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Maismarkt

Ukraine: Reichlich billiger Mais für Europa

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am Montag, 26.11.2018 - 16:45 (Jetzt kommentieren)

Die Maisernte in der Ukraine bricht alle Rekorde. Die Folgen sind sehr niedrige Preise und ein kräftiger Anstieg der Exporte auf ein neues Allzeithoch.

Maisproduktion Ukraine

Auch in Westeuropa ist der Produktionsboom der Ukraine deutlich zu spüren. Im laufenden Wirtschaftsjahr hat die EU bereits 2,7 Mio. t Körnermais in der Ukraine gekauft, und die ukrainische Ernte ist gerade erst abgeschlossen.

Analysten gehen deshalb von einer kräftigen Zunahme der EU-Maisimporte aus der Ukraine aus. Der Bedarf der Futterindustrie nach der schwachen westeuropäischen Ernte und den relativ hohen Getreidepreisen am Binnenmarkt ist jedenfalls hoch.

Eine direkte Folge der günstigen Maisimporte ist, dass auch die Maispreise im übrigen Europa gedrückt werden.

Sehr niedrige Maispreise am Schwarzen Meer

Maispreise Ukraine

Die Anbaufläche von Körnermais war in der Ukraine zur Ernte 2018 mit rund 4,5 Mio. ha nicht viel größer als im vorigen Jahr. Die Maiserträge kletterten nach den letzten Schätzungen des USDA jedoch auf rekordhohe Werte von 7,44 t/ha. Die ukrainischen Analysten von AKP-Inform gehen derzeit sogar von 7,63 t/ha aus.

Nach den derzeitigen Prognosen würde die aktuelle ukrainische Maisernte ein neues Allzeithoch von 33,5 Mio. t bis 34,5 Mio. t  erreichen. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2013 würde damit um mindestens 2,5 Mio. t übertroffen. Die Folge dieser Riesenernte wäre ein sehr hohes Exportpotential von 25 bis 26 Mio. t. Das würde in etwa den Ausfuhrerwartungen für die Top-Exporteure Brasilien und Argentinien entsprechen.

Die Maispreise an den ukrainischen Exporthäfen sind bis Ende Oktober bereits auf die den niedrigsten Wert seit gut einem Jahr gefallen. Das sehr niedrige Preisniveau kurbelt die Nachfrage aus Westeuropa und von anderen Importeuren kräftig an und sorgt für sehr rege Ausfuhren.

Reichlich Ware für Westeuropa

Maisexporte Ukraine

Im laufenden Wirtschaftsjahr hat die Ukraine nach eigenen Angaben bereits 4,4 Mio. t Mais in Drittländer verkauft. Das USDA rechnet damit, dass sich die Exporte bis zum Jahresende auf mindestens 25 Mio. t summieren. Das wären 7,5 Mio. t mehr als in der zurückliegenden Saison und 4 bis 5 Mio. t mehr als der bisherige Rekordwert.

Die EU hat im laufenden Wirtschaftsjahr bereits 7,1 Mio. t Mais aus Drittländern gekauft und damit 1,5 Mio. t mehr als in der vorigen Saison. Immerhin 2,7 Mio. t der Gesamtimporte kamen aus der Ukraine und 2,8 Mio. t stammten aus Brasilien.

Weitere Mais-Lieferanten nach Europa waren Kanada, die USA und Argentinien. Im weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres werden die ukrainischen Lieferungen wohl noch deutlich an Umfang zunehmen.

Die EU-Kommission rechnet bei Körnermais bislang mit europäischen Gesamtimporten von 16 Mio. t und das USDA geht sogar von einem europäischen Einfuhrbedarf von 19,5 Mio. t aus. Das wäre ein neuer Einfuhr-Rekord.

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