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Globaler Zuckermarkt

Riesiger Zuckerberg drückt die Zuckerpreise

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am Donnerstag, 07.06.2018 - 17:28 (Jetzt kommentieren)

Im aktuellen Wirtschaftsjahr werden alle bisherigen Rekorde am globalen Zuckermarkt gebrochen. Sowohl die Produktion als auch der Verbrauch erreichen neue Spitzenwerte. Allerdings wächst die Produktion noch weitaus stärker als der Verbrauch.

Zuckerpreise

Die Folge ist, dass die Bestände ebenfalls sehr stark auf neue Rekordwerte anwachsen. Außerdem fließt eine so große Menge Zucker auf den Weltmarkt wie noch nie. Zu diesen Ergebnissen kam das US-Landwirtschaftsministerium Ende Mai in seinem halbjährlichen Marktüberblick zum globalen Zuckermarkt.

Die Ursachen für den Boom der globalen Zuckerproduktion sind sehr kräftige Produktionszunahmen in einer ganzen Reihe von Ländern. Gleichzeitig stürzen die Weltmarkpreise für Rohzucker dramatisch ab und haben sich nur knapp über dem bisherigen Rekordtief konsolidiert.

Offenbar wird der gewaltige globale Zuckerberg aber auch im nächsten Wirtschaftsjahr nicht viel kleiner. Das USDA geht in einer ersten Prognose zwar von einem Rückgang der Produktion aus. Dennoch übersteigt diese Produktionsmenge den weiter wachsenden Verbrauch noch sehr deutlich.

Die Folge ist anhaltender Preisdruck. Am europäischen Terminmarkt in in London geht man derzeit nämlich nicht von einer baldigen Erholung der sehr niedrigen Preise aus. Auch Weltmarkt erwartet man für die neue Saison allenfalls einen ganz leichten Anstieg der Zuckerpreise. Im langfristigen Vergleich bliebe das Niveau sehr niedrig. 

Produktion erreicht neue Dimension

Zucker global

Für das Wirtschaftsjahr 2017/18 meldet das USDA einen Anstieg der weltweiten Zuckerproduktion um gut 10 % auf rund 192 Mio. t. Damit erreicht die globale Produktion von Rohzucker eine neue Dimension.

In der vorigen Prognose war USDA von 185 Mio. t ausgegangen. Das sind immerhin 7 Mio. t weniger als man jetzt meldet. Im Wirtschaftsjahr 2016/17 wurden weltweit lediglich 174 Mio. t Rohzucker erzeugt und damit 18 Mio. t weniger.

Für das neue Wirtschaftsjahr 2018/19 geht das USDA derzeit nur von einem geringen Rückgang der Produktion aus. Auf der Grundlage der bislang vorliegenden Daten rechnet man weltweit mit einer Zuckererzeugung von etwa 188 Mio. t.

Den Zuckerverbrauch erwartet das USDA  im aktuellen Wirtschaftsjahr 2017/18 bei 174 Mio. t. Das wäre zwar ebenfalls ein Rekordwert, würde von der erwarteten Produktion jedoch weit übertroffen. Im nächsten Wirtschaftsjahr  2018/19 wächst der Verbrauch weiter. Aber auch dann ist erwartete Produktion noch immer rund 10 Mio. t größer.

Die Folge dieser Entwicklung ist ein gewaltiges Anwachsen des globalen Zuckerbergs auf den bislang höchsten Stand von fast 50 Mio. t. Die weltweite Exportmenge von Rohzucker nimmt 2017/18 ebenfalls auf einen neuen Rekordwert von knapp 62 Mio. t zu.

Europäische Produktion auf Rekordstand

Zucker global

Die Europäische Union ist nach Brasilien und Indien der drittgrößte globale Zucker-Produzent. Nach dem Wegfall der Zuckerquote schätzt das USDA die europäische Produktion von Rohzucker auf 21,2 Mio. t und  damit 1,1 Mio. t größer als bei der vorigen Prognose im November.

Außerdem wäre die europäische Produktionsmenge 2,9 Mio. t größer als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2016/17 mit 18,3 Mio. t. Gleichzeitig wäre dies die bislang größte er Europäischen Union erzeugte Zuckermenge.

Mit der gemeldeten Produktion wird der Verbrauch von rund 18,8 Mio. t erstmals seit langem deutlich übertroffen. Für das nächste Wirtschaftsjahr schätzt das USDA die Produktion auf 20,3 Mio. t. Das wäre etwas weniger als im aktuellen Jahr, jedoch immer deutlich mehr als der Verbrauch.

Die europäischen Importe gehen im aktuellen Wirtschaftsjahr auf nur noch 1,4 Mio. t zurück, nach Einfuhren von 2,6 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr. Gleichzeitig hat der europäische Export von Zucker nach dem Quotenende von zuvor 1,5 Mio. t auf 3,7 Mio. t zugenommen.

Im nächsten Wirtschaftsjahr wird ein leichter Rückgang der Ausfuhren auf 3,0 Mio. t erwartet. Die europäischen Endbestände blieben knapp 2,0 Mio. t relativ stabil.

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