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USA: Winterstürme beenden Maisernte

Maisernte USA
am Mittwoch, 04.12.2019 - 11:04 (Jetzt kommentieren)

Schneestürme verhindern den Abschluss der Maisernte im Mittelwesten der USA. Die Ernteverluste könnten sehr hoch sein.

Die Farmer machten letzte Woche kaum Fortschritte bei der Ernte. Grund waren zwei große Winterstürme die weite Teile des Landes trafen und die Erntearbeiten erneut unterbrachen. Landesweit machten die Farmer bei der Maisernte in der vergangenen Woche nur einen Fortschritt von 5 Prozentpunkten.

Damit waren bis vorigen Sonntag nur 89 Prozent der Maisfläche abgeerntet. Das entspricht einer Erntefläche von 29,5 Mio. Hektar. Das heißt zugleich: 11 Prozent bzw. 3,6 Mio. Hektar der zuletzt vom USDA erwarteten Maisernte stehen noch auf den Feldern.

Im Schnitt der letzten fünf Jahre waren zu diesem sehr späten Termin bereits 98 Prozent der Maisflächen abgeerntet und damit 10 Prozentpunkte mehr. In einigen Bundesstaaten dürfte die Maisernte wegen der Schneemaßen beendet sein, heißt es von Seiten der Analysten. Man wird sehen, wie hoch das USDA in seinem Dezember-Report die Verluste einschätzt – und wie die Märkte reagieren.

Langsamste Ernte seit 2009

Maisernte USA

"Dies ist das langsamste Tempo seit der Maisernte von 2009 als zu diesem Termin erst 79 Prozent der Maisflächen abgeerntet waren", sagte Dana Mantini, Senior Analystin bei DTN.

Besonders schlimm treffen die Winterstürme die nördlichen Bundessaaten im Mittelwesten, berichtet Mantini: In North Dakota wurde erst 36 Maisflächen abgeerntet, in Michigan konnten die Farmer nur 66 Prozent der Maisernte von den Feldern holen, in Wisconsin sind 66 Prozent geerntet, in South Dakota 80 Prozent und in den beiden größten Anbaustaaten - Iowa und Illinois - ist die Maisernte zu 92 Prozent bzw. zu 93 Prozent eingebracht.

Soja schon zu großen Teilen geerntet

Deutlich weiter als mit dem Mais sind die Farmer mit der Sojabohnenernte. Dennoch war diese in der vorigen Woche fast zum Erliegen gekommen. Die Farmer konzentrierten sich – wo dies möglich war – vor allem auf die Ernte von Mais. Der Erntefortschritt bei bei Soja betrug in der vorigen Woche nur 2 Prozentpunkte auf 96 Prozent. Das sind 3 Prozentpunkte weniger als der Fünfjahresdurchschnitt von 99 Prozent.

Das heißt auch: Noch 4 Prozent bzw. 1,2 Mio. Hektar der zuletzt vom USDA erwarteten Sojaernte ist noch nicht geerntet. "Die Farmer in Michigan und Wisconsin sind mit 85 Prozent und 86 Prozent der Sojabohnenernte die langsamsten. Dort sind im langjährigen Mittel sonst 97 Prozent bzw. 99 Prozent abgeerntet", sagte Mantini.

In North Dakota sind die Bohnen zu 92% geerntet, in Illinois sind die Farmer zu 100 Prozent fertig und in Iowa zu 98 Prozent.

Wie viel Mais bleibt ungeerntet?

Maisernte USA

Die US-Behörde NASS teilte in seinem Bericht am Montag mit, dass es ein weiteres Update zum Erntebericht geben wird. Das USDA stellt seinen wöchentlichen Erntefortschrittsbericht üblicherweise Ende November ein, da die Vegetationsperiode dann vorüber ist und die Herbsternte in den meisten Staaten so gut wie abgeschlossen ist.

Aber in diesem Jahr wird das USDA über die Ernte, die Wochen später als gewöhnlich noch immer nicht beendet ist, bis in den Dezember hinein berichten. Mehr als 10 Prozent der Maisernte, bzw. 38 Mio. Tonnen, befanden sich Ende der vorigen Woche noch auf dem Feld. Vier Prozent der Sojabohnen blieben ebenfalls ungeerntet - möglicherweise bis zu 4 Mio. Tonnen

Im Norden geht nichts mehr

Winter-Stürme und sehr kaltes Wetter haben die Ernte von Mais und Sojabohnen zuletzt stark verlangsamt bzw. völlig unterbrochen. Außerdem waren beide Kulturen in diesem Jahr später als gewöhnlich gepflanzt worden, weil der regenreichste Frühling seit einem Vierteljahrhundert die Pflanzsaison extrem verlängerte.

In der aktuellen Woche wird es im nördlichen Mittelwesten weiterhin kalt sein, aber erst einmal relativ trocken. Aber die Schneestürme der vergangenen Woche beendete die Erntesaison eigentlich für viele Farmer in den nördlichen Staaten. Besonders von den Schneemaßen betroffen sind North Dakota, South Dakota, Minnesota und Wisconsin, hieß es von Seiten der Analysten.

Preise reagieren (noch) nicht

Maispreise CBOT

Die Maispreise haben auf diese Entwicklung bisher nur verhalten reagiert. Obwohl sich ein weiterer Rückgang von Ernte und Angebot abzeichnet. Doch zu sehr belastet der Handelskrieg mit China – und ein sehr großes Mais- und Sojaangebot aus Südamerika und vom Schwarzen Meer - die Preise.

Auch an den Exportmärkten sind die Mais- und Sojapreise derzeit niedrig- obwohl die USA  deutlich weniger nach China liefern kann. Davon profitieren vor allem die Südamerikaner  - und hinzu kommt: Die Chinesen brauchen wegen der dramatischen Dezimierung des Schweinebestandes um die Hälfte, auch erheblich weniger Futter – also Soja und Mais – vom Weltmarkt. Das drückt natürlich ebenfalls auf die Preise.

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