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Biokraftstoffe

UFOP: Weizen verbrennen ist wirtschaftlicher als Brotgetreideverkauf

In Chicago verliert der Weizen 5 Cent auf 532,75 Cent/Bushel (ct/bu). © hapo/landpixel
von am
08.01.2018

Die sehr gute weltweite Weizenversorgung führt zu einer grotesken Situation. Weizen als Energielieferant lohnt sich derzeit mehr als ihn als Nahrungsmittel zu vermarkten. Das meint die UFOP.

Auch wegen einer massiven Überversorgung seien die Regierungen in Asien sowie Nord- und Südamerika gezwungen, mengen- und damit erzeugerpreiswirksame Absatzmärkte zu erschließen, unterstreicht die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) in ihrem aktualisierten Bericht zur globalen Marktversorgung. Dies bestätige auch die prekäre Marktsituation bei Brotweizen von derzeit rund 150 Euro je Tonne.

Der energetische Wert dieser Getreidemenge entspreche ca. 400 Liter Heizöl oder etwa  220 Euro je Tonne, je nach aktuellem Preis für Heizöl. Das Verbrennen wäre also ökonomisch gesehen sinnvoller als die Vermarktung als Brotgetreide, rechnet die Union vor.

Hungerkrisen haben oft andere Gründe

Die Versorgungslage an den internationalen Märkten ist Dank der globalen Erntemengen mehr als ausreichend. Es reicht rechnerisch für alle, stellt die UFOP in ihrem aktualisierten Bericht zur weltweiten Marktversorgung fest.

Sie weist aber dennoch auf die kritische Ernährungssituation in vielen Teilen der Welt hin. Ursache für Hunger in der Welt seien vor allem militärisch geführte Konflikte, schlechte Staatsführung und unwetterbedingte Katastrophen, aber auch die mangelnde Bereitschaft reicher Industriestaaten für eine wirksame Nahrungsmittelhilfe, um die schlimmsten regionalen Hungersnöte zu beseitigen.

Chancen der Biomasse endlich erkennen

Die UFOP betont, dass der 27-seitige Bericht die Versorgungslage im Zusammenhang mit dem Verwenden nachwachsender Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion aufzeige. Insbesondere außerhalb der Europäischen Union werde die Biokraftstoffnutzung über Quotenregelungen vorangetrieben.

In den Warenkörben der Industrieländer und großer Agrarexportnationen nimmt der Anteil landwirtschaftlicher Rohstoffe zur stofflichen und energetischen Nutzung zu, wie der UFOP-Bericht aufzeigt. Dahinter stehe das völkerrechtlich verbindliche Ziel, die Erderwärmung auf max. 2 Grad oder besser 1,5 Grad bis 2050 zu begrenzen.

Die Bedeutung der Biomasseproduktion und die mit dieser Verpflichtung einhergehenden Chancen gerade für die Landwirte als Lieferanten nachhaltig produzierter Kohlenstoffquellen, werden leider nicht als Chance gesehen, kritisiert die UFOP. Stattdessen  werde eine wenig sachgerechte „Tank-Teller“- und „iLUC-Diskussion“ geführt.

Hier können Sie den aktuellen UFOP-Bericht herunerladen.

Tüftlertipp: Mobile Getreidetrocknung selbst gebaut

Heizaggregat
Nötig ist dafür zunächst ein leistungsfähiges Heizaggregat. Spengler benutzt Belüftungsgebläse mit 1,1 und 2,2 kW, einen Heizventilator mit 46 kW Heiz- und 2.780 m³/h Luftleistung bei 80 °C sowie zwei Wagen. Weiter war eine übliche Wetterstation für Lufttemperatur und -feuchte verfügbar und ein Thermometer mit Außenfühler, das in der Schüttung zu misst. © Heinz Gengenbach
Mobile Wagentrocknung
Der 2,3 m x 5,0 m große Hänger mit 1,10 m Schütthöhe ist unter dem Trocknungsboden schwer zu reinigen. Der zweite Hänger hat 1,70 x 3,60 m Grundfläche und 1 m Schütthöhe. Nötig ist ein 1-m-Drainageschlauch zur Luftführung. Wichtig ist, dass der Strömungswiderstand passt.  An diesem Wagen sieht man die Luftzuführung und das Abwasserrohr. © Heinz Gengenbach
Luftverteiler
Die Luft führt Spengler durch Kunststoff-Abwasserrohre mit 250, 200 und 150 mm Durchmesser. Der Heizlüfter kann die Warmluft nicht direkt durch die Schüttung blasen, sodass sie dem Gebläse zugeführt wird. Dessen Fördervolumen muss größer sein als das des Heizlüfters, damit die Temperatur auf rund 40 °C sinkt. Künftig will Spengler die Luftführung ändern. Aus Drainage- und KG-Rohren wurde ein Luftverteiler gebaut (Foto). Durch den hinteren Kornschieber wird die Luft zugeführt. Auf dem Bild fehlen noch die Längsrohre für den Wagenboden. © Heinz Gengenbach
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