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USDA-Schätzung

USA bleiben bei hoher EU-Rapsernte

am Dienstag, 11.06.2019 - 17:57

Während die US-Sojabestände zulegen, sollen die weltweiten Vorräte indes geringer werden, so die neue USDA-Prognose. Die EU-Rapsernte ist erstaunlich hoch.

Obwohl die EU-Kommission und private Analysten die europäische Rapsernte in den letzten Wochen niedriger veranschlagt haben, bleiben die Experten im US-Agrarministerium (USDA) in ihrem Junibericht bei ihrer Ernteprognose von 19,7 Mio. t. Das wären nur 300.000 t weniger als im Dürresommer 2018. Die EU-Kommission geht zum Beispiel nur von 18,7 Mio. tEURAps aus-. Marktbeobachter bezweifeln daher diese US-Prognose. Möglicherweise muss das USDA in einem der nächsten Berichte entsprechend korrigieren.

Auch die weltweite Rapsernte soll mit 74,8 Mio. t so hoch ausfallen wie im Mai erwartet. Das wären damit immer noch 2 Mio. t mehr als 2018. Bei einem unveränderten Verbrauch von rund 72,4 Mio. t sollen am Ende des Wirtschaftsjahres 2019/202o mit 9,2 Mio. t etwa 1,6 Mio.  t mehr auf Lager sein als im laufenden Jahr. Gegenüber der Maiprognose wäre dies sogar ein leichter Anstieg.

Wenig verändert hat das USDA auch die Erwartung für die weltweite Sojabohnenernte. Sie bleibt mit 355,4 Mio. t nur 0,3 Mio. t unter der Maiprognose. Der leichte Rückgang ist auf schwächeren Ernten in der Ukraine und Sambia zurückzuführen.

Die weltweiten Bestände fallen mit 122,7 Mio. t rund 0,4 Mio. t niedriger aus als noch vor vier Wochen erwartet. Die Marktbeteiligten erwarteten im Vorfeld dagegen noch stabile Lagerbestände.

Trotz der Aussaatverzögerungen bei Sojabohnen in den USA soll dies nach der Juniprognose keine Auswirkungen auf die Gesamternte haben. Die US-Statistiker gehen weiterhin für 2019/20 von einer US-Sojaernte um die 113 Mio. t aus. Allerdings haben sie die US-Bestände wegen der Exportschwierigkeiten nach China für das laufende Jahr um 2 Mio. t auf über 29 Mio. t erhöht. In 2019/20 werden sie aber nur leicht auf 28,5 Mio. t sinken.

Unverändert bleiben die Ernteerwartungen für Südamerika. Auch den Importbedarf der Chinesen bleibt zum Vormonat mit 87 Mio. t unverändert.

 

Notierungen stehen leicht unter Druck

An der Chicagoer Börse gerieten die Sojabohnen nach der Veröffentlichung der US-Schätzung etwas stärker unter Druck.

Das könnte morgen einen schwierigen Start für den Rapskontrakt bringen. Am 11. Juni gingen die Schlusskurse an der Pariser Börse für den Augustkontrakt um 0,5 Euro auf knapp über 367 Euro/t zurück.