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Rapsmarkt und Rapspreise

Rapspreise steigen steil an – Markt spielt komplett verrückt

rapsernte in europa.
am Donnerstag, 28.07.2022 - 11:11 (1 Kommentar)

Die Rapspreise steigen am Mittwoch und Donnerstag steil an. Grund sind die kräftig steigenden Preise für Sojabohnen und Palmöl und der erneute kräftige Preisanstieg im Energiesektor.

rapspreise in europa.

Am europäischen Terminmarkt schossen die Rapspreise für den Augusttermin am Mittwoch um 22 Euro je Tonne auf 664 Euro je Tonne nach oben. Für den Novemberkontrakt steigen die Preise um  24 Euro auf 667,50 Euro je Tonne. Auch für Sojabohnen und Palmöl gingen die Preise steil nach oben. Und im vorbörslichen Handel am Donnerstag steigen die Preise für Sojabohnen in den USA und Canola in Canada erneut zweistellig.

Ein Grund für den Preisanstieg bei Ölsaaten ist die Entwicklung im Energiesektor, sagen Analysten. So trieb die angekündigte Reduzierung der Gaslieferungen durch die Gaspipeline Nord-Stream die europäischen Gaspreise weit nach oben – auf über 200 Euro je MWH. Daraufhin stiegen auch die Rohölpreise in Europa und den USA wieder deutlich an und zogen Pflanzenöl mit nach oben.

Hinzu kommt die Rückkehr des trockenen und heißen Wetters im Mittelwesten der USA. Das treibt die Preise für den gesamten Ölsaatenkomplex nach oben, aufgrund der befürchteten Verschlechterung der Sojabohnenernte in den USA. Der August-Kontrakt für Sojabohnen stieg am Mittwoch um 59 Cent auf 1580 USD je Buschel. An der Börse von Kuala Lumpur kletterten zudem die Palmpreise weiter, was auch auf ein verstärktes Interesse chinesischer Käufer zurückgeführt wurde.

Sojaernte in den USA schrumpft mit der Hitze

Maisernte während der Bestäubung, aber ein Mangel an Feuchtigkeit in den kommenden Prognosen könnte den Sojabohnenpflanzen schaden, wenn sie Schoten entwickeln, sagte der US-Analyst Brian Hoops, gegenüber dem Branchendienst Successful Farming.

„Die Vorhersage für August zeigt heißes und trockenes Wetter, dass die Erträge von Sojabohnen beeinträchtigen dürfte. Da die Bilanzen aber bereits extrem angespannt sind, können wir es uns nicht leisten, Erträge im Sojakomplex zu verlieren, sagt der Analyst mit Blick auf die steil ansteigenden Sojapreise.

Der prominente Ernteprognostiker Michael Cordonnier senkte seine Maisertragsprognose in den USA ebenfalls um 2 Buschel pro Acre auf 175 Buschel und seine Sojabohnenertragsprognose um 0,5 Buschel pro Acre auf 51 Buschel. Er sieht angesichts der Wetterentwicklung sowohl bei Mais als auch bei Soja eine anhaltend negative Tendenz für die Zukunft. Mangelnde Feuchtigkeit dürfte den Sojabohnenpflanzen vor allem schaden, weil sie gerade Schoten entwickeln.

„Das Ertragspotenzial von Mais und Sojabohnen ist im Juli und August besonders wetterempfindlich, weshalb der Markt oft an jedem neuen Prognosemodell hängt, das zu dieser Jahreszeit herausgegeben wird, da jede Aktualisierung die Markt-Stimmung und Preisentwicklung deutlich verbessern oder verschlechtern kann, sagt ein anderer Analyst.

Hohe Rapsimporte und TOP-Margen der Ölmühlen

Die französischen Ernten war in den letzten Wochen zügig vorangekommen und Rückmeldungen aus dem Feld haben die Erholung der Produktion im Vergleich zum letzten Jahr bestätigt. Agreste schätzt die französische Rapsernte zuletzt auf 4 Millionen Tonnen, gegenüber knapp 3,3 Millionen Tonnen im Jahr 2021. Auch Importe aus Australien fließen weiterhin auf den europäischen Markt.

In den ersten drei Wochen des neuen Wirtschaftsjahres lag die europäische Importmenge nach Angaben der Kommission bei 380.000 Tonnen. Das ist ein Anstieg von 127.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Wichtigster Lieferant ist Australien mit 316.000 Tonnen, gefolgt von Kanada mit 30.000 Tonnen und der Ukraine mit 17.000 Tonnen.

Hauptabnehmer war bisher Deutschland mit 116.000 Tonnen, gefolgt von Frankreich mit 87.000 Tonne und den Niederlanden mit 82.000 Tonnen. Nach Einschätzung von Analysten wird der Markt jedoch weiterhin auch von Rezessionsängste einem befürchten Rückgang des Biokraftstoffverbrauchs beeinflusst. Dennoch ist die Nachfrage der Ölmühlen in Europa in den letzten Wochen sehr dynamisch.

Die Crushing-Margen sind in Frankreich und Deutschland hervorragend, sagen Analyseten, während die Biodieselindustrie ihre Einkäufe schnell deckt. Niedrigwasser am Rhein verursachen in Deutschland jedoch anhaltende logistische Probleme und beeinflussen ebenfalls die Preisbildung..

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