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USDA-Schätzung

USA nehmen Weltweizenernte zurück

am Donnerstag, 11.07.2019 - 15:35

Die Juli-Prognose des US-Agrarministeriums bringt weniger Weizen und mehr Mais. Die Börsen nehmen die Schätzung positiv auf.

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Der Juliernteprognose des US-Agrarministeriums (USDA) stimmt die Börsianer positiv. Kurz nach der Veröffentlichung der Zahlen zogen die Kurse für Mais und Weizen an der Chicagoer Börse an.

Aufgrund der ungünstigen Witterung in wichtigen Exportländern fällt die weltweite Weizenernte 2019/20 knapp 9 Mio. t geringer aus als noch vor vier Wochen erwartet. Sie wird sich nach der Julischätzung des US-Agrarministeriums auf 771,5 Mio. t belaufen. Grund sind niedrigere Ernten in folgenden Ländern

  • Russland: -3,8 Mio. t,
  • EU: -2,5 Mio. t,
  • Kanada: -1,2 Mio. t,
  • Australien: -1,5 Mio. t.

Dagegen wird die Weizenernte in den USA mit 52,3 Mio. t etwas höher ausfallen als im Juni erwartet.

Die US-Experten erwarten zudem einen leichten Rückgang des globalen Weizenverbrauchs auf 760,2 Mio. t, das wären 2,3 Mio. t unter der Juniprognose. Dennoch werden auch die Endbestände im laufenden Wirtschaftsjahr um rund 8 Mio. t sinken. Das USDA rechnet nun mit 286,5 Mio. t. Das sei aber immer noch ein Rekordhoch, so das USDA. Gegenüber 2019/19 sind weltweit immer noch gut 11 Mio. t mehr Weizen auf Lager. Der Anteil der Lagerbestände am Verbrauch ist mit 37,6 Prozent immer noch sehr hoch. Damit bleibt es bei einer guten Versorgungslage. 

Im Vorfeld der Schätzung haben die Marktakteure mit deutliche höheren Weizenbeständen von rund 292 Mio. t  gerechnet.

   

EU-Bestände sinken

Für die EU rechnet das USDA nach der Hitzewelle kurz vor der Ernte nur noch mit einer Weizenernte von 151,30 Mio. t. Das sind 2,5 Mio. t weniger als im Junibericht veranschlagt. Während der Verbrauch mit 128 Mio. t unverändert geblieben ist, sollen die EU-Weizenexporte aber um 0,5 Mio. t auf 27 Mio. t klettern.

Am Ende der Saison 2019/20 gehen die Weizenvorräte in der EU um 3 Mio. t auf 11,6 Mio. t zurück. Im Vergleich zum Vorjahr würden sie aber immer noch um 1,8 Mio. t höher liegen.

Mehr Mais in den USA

Aufgrund einer höheren Anbaufläche für Mais rechnet das USDA mit einer besseren Maisernte. Sie soll 2019/20 gegenüber dem Junizahlen um 5 Mio. t auf 352,4 Mio. t ansteigen. Grund sind höhere Anbauflächen. Offenbar haben die Farmer trotz zu nasser Aussaatbedingungen und verzögerter Bestellung mehr Felder bestellen können als bisher angenommen. Auch in der Ukraine ist mit 34 Mio. t eine leicht verbesserte Ernte wahrscheinlich. Damit wird auch die weltweite Maisernte um fast 6 Mio. t auf 1.105 Mio. t höher ausfallen.

Trotz eines höheren globalen Verbrauchs klettern die Vorräte auf knapp 299 Mio. t im Vergleich zum Junibericht. Gegenüber dem Vorjahr sind das aber fast 30 Mio. t weniger.