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Anbauprognose 2019

Ukraine: Deutlich mehr Wintergetreide und Raps angebaut

am Donnerstag, 03.01.2019 - 15:37 (Jetzt kommentieren)

In der Ukraine wurde der Anbau von Wintergetreide und Raps zur Ernte 2019 kräftig ausgedehnt.

Vor allem bei Wintergerste und Raps haben die ukrainischen Landwirte die Aussaatflächen spürbar ausgeweitet. Auch bei Winterweizen ist die Fläche größer als im vorigen Jahr. Deutlich reduziert haben die ukrainischen Betriebe dagegen den Umfang von Roggen und Triticale. Das meldete jetzt das ukrainische Statistikamt.

Zusammen beträgt der Flächenzuwachs bei Wintergetreide und Raps 7,5 Prozent bzw. 668.000 ha. Damit steigt die Anbaufläche von Winterkulturen auf rund 8,95 Mio. ha. Die Ausweitung bei Winterweizen dürfte ebenso wie die Flächenentwicklung bei Gerste durch die relativ hohen Weltmarktpreise ausgelöst worden sein.

Hohe Preise kurbeln Weizenanbau an

Feld in der Ukraine

Für Winterweizen meldet das ukrainische Statistikamt eine Aussaatfläche für die Ernte 2019 von 6,45 Mio. ha. Gegenüber dem vorigen Jahr ist das ein Zuwachs von 2,8 Prozent bzw. etwa 180.000 ha. Anders als in Russland, wird in der Ukraine ganz überwiegend Winterweizen angebaut. Sommerweizen wuchs im vorigen Jahr nur auf rund 0,6 Mio. ha und damit auf knapp 9 Prozent der Weizenfläche. In Russland liegt der Flächenanteil des Sommerweizens hingegen bei 45 Prozent.

Einschließlich Sommerweizen würde sich für die ukrainische Ernte 2019 eine Weizenfläche von mindestens 7,1 Mio. ha ergeben. Ähnlich groß war das Areal bislang erst zweimal.

Die ukrainische Weizenernte erreichte 2018 eine Größenordnung von 25 Mio. t und war damit etwa 2 Mio. t kleiner als im Jahr zuvor. Für das laufende Wirtschaftsjahr rechnet das Land mit Exporten von 16,5 Mio. t. Das wären 1,2 Mio. t weniger als im Jahr zuvor.

Fast ein Viertel mehr Wintergerste

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Bei Wintergerste wurde die Anbaufläche besonders kräftig ausgeweitet. Hier meldet das ukrainische Statistikamt für die Ernte 2019 eine Aussaatfläche von reichlich 1 Mio. ha. Das ist gegenüber 2018 ein Plus von 22 Prozent bzw. rund 220.000 ha.

Zur vorigen Ernte (2018) haben die ukrainischen Landwirte auf 2,5 Mio. ha Gerste angebaut. Davon waren etwa ein Drittel Wintergerste und zwei Drittel Sommergerste. Das war allerdings die bislang kleinste ukrainische Gerstenfläche überhaupt. Im Jahr 2016 haben die Landwirte dort noch auf etwa 3 Mio. ha Gerste bestellt und vor 10 Jahren war die Gerstenfläche doppelt so groß.

Hauptgrund für den bis 2018 erfolgten Flächenrückgang bei Gerste dürfte die sehr starke Expansion bei Mais und Sojabohnen sein.

Die ukrainische Gerstenernte lag im vorigen Jahr bei 7,6 Mio. t und war damit etwa 1,1 Mio. t kleiner als im Jahr zuvor. Für das laufende Wirtschaftsjahr rechnet man mit Exporten von 2,5 Mio. t. Das sind nur 0,2 Mio. t weniger als im Jahr zuvor.

Rapsfläche um eine Drittel ausgeweitet

Beim Raps haben die ukrainischen Erzeuger den Anbau für die Ernte 2019 um fast ein Drittel auf etwa 1,3 Mio. ha ausgeweitet. Damit ist die Rapsfläche rund 500.000 ha größer als vor zwei Jahren und zudem fast dreimal so groß wie 2016. Eine etwas größere Fläche gab es bislang nur 2008 mit rund 1,4 Mio. ha.

Hintergrund für die kräftige Anbauexpansion dürfte die deutliche Einschränkung in Westeuropa sein. Die Ukraine exportiert ihren Raps ganz hauptsächlich in die Europäische Union. Im vorigen Jahr ernteten die ukrainischen Landwirte 2,7 Mio. t Raps. Das war die bislang zweitgrößte Ernte überhaupt. Von der Gesamternte werden immerhin 2,5 Mio. t bzw. mehr als 90 Prozent exportiert.

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