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USA: Vom Farmer zum Biobauern

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am Freitag, 13.09.2019 - 14:30 (Jetzt kommentieren)

Der Anteil von Biobauern in den USA nimmt zu. Jedoch bewirtschaften sie weniger als ein Prozent der Fläche.

Biobauern in den USA haben ihre Flächen kräftig ausgeweitet. In diesem Jahr wurden knapp 1,3 Mio. Hektar Ackerland im biologischen Anbau bewirtschaftet. Das ist ein Zuwachs von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das meldet Mercaris, die größte Marktdaten- und Handelsplattform für Bio- und Nicht-GVO-Produkte in den USA.

Im Vergleich zu den insgesamt in den USA bewirtschafteten Flächen ist der Bioanteil jedoch noch sehr gering. Insgesamt werden in diesem Jahr 3,4 Millionen Hektar Farmland biologisch bewirtschaftet. Dazu zählt neben Ackerland auch Weideland.

Im Vergleich zu der insgesamt in den USA bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche von rund 370 Mio. Hektar (einschließlich Weide) liegt der Bioanteil damit noch unter 1 Prozent, zeigen die Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA).

Bald 20.000 Biobetriebe

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Die Zahl der nach den Standards des USDA National Organic Program zertifizierten Betriebe liegt nach dem Bericht von Mercaris bei 18.155 Stück. Das ist eine Zunahme von 3 Prozent gegenüber 2018. Der Anstieg ist zu einem großen Teil auf die Zunahme neuer Betriebe für biologisch zertifizierte Feldfrüchte zurückzuführen.

Die Regionen West und High Plains verzeichneten in diesem Jahr den größten Zuwachs bei biologisch bewirtschafteten Ackerflächen. "Die ökologische Feldfrüchteproduktion ist in diesem Jahr mit einigen Herausforderungen konfrontiert, da die diesjährige Ernte von Bio-Mais und Sojabohnen durch problematische Witterungsbedingungen beeinträchtigt wird", sagt Ryan Koory, Wirtschaftsdirektor bei Mercaris.

"Insgesamt bleibt die Branche jedoch auf einem robusten Wachstumstrend, und bei besserem Wetter im Jahr 2020 wird die Ökofläche voraussichtlich im kommenden Jahr noch stärker wachsen."

Fast 60 Prozent Zuwachs in 6 Jahren

"Mit einem Zuwachs von 517 zertifizierten Bio-Betrieben in diesem Jahr ist klar, dass der US-amerikanische Bio-Sektor trotz des instabilen Zustands der US-amerikanischen Agrarbranche weiterhin vielversprechend ist", sagt Koory.

Zusammen mit dem aktuellen „Annual Acreage Report“ für Bioanbau hat Mercaris auch eine neue „Organic Farm Heat Map“ veröffentlicht. Diese bildet die Dichte und Verteilung der Bio-Betriebe und der Logistik der US-amerikanischen Biobranche ab.

Auch längerfristig wächst die Branche kontinuierlich. Nach Daten des National Agricultural Statistics Service (NASS) des US-Landwirtschaftsministeriums hat die Zahl der Bio-Betriebe von 2011 bis 2016 um 56 Prozent zugenommen.

In Kalifornien und an der Ostküste

Auch die Entwicklung nach Regionen unterscheidet sich sehr. Nach den Daten des USDA gibt es einige Bundesstaaten mit einem ziemlich hohen Anteil an Bio-Ackerland. Dazu gehören vor allen die Staaten der Ostküste und Kalifornien.

Bei der letzten Erhebung des NASS wurden in Vermont 11 Prozent der gesamten Ackerfläche biologisch bewirtschaftet. Kalifornien, Maine und New York folgten mit einem Anteil von 4 Prozent an der gesamten Anbaufläche.

Mit der steigenden Zahl von Biobetrieben nimmt auch der Umsatz mit zertifizierten Bioprodukten zu: US-Farmen verkauften den Daten des USDA im Jahr  2016 zertifizierte Bioprodukte im Wert von fast 7,6 Milliarden US-Dollar. Das ist mehr als das Doppelte des Umsatzes von 3,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011.

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