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Zuckerindustrie

Südzucker gibt Gewinnwarnung heraus

Tüten mit Gelierzucker
© Wilhelm Dürr
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Josef Koch , agrarheute
am
17.05.2018

Südzucker hängt wesentlich von den Zuckerpreisen ab. Die Zuckerpreise sind stark gefallen. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern daher mit einem Ergebniseinbruch.

Höhere Zuckerpreise und gutes Bioethanolgeschäft lassen Umsätze und Ergebnis der Südzucker im ersten Quartal des laufenden Wirtschaftsjahres steigen. © Südzucker AG

Die Prognosen für das laufende Wirtschaftsjahr der Südzucker AG sehen nicht gut aus. Der Konzern erwartet zwar für 2018/19 mit einen Konzernumsatz von 6,8 bis 7,1 Milliarden Euro. Das entspricht zwar in etwa dem gegenwärtigen Niveau. Starke Umsatzeinbußen bringt aber der Zucker.

Im Segment CropEnergies sollte sich der Umsatz in einer Bandbreite von 760 bis 820 Millionen Euro bewegen, in den Segmenten Spezialitäten und Frucht sieht der Konzern einen deutlich steigenden Umsatz.

Das operative Konzernergebnis wird sich laut Unternehmensprognose auf 100 bis 200 Mio. Euro mehr als halbieren. Dieser Einbruch sei weitgehend auf den deutlichen Ergebnisrückgang im Segment Zucker zurückzuführen, heißt es in einer Mitteilung.

Der drastische Rückgang der Zuckerpreise auf ein historisch niedriges Niveau könne bei weitem nicht durch sinkende Herstellkosten und höhere Verkaufsvolumina ausgeglichen werden, so der Zuckerriese.

Höheres Ergebnis für 2017/18

Besser lief es aber für den Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18. Die Südzucker AG konnte wie angekündigt ihren Umsatz um 7,8 Prozent auf 7 Mrd. Euro steigern. Dazu beigetragen haben höhere Umsätze in den Segmenten Zucker, Spezialitäten und CropEnergies.

Das operative Konzernergebnis liegt mit 445 Mio. Euro leicht über der veröffentlichten vorläufigen Zahlen. Zu dem Anstieg des operativen Ergebnisses gegenüber Vorjahr trug insbesondere das Segment Zucker, aber auch das Segment Frucht bei. Die Ergebnisse der Segmente CropEnergies und Spezialitäten lagen erwartungsgemäß unter dem hohen Vorjahresniveau.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine unveränderte Dividende von 0,45 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2017/18 vor. Darüber stimmt die Hauptversammlung am 19. Juli ab.

Das gute Zuckerergebnis ist nicht zu halten

Der Umsatz im Segment Zucker ist aufgrund der höheren Zuckerabsatzmenge um 8,7 Prozent auf 3.017 Mio. Euro angestiegen. Dabei lagen die Zuckererlöse in der ersten Geschäftsjahreshälfte noch über dem Vorjahresniveau. Durch den starken Rückgang in der zweiten Geschäftsjahreshälfte sanken die Erlöse im Geschäftsjahresdurchschnitt unter Vorjahresniveau. Trotz der seit Oktober 2017 deutlich rückläufigen Erlöse verdoppelte sich nahezu das operative Ergebnis im vergangenen Wirtschaftsjahr von 72 auf 139 Mio. Euro,

Für das laufende Geschäftsjahr sieht es im Bereich Zucker aufgrund des Preisverfalls aber schlecht aus. Der Konzern rechnet sogar mit einem operativen Verlust von 100 bis 200 Mio. Euro. Die Prognose im Segment Zucker sei in einem sich stark verändernden Marktumfeld von hoher Unsicherheit geprägt, warnt die Aktiengesellschaft.

Auf der anderen Seite rechnet Südzucker aber in den Segmenten Spezialitäten und Frucht mit deutlichen Ergebnisverbesserungen. Im Segment CropEnergies erwartet das Unternehmen eine operative Ergebnisbandbreite von 30 bis 70 Mio. Euro.

CropEnergies Ergebnis bricht ein

Damit wird sich das Ergebnis von CropEnergies nicht verbessern. Das operative Ergebnis im vergangenen Wirtschaftsjahr betrug nur 72 Mio. Euro. Das waren 26 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. Diesen Rückgang führt der Konzern auf den drastischen Einbruch der Ethanolerlöse im vierten Quartal 2017/18 zurück.

Immerhin gelang es CropEnergies, den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 um 11,4 Prozent auf 808 Mio. Euro zu steigern. Grund: Produktions- und Absatzmengen sind im ersten Halbjahr durch die Wiederinbetriebnahme der Produktionsanlage in Wilton/Großbritannien im zweiten Quartal 2016/17 deutlich gestiegen.

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