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Rapsernte und Rapspreise 2021

Rapspreise steigen über 600 Euro – auf ein neues Allzeithoch

Rapssaat.
am Donnerstag, 23.09.2021 - 10:00 (Jetzt kommentieren)

Die Rapspreise steigen weit über 600 Euro - so hoch wie nie zuvor. Ursache ist eine extreme Knappheit an Rapssaat – sowohl in Europa als auch in Kanada.

Rapsreise.

Die europäischen Rapspreise sind am Mittwoch am Terminmarkt zeitweise auf 613 Euro je Tonne gestiegen. Am Handelsschluss lagen die Kurse bei 607 Euro je Tonne. Das ist der höchste jemals erreichte Rapspreis. In nur zwei  Tagen hat schwarze Ölsaaten damit – nach einer leichten Korrektur am Montag – wieder sehr kräftig zugelegt.

In Canada sind die Canolapreise nach einer Korrektur ebenfalls wieder kräftig gestiegen. Am Mittwoch notiert der vordere Novemberkontrakt für Canola am Terminmarkt in Winnipeg bei 867 CAD je Tonne – das sind etwa 581 Euro je Tonne.

Am deutschen Großmarkt und Importhafen in Hamburg wurden für den Raps der neuen Ernte am Mittwoch 612 Euro je Tonne geboten und für spätere Termine noch etwas mehr. In Mannheim lagen die Offerten bei 613 Euro und am Mittelandkanal bei 611 Euro.

Am wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen wurden am Mittwoch Rapspreise von 611 Euro je Tonne geboten und an den Verladehäfen der Mosel lagen die die fob-Preise bei 604 Euro je Tonne.

Getragen wurde der Auftrieb zum einen durch die schwachen kanadischen Ertragsmeldungen. Diese sind katastrophal und könnten zu weiteren Kürzungen der bereits sehr niedrigen Ernteschätzungen führen.

Aufgrund mangelnder Verfügbarkeit stehen die Verladungen in kanadischen Häfen inzwischen fast still und die kumulierten Exporte seit dem 1. August liegen nur bei 297.000 Tonnen. Das ist ein Rückgang von fast 900.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr.

Der andere treibende Faktor sind die sehr festen Pflanzenölmärkte. Angetrieben von der begrenzten Verfügbarkeit, haben die Preise bei Palmöl fast wieder ihre Rekordwerte vom Mai erreicht.

Europäischer Markt wie leergefegt - kleine Ernte, kaum noch Bestände

rapsernte.

Das EU-Kommission hat die europäische Rapsernte zuletzt auf 16,95 Millionen Tonnen geschätzt und damit etwa so groß wie im Vormonat. Im Vergleich zur sehr kleinen Vorjahresernte wäre die Produktion damit aber nur 740.000 Tonnen größer.

Die zur Marktversorgung unbedingt nötigen Importe, würden trotz der extrem knappen globalen Angebotslage und der extrem hohen Weltmarkpreise nur leicht zurückgehen – glaubt jedenfalls die Kommission – um gerade einmal 150.000 Tonnen auf 5,7 Millionen Tonnen.

Das Analystenhaus Strategie Grains hatte seine Prognose für die Rapsproduktion in der Europäischen Union im September hingegen gesenkt - von 17,03 Millionen Tonnen auf 16,93 Millionen Tonnen und warnte davor, dass das Angebot über die Saison sehr knapp bleiben wird. Deshalb erwarten die Analysten, dass die Rapsbestände in der EU bis zum Ende der Saison 2021/22 weiter schrumpfen und die Preise oben halten.

Die Kommission sieht die Bestände wegen der im Vergleich zum Vorjahr etwas größeren Ernte und der hohen Preise auf unverändert niedrigem Niveau. Beide Institutionen sind sich einig: Zur Marktversorgung sind sehr hohe Import nötig: Bis zum 22. August meldet die Europäische Kommission Rapsimporte von 944.000 Tonnen.

Von den Importen gingen 245.000 Tonnen nach Deutschland und etwa 50.000 Tonnen nach Frankreich. Hauptlieferanten waren bislang die Ukraine mit gut 55 Prozent der Liefermenge sowie Australien mit etwa 30 Prozent.

Katastrophale Ernte in Kanada - nichts für den Weltmarkt

Rapsernte.

Preistreibend wirkt zudem die sehr kleine kanadische Ernte. Das kanadische Statistikamt hatte die Rapsernte Ende August zunächst noch auf 14,8 Millionen Tonnen geschätzt – nach 19,5 Millionen Tonne im Jahre zuvor. Einige Zeit später – Mitte September korrigierten die Kanadier ihre Prognose auf nur noch 12,8 Millionen Tonnen – das waren nochmals 2 Millionen Tonnen weniger.

Das USDA hatte die kanadische im August noch auf 16,0 Millionen Tonnen geschätzt – und die Prognsie Anfang September dann auf 14 Millionen Tonnen nach unten korrigiert. Üblicherweise exportieren die Kanadier in normalen Jahren mehr als die Hälfte ihrer Produktion – also reichlich 10 Millionen auf den Weltmarkt. Das USDA rechnete im September nur noch mit Exporten 5,8 Millionen – nachdem man im August noch 6,9 Millionen Tonnen erwartet hatte.

Damit ist der Weltmarkt extrem knapp versorgt und er Wettbewerb um die verfügbaren Mengen wird hart und nur zu sehr hohen Preisen möglich sein. „Da die Anfangsbestände aufgrund der starken Nachfrage der letzten Jahre bereits minimal sind, wird sich das ehr kleine Angebot größtenteils schrumpfenden Exporten niederschlagen“, sagte das USDA.

Das USDA geht davon aus, dass die kanadischen Bestände von  3,5 Millionen Tonnen vor zwei Jahren am Ende der laufenden Saison nur noch bei 690.000 Tonnen liegen.

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