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Maisernte und Export

Ukraine verkauft sehr viel Mais nach China

Mais verladen
am
26.08.2019
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China kauft seinen Mais nicht mehr in den USA. Sondern in der Ukraine.

Ein Ende des Handelskrieges zwischen China und den USA ist nicht in Sicht. Die Folge: Sowohl bei Sojabohnen als auch bei Getreide und anderen Agrarprodukten kommt es zu massiven Verschiebungen der Handelsströme.

China kauft seine Sojabohnen zunehmend in Brasilien. Die USA verlieren in diesem Segment immer mehr Marktanteile. Vor dem Handelskrieg hatten die US-Farmer immerhin 40 Prozent des chinesischen Sojabedarfs gedeckt. Das scheint vorbei.

Allerdings wird die Nachfrage auch durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) beeinflusst. Der aktuell aus China gemeldet Rückgang des Schweinebestandes um ein Drittel, bedeutet auch einen geringeren Importbedarf an Futtermitteln – also von Sojabohnen und Mais.

Chinas Maisimporte wachsen

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Der chinesische Importbedarf bei Mais und anderem Getreide ist nicht so hoch wie bei Sojabohnen. Das USDA hat den die chinesischen Sojaimporte für das  Wirtschaftsjahr 2019/20 auf rund 85 Mio. t geschätzt und damit etwas 10 Mio. kleiner als vor 2 Jahren. Grund ist der Rückgang des Schweinebestandes wegen ASP.

Die Importmenge bei Weizen liegt relativ stabil zwischen 3,5 Mio. t 4 Mio. t und wurde zuletzt vor allem aus Australien und vom Schwarzen Meer bedient. Die chinesischen Maisimporte könnten indessen von rund 3,5 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2017/18  auf etwa 7 Mio. t in dieser Saison steigen.

Gründe für die höheren Importe sind die Substitution von Soja durch Mais und der kräftig gestiegene Inlandsverbrauch in China. Der Verbrauchanstieg hat auch mit der Reform des chinesischen Getreidemarktes zu tun. Das heißt: eine Senkung der sehr hohen Garantiepreise für Mais, und ein gleichzeitiger Abbau der riesigen und teuren Bestände.

Ukraine jetzt wichtigster Lieferant

Maisexporte Ukraine

Noch vor einigen Jahren waren die USA der wichtigste Maislieferant für China. Im Wirtschaftsjahr 2011/12 verkauften die USA immerhin 5,1 Mio. t Mais ins Reich der Mitte. Das waren fast 100 Prozent der chinesischen Importe. Im Wirtschaftsjahr 2017/18, als der Handelskrieg begann, lagen die US-Exporte dann nur noch bei 0,3 Mio. t bzw. bei weniger als 10 Prozent der chinesischen Importmenge.

Allerdings haben die Chinesen schon vor dem Handelskrieg allmählich ihre Maislieferanten gewechselt. Bereits im Jahr 2013 erreichte das erste Schiff mit ukrainischem Mais chinesische Häfen. Mittlerweile hat sich die Ukraine zum wichtigsten Maislieferanten Chinas gemausert.

Im Wirtschaftsjahr 2018/19 betrugen die ukrainischen Maisexporte nach China etwa 4 Mio. t. Das waren 80 Prozent der gesamten chinesischen Importe von etwa 5 Mio. t. Ein wichtiger Vorteil der Ukraine gegenüber den Exporteuren aus Südamerika ist, dass der ukrainische Anbau (bisher) GVO-frei ist.

Ukraine: Neue Rekordernte erwartet

Maisproduktion Ukraine

In den letzten Jahren baute die Ukraine die Maisexporte rasant aus. Vor zehn Jahren wurden lediglich 5 Mio. t Mais in andere Länder verschifft. In der Saison 2018/19 erreichte die Ausfuhrenge knapp 30 Mio. t. Ein neuer Rekord. Die wichtigsten Abnehmer von ukrainischem Mais waren die Europäische Union, China und Ägypten. Die EU-Länder haben vorigen Wirtschaftsjahr 2018/19 eine Rekordmenge von 23,5 Mio. t Mais importiert.

Davon kam der größte Teil aus der Ukraine. Aber das war nicht immer so. Die ukrainische Maisproduktion stieg von rund 10,5 Mio. t im Jahr 2009 auf den bisherigen Rekordwert von 35,8 Mio. t im Jahr 2018. Hintergrund waren sowohl eine Ausweitung der Anbaufläche – als auch auch eine Steigerung der Erträge. Gleichzeitig blieb der Inlandsverbrauch relativ stabil: Ursachen sind ein relativ stabiler bzw. sogar rückläufiger Viehbestand.

Das USDA erwartet, dass die ukrainische Maisernte im Jahr 2019 bei etwa 36,5 Mio. t liegen wird. Das wäre eine weitere Rekordernte. Damit hat die Ukraine erneut reichlich Mais für den Export nach China und Europa zur Verfügung. Das USDA schätzt die Gesamtausfuhr auf das neue Allzeithoch von gut 30 Mio. t. Damit würde sich die Ukraine fast in der Größenordnung der Exporte Brasiliens und Argentiniens mit jeweils etwa 34 Mio. t bewegen.

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