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Getreidemarkt und Getreidepreise

Reispreise steigen steil an: Indiens Exportstopp schockt Getreidemarkt

Reissäcke in Indien.
am Freitag, 09.09.2022 - 12:16 (2 Kommentare)

Indiens Regierung verhängte am Donnerstag ein Exportverbot für Bruchreis und erhöhte die Ausfuhrzölle für Nicht-Basmati-Reis. Begründet wurde das mit dem Ziel, die die heimische Versorgung zu sichern. Indien macht mehr als 40 % der weltweiten Reislieferungen aus. Zu den größten Importeuren gehört China.

Reisfeld.

Die Reispreise in den wichtigen Exportländern stiegen daraufhin steil an und Analysten rechnen auch mit steigenden Weizenpreisen. Die anderen großen Reisexporteure sind Thailand, Vietnam, Pakistan und Myanmar.

Es wird erwartet, dass Indiens Entscheidung, die Reisexporte zu drosseln, die Weltmarktpreise auch für Grundnahrungsmittel nach oben treiben wird und eine Rallye auf den konkurrierenden Weizen- und Maismärkten auslösen könnte, was die Besorgnis über die Nahrungsmittelinflation vertieft.

Die Reispreise in den wichtigsten Exportländern Indien, Thailand, Vietnam und Myanmar werden voraussichtlich deutlich steigen, sagten Händler und Analysten, was vor allem die großen Lebensmittelimporteure treffen wird, die aufgrund des widrigen Wetters und des Krieges zwischen Russland und der Ukraine bereits unter höheren Kosten leiden.

„In vielen Ländern wird es erhebliche Belastungen für die Ernährungssicherheit geben“, sagte Phin Ziebell, Agrarökonom bei der National Australia Bank gegenüber der indischen Zeitung Hindu Times.

„Die globalen Fundamentaldaten könnten im gesamten Getreidekomplex weitere Aufwärtsbewegungen sehen.“ Die Weizenpreise und auch die Reispreise in Chicago stiegen am Freitag weiter.„Dies ist ein inflationärer Schritt für die Lebensmittelpreise“, sagte Ole Houe, Direktor für Beratungsdienste beim Agrarmakler IKON Commodities in Sydney gegenüber der indischen Zeitung. „Dies könnte eine Preisrallye für Weizen und Mais auslösen.“

Indien exportierte im Zeitraum 2021/22 rund 21,2 Millionen Tonnen Reis, davon 3,94 Millionen Tonnen Basmatireis. Die Produktion von Reis erfolgt in der so genannten Kharif-Saison, deren Aussaat mit dem Einsetzen des Südwestmonsuns im Juni beginnt und die Ernte ab Oktober startet.

Andere Exporteure erhöhen die Preise

Indien macht mehr als 40 % der weltweiten Reislieferungen aus und konkurriert auf dem Weltmarkt mit Thailand, Vietnam, Pakistan und Myanmar. „Die Preise in Myanmar stiegen um 50 Dollar pro Tonne, und Lieferanten in Thailand und Vietnam haben ihre Preise angehoben“, sagte ein in Singapur ansässiger Händler.

Thailand und Vietnam haben vereinbart, bei der Preiserhöhung zusammenzuarbeiten, ein Schritt, der darauf abzielt, ihre Hebelwirkung auf dem Weltmarkt zu erhöhen und die Einkommen der Landwirte zu steigern. 5-%-Bruch-Reis in Myanmar wurde vor der Entscheidung Indiens über Exportbeschränkungen mit etwa 390 bis 395 US-Dollar pro Tonne frei an Bord notiert. In Indien wurden die Preise für 5-%- Bruch-Reis mit rund 348 USD pro Tonne notiert.

Die Entscheidung wird sich auch auf die Handelsströme auswirken, da Indiens Preise für weißen Bruch-Reis zuletzt etwa 60 bis 70 US-Dollar pro Tonne niedriger waren als in Thailand, sagte Chookiat Ophaswongse, Ehrenpräsident der Thai Rice Exporters Association, gegenüber Reuters. „Es werden mehr Bestellungen für thailändischen und vietnamesischen Reis eingehen“, sagte er.

„Wir müssen abwarten, wie lange diese Politik aus Indien anhält, wenn sie länger dauert, wird sie die Nachfrage nach thailändischen Reisexporten erhöhen.

Die weltweit führenden Reisimporteure China und die Philippinen werden wahrscheinlich sofort von höheren Reispreisen betroffen sein. China, einer der größten Importeure von indischem Bruchreis zur Verwendung als Tierfutter, wird voraussichtlich auf Mais umsteigen, sagten Händler.

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