Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Weizenmarkt

Russlands nächste große Weizenernte

Getreideernte in Russland
am Mittwoch, 02.05.2018 - 16:35 (Jetzt kommentieren)

Die russische Weizenernte 2018 wird erneut groß. Jedoch nicht ganz so riesig wie die Ernte im vorigen Jahr.

Russland Exportpreise

Davon geht das USDA-Büro in Moskau in einer ersten Prognose aus. Grundlage für die Schätzung sind die bis Mitte April vorliegenden Daten zur Anbauentwicklung und zum Wachstumszustand von Winter- und Sommerweizen.

Die Weizenexporte erwarten die USDA-Experten (wegen der riesigen Bestände) nur wenig kleiner als im laufenden Wirtschaftsjahr, in dem die Ausfuhren einen neuen Rekordwert erreichen.

Allerdings sind alle Einschätzungen noch sehr vorläufig, denn die Aussaat von Sommerweizen, der knapp ein Drittel zur russischen Weizen-Ernte beisteuert, hat Ende April gerade erst begonnen.

Außerdem könnte die aktuelle Preisentwicklung (deutlich höhere Weizenpreise als im Vorjahr) die Aussaat von Sommerweizen noch positiv beeinflussen und den Einsatz von Mineraldünger und Pflanzenschutz erhöhen und damit auch die Erträge.

Auch das Wetter kann die Prognosen noch deutlich verändern. Im vorigen Jahr war die erste Ernteschätzung im April zunächst deutlich niedriger als das dann erreichte Rekordergebnis. 

Nächste große Weizenernte erwartet

Russland Weizenernte

Für die neue Ernte unterstellt das USDA-Büro in Moskau eine Erntefläche (nicht Aussaatfläche) beim Weizen von 26,1 Mio. ha. Die Gesamtproduktion wird auf rund 74 Mio. t geschätzt und damit 11 Mio. t bzw. 13 % kleiner als die Rekordernte aus dem vorigen Jahr.

Im vorigen Jahr (2017) ernteten die russischen Landwirte etwa 85 Mio. t Weizen von 27,4 Mio. ha. Das war eine 1,4 Mio. ha größere Ernte-Fläche als für 2018 unterstellt wird. Allerdings hatte das USDA die im vorigen Jahr eingebrachte Rekordernte zunächst erheblich kleiner auf nur 66 Mio. t geschätzt.

Trotz des erwarteten Produktionsrückgangs würde die neue Ernte 2018 jedoch 15 % über dem fünfjährigen Mittelwert von 64,3 Mio. t liegen. Gleichzeitig wäre dies die zweitgrößte bislang eingebrachte russische Weizenernte.

Der Internationale Getreiderat hatte die Weizenernte für Russland im April auf 74,5 Mio. t geschätzt und damit ähnlich groß wie das USDA. 

Hoher Futterverbrauch, Bestände schrumpfen

Russland Bestände

Den russischen Eigenbedarf (Verbrauch) an Weizen erwartet das Moskauer USDA-Büro für das neue Wirtschaftsjahr 2018/19 bei 44 Mio. t. Das wäre fast so viel wie im noch laufenden Wirtschaftsjahr mit 45 Mio. t.

Von der gesamten Verbrauchsmenge fließen mittlerweile 21 Mio. t bzw. 48 % in die Tierfütterung. Das sind rund 4 Mio. t mehr als noch vor zwei Jahren.

Die Endbestände sollen relativ deutlich zurückgehen, vorausgesetzt der Export läuft im neuen Wirtschaftsjahr so gut wie erwartet. In diesem Wirtschaftsjahr hatten die russischen Bestände von zuvor 10,8 Mio. t auf 13,8 Mio. t zugenommen.

Damit erreichten die Weizenbestände den zweithöchsten Wert nach dem Rekordjahr 2009 (14,7 Mio. t). In der nächsten Saison rechnet man wegen der fast stabilen Verbrauchszahlen und der hohen Exporte mit einem relativ deutlichen Rückgang auf 8,3 Mio. t.

Exporte bleiben sehr hoch

Russland Weizenexporte

Den russischen Weizenexport erwartet das USDA-Büro in Moskau für das neue Wirtschaftsjahr bei 36 Mio. t. Das wären etwas weniger als die Rekordausfuhren aus dem noch laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18.

Gründe für die sehr hohe Export-Prognose sind neben der weiteren großen Ernte vor allem die sehr hohen Weizen-Bestände.

Für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2017/18 hat das USDA-Büro in Moskau die Exporte auf 37,5 Mio.t geschätzt. Das USDA selbst hatte die aktuellen russischen Ausfuhren in seinem April-Report von 37,5 Mio. t auf 38,5 Mio. t nach oben gesetzt.

Damit ist Russland für das aktuelle Wirtschaftsjahr der mit Abstand größte Weizenexporteur, deutlich vor den USA, der Europäischen Union und Kanada. Das wird wohl auch im kommenden Wirtschaftsjahr so bleiben, auch wenn die Europäer etwas an Marktanteilen hinzugewinnen können.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...