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Russland: Deutlich mehr Wintergetreide ausgesät

Acker Russland
am Donnerstag, 05.12.2019 - 18:12 (Jetzt kommentieren)

Nach einer sehr guten Ernte haben die russischen Bauern deutlich mehr Wintergetreide ausgesät. Die Bestände sind in einem Top-Zustand.

Die russischen Landwirte haben für die Ernte 2020 rund 18,2 Millionen Hektar Wintergetreide ausgesät. Das sind rund 600.000 Hektar mehr als im vorigen Jahr. Vor Jahresfrist hatten die russischen Bauern nur 17,6 Millionen Hektar mit Wintergetreide bestellt.

Gleichzeitig befinden sich das Wintergetreide in einem Top-Zustand im Vergleich zum vorigen Jahr und zum Durchschnitt der letzten Jahre, sagte ein Beamter des hydrometrischen Wettervorhersagedienstes.

Die Landwirte in Russland und der Ukraine hatten das Wintergetreide im Herbst zunächst unter sehr trockenen Bedingungen in den Boden gebracht. Aber die nachfolgenden ergiebigen Regenfälle und relativ warmes Wetter haben die Aussichten für die Ernte im nächsten Jahr spürbar verbessert, heißt es weiter.

Bei den Wintersaaten wurden nur 4 Prozent in einen schlechten Zustand eingestuft, verglichen mit 8 Prozent vor einem Jahr, berichtete Anna Strashnaya, Senior Researcherin am Hydrometrischen Institut.

Getreide-Bestände in Top-Verfassung

Russland Acker

"Die Bestände sind in diesem Winter in besserem Zustand als im Durchschnitt der letzten Jahre und auch in einem viel besseren Zustand als vor einem Jahr", fügte Strashnaya hinzu. Das Niveau der Feuchtigkeit im Boden ist im Allgemeinen gut, mit Ausnahme einiger südlichen Regionen, sagte Strashnaya.

Etwa 5 Prozent des Wintergtreides sind im Süden Russlands derzeit in einem schlechten Zustand. Dort befinden sich auch die Hauptanbau- und Exportregionen für Weizen.

Der Schneemangel in den zentralrussischen Regionen wirkte sich noch nicht negativ auf die Bestände aus, da das Wetter dort relativ warm war und der Schnee voraussichtlich in dieser Woche eintreffen wird, fügte Strashnaya hinzu.

Ernte 2019 deutlich größer als 2018

Das Ministerium für Landwirtschaft der Russischen Föderation hat seine Prognose für die aktuelle Weizenernte 2019 von zuvor 78 Millionen  Tonnen auf jetzt 75 Millionen gesenkt, berichtete der Leiter der Abteilung für Pflanzenbau am Landwirtschaftsministerium, Roman Nekrasov. Das sind jedoch immer noch gut 3 Mio.Tonnen mehr als im vorigen Jahr.

Gleichzeitig blieb die Prognose für die Gesamternte von Getreide unverändert – bei 120 Millionen. Das sind knapp 6,7 Millionen mehr als im Vorjahr (2018). Das Ministerium erwartet bei Gerste eine Ernte von 20,3 Millionen Tonnen und bei Mais von 13 Millionen Tonnen. Im vorigen Jahr (2018) ernteten die Russen 71,7 Millionen Tonnen Weizen, 16,7 Millionen Tonnen Gerste und 11,4 Millionen Tonnen Mais.

Analysten sehen die Getreideernte größer

Russland Getreideernte

Anders als das russische Landwirtschaftsministerium haben die Analysten von APK-Inform ihre Schätzungen  für die Getreideernte in Russland im Jahr 2019/20 auf 125 Millionen Tonnen nach oben korrigiert und liegen damit recht deutlich über der Ministeriumsprognose.

Dem APK-Inform-Analysten Dmytro Korotya zufolge wurden bei allen wichtigen Getreidearten Anpassungen der Ernteprognose vorgenommen: Die Prognose für die Weizenproduktion stieg auf 77,8 Millionen (plus 0,4% gegenüber der Schätzung vom September), Gerste - 21,5 Millionen Tonnen (plus 1 %) und Mais 13 Millionen Tonnen (plus 3,1%).

Die Anpassungen wurden auf der Grundlage der aktualisierten vorläufigen Erntedaten des Landwirtschaftsministeriums vorgenommen (siehe nächsten Abschnitt), heißt es weiter. Dmytro Korotya ließ die Prognose des Inlandsverbrauchs von Getreide auf dem bisherigen Niveau von 75,4 Mio. - einschließlich des Lebensmittelverbrauchs von 19 Mio. Tonnen - und des Futtermittelverbrauchs von 39,9 Mio. Tonnen.

Laufende Erntedaten bestätigen Analysten

Russland Getreideernte

Der aktuelle fortlaufende Erntebericht des russischen Landwirtschaftsministeriums zeigt eine Erntemenge (Rohgewicht, ohne Trocknungsabzug) die deutlich über der letzten Ernte-Schätzung des Ministeriums liegen könnte. Bis Ende November ernteten die russischen Landwirte Getreide auf einer Fläche von 45,1 Mio. ha (2018 - 44,4 Mio. ha) bzw. auf 96,5 Prozent der bestellten Fläche.

Die vom Landwirtschaftsministerium der Russischen Föderation bis dahin gemeldete Produktion lag bei 125,8 Mio. t Getreide (2018 - 116,1 Mio. t). Der Durchschnittsertrag wird mit 2,79 Tonnen je Hektar gemeldet (2018 - 2,61 t). Weizen ernteten die Landwirte bis dahin 77,9 Millionen Tonnen auf einer Fläche von 27,5 Millionen ha (98 % der Anbaufläche). Gerste wurden 21,6 Millionen Tonnen auf einer Fläche von 8,5 Millionen ha (96,6%) geerntet.

Die russischen Landwirte ernteten zudem von 2,3 Millionen Hektar Mais, was 88 Prozent der Anbaufläche entspricht. Die Erntemenge lag bei 13,6 Mio. Tonnen. Die bisherige Rapsernte erfolgte auf 1,44 Mio. ha (92% der Anbauläche). Die Erntemenge lag bei 2,2 Millionen Tonnen. Außerdem erntete man von 2,7 Mio. ha Sojabohnen (89,8 %) bei einer Erntemenge von 4,5 Mio.Tonnen. Das wäre bei Soja - wie bei Raps und Mais - ein neuer Produktionsrekord.

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