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Getreideernte

USA erwarten rund 12 Prozent mehr EU-Weizen

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Josef Koch, agrarheute
am
24.04.2019

Die Prognosen für die EU-Weizenernte fallen sehr unterschiedlich aus. Das US-Agrarministerium erwartet mehr als die EU-Kommission.

Die Landwirte in der Europäischen Union dürften nach einer ersten Prognose des Agrardiplomatischen Dienstes (FAS) des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) in diesem Jahr deutlich mehr Getreide von den Feldern holen als im Dürrejahr 2018. Die Fachleute veranschlagen die betreffende Menge auf 311,65 Mio t.

Das wären 27,25 Mio. t oder 9,6 Prozent mehr als das schlechte Ergebnis vom vergangenen Jahr. Der im Wirtschaftsjahr 2014/15 erzielte Rekord würde allerdings um rund 16 Mio t verfehlt.

Die EU-Kommission hat in ihrer aktuellen Schätzung dagegen nur 307,5 Mio. t veranschlagt. Das wären nur 5,9 Prozent mehr als 2018.

Unterschiedliche Prognosen für Weizenernte

Von der gesamten EU-Getreideernte 2019/20 sollen laut FAS 153,5 Mio t auf Weizen entfallen. Das wäre im Vorjahresvergleich ein Plus von 16,3 Mio. t oder 11,9 Prozent. Die Experten gehen dabei von einem mittleren Ertrag von 57,7 dt/ha aus. Im vergangenen Jahr hatten die Ackerbauern im Schnitt nur 53,4 dt/ha gedroschen.

Darüber hinaus soll die Anbaufläche von Weizen mit etwa 26,6 Mio ha das Vorjahresareal um 3,5 Prozent übertreffen. Das Anbauplus beim Weizen gehe insbesondere zu Lasten des Rapsanbaus, der wegen des Neonikotinoidverbotes eingeschränkt worden sei, so die US-Agrarexperten.

Das ist ebenfalls mehr als die EU prognostiziert. Sie rechnet mit rund 148 Mio. t Weizen und mit einer Anbaufläche von 26,2 Mio. ha. Das wären rund 11 Mio. t mehr als im vergangenen Dürrejahr. Voraussetzung sind aber ausreichende Niederschläge in den kommenden Wochen in den wichtigen Anbauregionen der EU.

Ein Fünftel mehr Weizen in Deutschland

Für Frankreich, den größten Weizenerzeuger in der EU, erwartet FAS eine Produktion von 41,4 Mio. t. Das wären rund 3 Mio. t mehr als 2018/19. Die Experten verweisen unter anderem auf die idealen Aussaatbedingungen für den Winterweizen, die in Frankreich geherrscht hätten, und einem witterungsbedingt geringen Stickstoffabfluss.

Für Deutschland, die Nummer zwei unter den EU-Weizenproduzenten, prognostiziert der FAS eine Ernte von 26,1 Mio t Weizen, was einem Zuwachs von fast einem Fünftel entsprechen würde. Dieser Voraussage liegt eine Ertragserwartung auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen fünf Jahre zugrunde.

Mit Material von AgE
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