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Rapsernte und Rapspreise

Sorge um Engpässe beim Raps treibt Preise nach oben

Mähdrescher bei der Rapsernte
am Mittwoch, 29.07.2020 - 15:14 (Jetzt kommentieren)

Nicht nur in Deutschland wird erneut eine unterdurchschnittliche Rapsernte erwartet. Da auch in wichtigen Exportländern die Ernteaussichten beunruhigend sind, bleibt offen, ob und wie der Rapsbedarf für das kommende Wirtschaftsjahr gedeckt werden kann. Die Preise steigen.

Die im Vergleich zum Vorjahr etwas größer erwartete Rapsernte auf einer weiterhin kleinen Anbaufläche wird den langjährigen Durchschnitt voraussichtlich wieder nicht erreichen können. Beim Erzeugerpreis ist schon zum gegenwärtigen Zeitpunkt gegenüber 2019 ein Plus von 5 Prozent zu verzeichnen.

Erzeugerpreis für Raps zeigt Knappheit immer deutlicher

Diagramm zur Preisentwicklung beim Raps 2019 und 2020

Nach Angaben der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) setzte der Preisanstieg für Raps in den letzten Wochen ein. Mittlerweile liegt der Erzeugerpreis bei 367 Euro/Tonne. Damit stieg er seit Monatsbeginn um 9 Euro an. Vergleichen mit dem Monat März, in dem der Rapspreis seinen Tiefpunkt erreichte, konnte der Erzeugerpreis um 10 Prozent zulegen. Die Gegenüberstellung mit dem Preisniveau Ende Juli 2019 ergibt einen Anstieg um 17 Euro/Tonne.

Sinken die Rapsimporte noch weiter?

Dass die Ernte in wichtigen Erzeugerländern, von denen Deutschland gewöhnlich hohe Mengen Raps bezieht, ebenfalls gering ausfiel, lässt Unsicherheiten über die Rapsversorgung aufkommen.

Denn auch für Frankreich, dem größten Rapsproduzenten in der EU, verschlechterte sich die Prognose des Internationalen Getreiderates (IGC). Dies wäre gegenüber 2019 zwar eine Verbesserung, doch das schwache Vorjahr wirkte sich bereits durch stark eingeschränkte Exporte nach Deutschland aus: Im letzten Jahr reduzierte sich die von Frankreich nach Deutschland gelieferte Rapsmenge bereits deutlich.

Die Ukraine, ein weiteres wichtiges Erzeugerland für Raps, soll laut IGC-Schätzung beinahe 11 Prozent weniger Raps ernten als 2019. Verringert sich die Erntemenge in der Ukraine tatsächlich auf 3,0 Mio. Tonnen, verschließt sich für die EU zusehends eine weitere wichtige Importquelle.

Zurückhaltendes Verhalten der Erzeuger am Markt

Trotz der Preisentwicklung verhalten sich die Rapsproduzenten laut AMI zurzeit noch sehr vorsichtig. Wegen der Befürchtung, dass in Vorkontrakten vereinbarte Mengen nicht geliefert werden können, bestehe im Moment ein nur geringes Verkaufsinteresse. Hinzu komme die Erwartung der Erzeuger, dass die Preise noch weiter steigen könnten.

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