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Ernte 2018

Russland: Trockenheit drückt Getreideernte

Getreideernte in Russland
am Dienstag, 29.05.2018 - 15:35 (Jetzt kommentieren)

Das russische Landwirtschaftsministerium hat seine Prognose für die Getreideernte 2018 gesenkt. Grund ist der Niederschlagsmangel in den exportorientierten Anbauregionen Südrusslands.

Getreideernte in Russland

Allerdings ist auch die nach unten korrigierte Ernteerwartung immer noch relativ hoch. Derzeit schätzt das Agrarministerium die russische Gesamternte von Getreide auf 105 bis 110 Mio. t. Zuvor war das Ministerium noch von 110 bis 115 Mio. t ausgegangen.

Die Mai-Prognose des USDA lag bei 117,6 Mio. t und bewegte sich damit am oberen Ende der vorigen russischen Schätzung. Im vorigen Jahr hatten die Russen mit 127,3 Mio. t die größte Getreideernte seit dem Ende der Sowjetunion eingebracht. Im Jahr davor (2016) erntete man bereits sehr gute 114 Mio. t Getreide.

Die möglichen Getreideexporte schätzte das Ministerium für die neue Saison relativ verhalten auf 35 bis 40 Mio. t. Das USDA erwartet die Exporte im neuen Wirtschaftsjahr hingegen deutlich höher bei 48 Mio. t, davon knapp 35 Mio. t Weizen.

In der noch laufenden Saison dürften die russischen Ausfuhren den Rekordwert von 50 Mio. t erreichen, davon 39,5 Mio. t Weizen. Vor zwei Jahren wurden bereits 37,0 Mio. t Getreide exportiert, davon rund 28 Mio. t Weizen.

Trockenheit im Süden Russlands

Weizenernte

In diesem Jahr hat ein  langer schneereicher Winter den Beginn der Feldarbeiten vor allem in Zentralrussland und im Osten bis weit in den April verzögert. Im Süden Russlands war es hingegen früher warm (und trocken) und das Wachstum des Wintergetreides und die Frühjahrbestellung begann früher als in den anderen Regionen.

Der Mai hat dann jedoch fast in allen Regionen gute Aussaatbedingungen gebracht. Noch sind auch die Bedingungen im Süden Russlands nicht dramatisch, auch wenn die Bodenfeuchtigkeit zuletzt rasant abgenommen hat. Die Ertragsschätzungen für die betroffenen Regionen zwischen Schwarzen und Kaspischem Meer bewegen sich noch immer leicht über dem langjährigen Mittel.

Das USDA hatte die russische Weizenernte im Mai auf 72 Mio. t geschätzt, nach der Riesenernte von 85 Mio. t im vorigen Jahr. Die durchschnittlichen Erträge (Sommer und Winterweizen) werden bei 2,77 t/ha erwartet, nach den rekordhohen 3,11 t/ha im vorigen Jahr. Die russische Weizenfläche ist mit derzeit erwarteten 26,0 Mio. ha jedoch deutlich kleiner als im vorigen Jahr mit 27,3 Mio. ha.

Sommerweizen zur Hälfte im Boden

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Die Aussaat von Sommergetreide, Mais und Ölsaaten ist nach dem Bericht des russischen Landwirtschaftsministeriums zu zwei Dritteln abgeschlossen. Ende der vorigen Woche waren rund 35 Mio. ha bzw. 66 % der geplanten Flächen mit Sommergetreide und anderen Sommerkulturen bestellt. Im vorigen Jahr waren zum gleichen Termin bereits 38 Mio. ha bestellt.

Sommerweizen wurde bis Ende Mai auf 6,8 Mio. ha ausgesät und damit auf etwa 53 % der geplanten Fläche von 12,9 Mio. ha. Anders als in der Ukraine, hat der Sommerweizen in Russland erhebliche Bedeutung für die Gesamtproduktion von Weizen.

Die Aussaatfläche von Sommergerste meldet man Ende Mai mit 6,1 Mio. ha. Da sind rund 80 % der geplanten Fläche von rund 7,6 Mio. ha und mehr als 90 % der gesamten  Gerstenfläche. Körnermais haben die russischen Landwirte bis Ende Mai auf 2,4 Mio. ha ausgesät. Das entspricht etwa 79 % der für die Ernte 2018 geplanten Fläche von 3,05 Mio. ha. Das wäre ein neuer Anbaurekord.

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