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Ölsaatenmarkt

USDA-Bericht: Rekord-Sojaernte in Brasilien

am Dienstag, 11.02.2020 - 19:27 (Jetzt kommentieren)

Aufgrund der höheren Hektarerträge in Brasilien wird dort die Sojabohnenernte einen neuen Rekord erreichen. Das hat Folgen.

Wie bereits im Vorfeld erwartet, haben die Experten im US-Agrarministerium die brasilianische Sojabohnenernte auf das Rekordhoch von 125 Mio. t hochgesetzt. Das sind 2 Mio. t mehr als noch vor vier Wochen vorhergesagt waren. Gegenüber dem Vorjahr werden die brasilianischen Farmer nun 8 Mio. t mehr ernten.

Derzeit haben sie allerdings mit Regenfällen zu kämpfen. Erst 15 Prozent der Sojaflächen sind geerntet, heißt es. Bei weiteren Ernteverzögerungen könnten jedoch die Qualitäten der Sojabohnen leiden. Einen Haken hinter die Rekordmenge lässt sich damit noch nicht machen.

Für Argentinien hat das USDA seine Ernteprognose indes unverändert bei 53 Mio. t belassen. Mit 9,9 Mio t fällt die Sojaernte in Paraguay indes etwas geringer als vor vier Wochen aus.

Weltsojaernte reicht nicht für Nachfrage aus

Die höhere brasilianische Ernte hat Folgen für die weltweite Versorgungsbilanz. Trotz eines leicht erhöhten weltweiten Bedarfs von 351,1 Mio. t  werden die Endbestände um 2 Mio. t auf knapp 99 Mio. t ansteigen. Gegenüber dem Vorjahr sind es aber 12 Mio. t. Denn die globale Sojaernte von 339,4 Mio. t reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken.

Für China erwarten die US-Experten trotz niedriger Schweinebestände und die Beeinträchtigungen durch das Coronavirus mit 88 Mio. t Importen sogar 3 Mio. t mehr als noch im Januar geschätzt wurde. Damit wären die Importmenge des Vorjahres mit 82,5 Mio. t deutlich überschritten. 

 

Rapspreise nur knapp über 390 Euro/t

An der Chicagoer Börse gerieten die Sojakurse nach der Veröffentlichung der Zahlen leicht unter Druck. Sojabohnen notierten umgerechnet bei knapp über 297 Euro/t für den Märzkontrakt. Für Mai wurden um die 301 Euro/ t gehandelt.

Im Vorfeld der US-Prognose ging der Raps an der Pariser Börse mit 390,5 Euro/t (Maikontrakt) leicht unter seinem sein Vortagesniveau aus dem Handel.

An den Zahlen für die globale Rapsbilanz hat das USDA indes wenig verändert. Lediglich die weltweiten Vorräte sind mit knapp 6,5 Mio. t rund 0,28 Mio.t niedriger als Mitte Januar. Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2018/19 liegen damit rund 2 Mio. t weniger in den Lägern.

Palmöl: Bestände sollen deutlich fallen

Bemerkenswert ist, dass die Bestände an Palmöl im laufenden Wirtschaftsjahr abnehmen werden. Nach der USDA-Prognose sinken sie um rund 2 Mio. t auf 7,9 Mio. t. Das ist der niedrigste Bestand seit zehn Jahren.

Neben schwächeren Ernten in Malaysia und Indonesien erwarten die US-Experten mit 75,8 Mio. t einen weiter steigenden weltweiten Bedarf. Die globale Ernte an Palmöl stagniert im Vorjahresvergleich bei knapp 74 Mio. t.Im Januar ging das USDA aber noch von über 75 Mio. t Palmölernte aus.

Damit könnte Palmöl im laufenden Wirtschaftsjahr weiterhin am Pflanzenöl-Markt für positive Preisimpulse sorgen. Davon könnten auch die Rapspreise profitieren.

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