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Rapsmarkt und Rapspreise

Rapspreise steigen zweistellig – Nachfrage boomt

Raps lagern.
am Donnerstag, 27.10.2022 - 15:55 (Jetzt kommentieren)

Die Rapspreise steigen im laufenden Handel um 11,50 Euro/t auf 657 Euro je Tonne. Das ist der höchste Rapspreis seit Anfang August. Die vorderen Canolapreise gaben im vorbörslichen Handel nach – notierten aber immer noch bei 920 CAD je Tonne oder umgerechnet 681 Euro je Tonne – und damit deutlich höher als der MATIF-Raps. Die Sojapreise legten im laufenden Handel ebenfalls um 8 Cent auf 1390 Cent je Bushel zu.

Rapspreise.

Die Rapspreise steigen unter anderem im Sog der kanadischen Canolapreise - trotz eines sehr schnellen Fortschritts der US-Sojaernte. In Kanada wurden die Canolapreise zuletzt durch eine sehr dynamische Nachfrage der regionalen Ölmühlen und eine anziehende internationale Nachfrage nach oben getrieben.

Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Raps am Binnenmarkt und drosselt gleichzeitig die Importe. Auch die Pflanzenölpreise bleiben angesichts der wachsen La-Nina-Risiken für die Palmölproduktion in Südostasien sehr fest.

Der Sojakomplex kommt indessen immer wieder unter Druck, wegen des schnellen Erntefortschritt in den USA. Nach dem letzten Crop-Progress-Report des USDA war die amerikanische Soja-Ernte vorige Woche bereits zu 80 % abgeschlossen, verglichen mit 67 % im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Wegen der sehr dynamischen Nachfrage am europäischen Binnenmarkt ziehen die Rapspreise jedoch trotzdem weiter an. Zudem können auch die Sojapreise im laufenden Handel am Donnerstag zulegen.

Der gesamte Pflanzenölsektor wird außerdem durch die Entwicklung des La-Niña-Phänomens in Südostasien gestärkt, das die malaysische und indonesische Palmenproduktion in den kommenden Monaten bedroht, sagen Analysten. Gleichzeitig bestätigen malaysische Exporteure eine Wiederaufnahme der Palmölexporte.

Biokraftstoffindustrie kauft reichlich – dynamische Binnennachfrage

Die Rapspreise haben sich in der vergangenen Woche unter dem Einfluss vieler Faktoren erholt. Dabei profitieren die Preise auch von einer sehr dynamischen Nachfrage der Biokraftstoffindustrie in Europa, sagen Analysten.

Eine außergewöhnliche Lieferung von 40.000 Tonnen Raps in die Vereinigten Staaten wurde letzte Woche ebenfalls registriert, berichten Analysten des französischen Agrarportals terre.net. Nach Ansicht der Analysten wird damit die sehr starke Wettbewerbsfähigkeit von europäischem Raps gegenüber anderen Herkünften bestätigt.

Doch die europäischen Rapspreise sind seit Anfang September auch aufgrund einer sehr dynamischen Binnennachfrage und eines besonders niedrigen Überhangbestands in die Höhe geschnellt.

In den USA legten die Sojabohnen-Preise am Mittwoch und am Donnerstag ebenfalls zu, als die Schwäche des US-Dollars Hoffnungen auf eine verbesserte Exportnachfrage nach amerikanischen Bohnen weckte, sagten Analysten.

Der Dollar fiel gegenüber dem Euro auf ein 1-Monats-Tief, nachdem schlechte US-Wirtschaftsdaten die Spekulationen verstärkten, dass die Federal Reserve (Fed) ihre Zinserhöhungen verlangsamen wird.

Anhaltend niedrige Wasserstände auf dem Mississippi haben die US-Exporte von Soja und Getreide von der Golfküste zu den Häfen im pazifischen Nordwesten und im Süden verlagert, sagte Greg Heckman, Geschäftsführer des Getreidehändlers Bunge gegenüber Reuters. Das hat Einfluss auf die Exportfähigkeit der Amerikaner.

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