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Rapsmarkt und Rapspreise

Rapspreise stürzen gnadenlos ab – Ölpreiscrash und billige Importe

Rapssaat.
am Freitag, 25.11.2022 - 13:04 (Jetzt kommentieren)

Die Rapspreise sind weit unter die 600-Euro-Marke gefallen. Im November ging es um rund 90 Euro bzw. 15 % nach unten. Die Gründe für den Preisrutsch sind komplex und liegen hauptsächlich außerhalb des Rapsmarktes. So sorgen vor allem die abstürzenden Ölpreise für Preisdruck bei Ölsaaten. Aber auch billige Raps-Importe bringen die Rapspreise ins Rutschen.

Rapspreise.

Die Rapspreise setzen am Freitag ihren Preisrutsch am europäischen Terminmarkt fort und fallen im laufenden Handel zweitweise bis auf 580 Euro je Tonne.

Insbesondere der Absturz der Rohölpreise, in Verbindung mit den Folgen der Coronakrise in China auf die weltweite Nachfrage, läßt die Preise massiv einbrechen.

Der rasche Anstieg der Covid-19-Fälle in China und die massiven wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung sorgen an vielen Märkten für fallende Preise und große Unsicherheit.

Der Sojabohnenkomplex wird zudem durch die Risiken eines Rückgangs der chinesischen Soja-Importe sowie durch eine spübare Zunahme der brasilianischen Konkurrenz auf internationaler Ebene unter Druck gesetzt.

Die Rohölpreise - und mit ihnen die Preise für Ölsaaten - fallen aktuell auch wegen der geplanten Obergrenze für die russischen Ölpreise durch die Mitglieder der G7.

Eine Ausnahme am Ölsaatenmarkt ist aktuell die Entwicklung beim Palmöl. Hier stiegen die Preise an der Börse von Kuala Lumpur gestern deutlich um 20 USD je Tonne auf 907 USD je Tonne und setzten die Erholung der letzten Tage fort.

Analysten erklären diese Entwicklung mit dem starken Anstieg der malaysischen Exporte und einer Palmöl-Produktion, die durch schwierige Wetterbedingungen deutlich reduziert wurde.

Sehr hohe und billige Importe aus der Ukraine

Gleichzeitig steigen die Rapsimporte in die Europäische Union kräftig an, was natürlich zusätzlichen Preisdruck erzeugt. Allerdings ist der Bedarf der europäischen Ölmühlen offenbar hoch, sagen jedenfalls Analysten. Begünstigt werden diese Importe durch die jüngste Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar.

Die Europäische Kommission meldet die kumulativen europäischen Importe bis zum 20. November mit knapp 2,9 Millionen Tonnen. Das ist ein Zuwachs von fast einer Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr.

Größter Lieferant in die EU ist die Ukraine, mit bislang rund 1,9 Millionen Tonnen bzw. zwei Dritteln der gesamten Importmenge. Mit deutlichem Abstand folgen dann als Lieferanten Australien mit 730.000 Tonnen und Kanada mit 108.000 Tonnen.

Schaut am auf die Importpreise, wird auch klar, warum der Raps aus der Ukraine so wettbwerbsfähig ist. Die Exportpreise (fob) von ukrainischem Raps waren zuletzt (23.11) mit 565 USD je Tonne deutlich günstiger als der Raps aus Australien mit 716 USD je Tonne und als Canola aus Kanada mit 663 USD je Tonne – vor allem wenn man noch die Frachtkosten dazu rechnet.

Die größten Importeure in Europa waren bisher: Belgien mit fast 580.000 Tonnen und das an die Ukraine angrenzende Polen - mit 551.000 Tonnen. Deutschland importierte bisher knapp 340.000 Tonnen und Frankreich kaufte 315.000 Tonnen.

Analysten sagen jedoch auch, dass der Preisdruck durch eine nach wie vor sehr dynamische Binnennachfrage bzw. eine große Nachfrage nach Rapsschrot sowie einen hohen Bedarf der Biokraftstoffindustrie abgeschwächt wird.

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