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Maismarkt

USDA bestätigt riesige ukrainische Maisernte

am Mittwoch, 12.12.2018 - 18:50 (Jetzt kommentieren)

Eigentlich waren die USDA-Daten für den Maismarkt eher bärisch.

Maispreise

Ein noch größere ukrainische Ernte, höhere Bestände in den USA und weltweit sowie ein etwas kleinerer Verbrauch. Auch die Exporte der Ukraine und Brasiliens korrigiere das USDA weiter nach oben.

Dennoch haben sich die Maispreise in den USA zur Seite bewegt. In Europa ging es trotz einer etwas größeren Ernte sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch nach oben. Grund ist wohl die große Lücke zwischen Produktion und Verbrauch.

An der MATIF haben die vorderen Maispreise am Dienstag um 1,0 Euro auf 174,75 Euro/t zugelegt. Am Mittwoch Abend notiert der vordere Januarkontrakt bei 176 Euro. Das ist ein weiteres Plus von 1,25 Euro und zugleich der höchste Stand seit Mitte Oktober.

Ukrainische Maisernte ist riesig

Maisexporte Ukraine

Die Maisernte in der Ukraine bricht alle Rekorde. Die Folgen sind sehr niedrige Preise und ein sehr kräftiger Anstieg der Exporte auf ein neues Allzeithoch. Auch in Europa ist der Produktionsboom der Ukraine deutlich zu spüren. Im laufenden Wirtschaftsjahr haben die Europäer bereits 4,0 Mio. t Körnermais in der Ukraine gekauft.

Die Anbaufläche von Körnermais war in der Ukraine mit rund 4,5 Mio. ha nicht viel größer als im vorigen Jahr. Die Maiserträge kletterten nach den letzten Schätzungen des USDA jedoch auf rekordhohe Werte von 7,78 t/ha. Nach den derzeitigen Prognosen würde die aktuelle ukrainische Maisernte ein neues Allzeithoch von 34,5 Mio. t  erreichen. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2013 würde damit um 3,6 Mio. t übertroffen.

Die Folge dieser Riesenernte ist ein sehr hohes ukrainisches Exportpotential 28,0 Mio. t. Das würde auch die Ausfuhrerwartungen der TOP-Exporteure Brasilien und Argentinien übertreffen. Die Maispreise an den ukrainischen Exporthäfen sind bis Anfang Dezember auf die den niedrigsten Wert seit gut einem Jahr gefallen. Das sehr niedrige Preisniveau kurbelt allerdings die Nachfrage aus Europa und von anderen Importeuren kräftig an und sorgt für rege Ausfuhren.

EU: Rekordverbrauch und Rekordimporte

Maisimporte EU

Für die Europäische Union haben die US-Analysten die aktuelle Maisernte um 0,9 Mio. t auf 60,4 Mio. t nach oben gesetzt. Hintergrund sind die hohen Erntemeldungen aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Dennoch ist die europäische Produktion immer noch 1,9 Mio. t kleiner als im vorigen Jahr mit 62,3 Mio. t.

Die europäische Verbrauchsmenge haben die US-Analysten mit 83,0 Mio. t um 0,5 Mio. t angehoben. Das wäre ein neuer Verbrauchsrekord. Ursache für den sehr hohen Mais-Verbrauch ist das insgesamt sehr knappe europäische Angebot an Futtergetreide.

Um die europäische Versorgungslücke zu stopfen, sind nach Einschätzung des USDA Maisimporte von 21,0 Mio. t nötig. Das ist die gleiche Importmenge die auch im Vormonat erwartet wurde. Zugleich wäre dies ein neuer Einfuhrrekord. In der zurückliegenden Saison hatten die Europäer bereits 18,4 Mio. t Mais importiert.

Die europäischen Maisbestände schrumpfen nach den Prognosen des USDA im Jahresvergleich um rund 3,0 Mio. t auf nur noch knapp 6,8 Mio. t.

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