zu diesem Termin mit 362,50 Euro gehandelt. Das sind sogar nochmals 2,0 Euro weniger als am Montag und zugleich 5,50 Euro weniger als für den alterntigen Raps.

Am Kassamarkt waren die Rapspreise am Montag ebenfalls gefallen. Wenn auch zunächst nicht so dramatisch wie am Terminmarkt. Doch angesichts der anhaltend schwachen MATIF-Kurse könnte es am Kassamarkt durchaus noch zu weiteren Preisabschlägen kommen.

Am norddeutschen Großmarkt und Importhafen Hamburg wurden am Montag für den dort gehandelten Raps Preise von 374 Euro je Tonne geboten. Das war ein Abschlag zur Vorwoche von 12 Euro je Tonne. Im Südwesten, am Großmarkt in Mannheim, lagen die Preisangebote am Montag bei 371 Euro je Tonne. Das ist ebenfalls ein Minus von 12 Euro im Wochenvergleich. Am Mittellandkanal wurden am Montag Preise von 373 Euro notiert.

Die Preise für Sojabohnen legen im laufenden Handel in am Terminmarkt in Chicago für den auslaufenden Märztermin um 11 Cent auf 874 Cent je Bushel zu. Die neue Ernte wurde mit einem Aufschlag von 9 Cent zu 895 Cent je Bushel gehandelt.

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