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Preisprognose

USDA erwartet auch 2018 niedrige Getreidepreise

am Freitag, 01.12.2017 - 13:30

Den Landwirten in den USA und weltweit steht möglicherweise ein weiteres Jahr mit niedrigen Preisen bei den wichtigsten Getreidearten und Ölsaaten bevor.

Davon geht zumindest das US-Landwirtschaftsministerium im Rahmen seiner langfristigen Marktvorschau (Long-Term Commodity Projections) für die wichtigsten Getreide- und Ölsaatenmärkte aus.

Nach der Einschätzung des USDA bewegen sich die Preise für Weizen, Mais und Soja im kommenden Wirtschaftsjahr 2018/19 weiterhin auf dem schwachen Niveau aus dem laufenden Wirtschaftsjahr oder allenfalls leicht darüber.

Allerdings sind die derzeitigen Preiserwartungen an den Terminmärkten für die nächste Ernte für alle Hauptkulturen durchweg höher als die Prognosen des USDA.

Maispreise mit sehr wenig Spielraum

Maispreis usa

Die erwarteten Maispreise für das Wirtschaftsjahr 2018/19 hat das USDA, im Vergleich zur aktuellen Saison, nur ganz leicht nach oben korrigiert. Derzeit rechnet das USDA in seiner Preisprognose für das Wirtschaftsjahr 2018/19 mit Maispreisen von nur 3,30 USD/Bushel (109 Euro/t).

Im Vergleich zum noch laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18 einem erwarteten Durchschnittspreis von nur 3,20 USD/Buschel (106 Euro/t), bedeutet die Prognose einen marginalen Anstieg von gerade einmal 3 %.

Der aktuelle Maispreis am Terminmarkt in Chicago liegt bei 3,42 USD je Buschel (113 Euro) und für die nächste Ernte (2018) werden am Terminmarkt derzeit sogar 3,88 USD je Buschel (128 Euro) erwartet und damit 18 % höhere Preise als das USDA für das nächste Wirtschaftsjahr prognostiziert.

Diese sehr große Differenz zwischen den aktuellen Erwartungen am Terminmarkt und den USDA-Preisprognosen, lässt noch erheblich Korrekturen in die eine oder andere Richtung erwarten.

Am europäischen Terminmarkt kostet der vordere Mais derzeit 154 Euro (Januar) und die Ernte 2018 rund 166 Euro und damit 12 Euro mehr.

USDA erwartet niedrigere Sojapreise als der Terminmarkt

sojapreis usa

Bei Sojabohnen rechnet das USDA  in einer aktualisierten Preisprognose für das Wirtschaftsjahr 2018/19 mit Preisen von 9,40 USD/Bushel (290 Euro/t).

Im Vergleich zum laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18, mit einem erwarteten Durchschnittspreis von 9,30 USD/Buschel (287 Euro/t), wäre dies ebenfalls nur ein marginaler Preisanstieg von 1 %.

Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2016/17 mit durchschnittlichen Sojapreisen von 9,47 USD je Buschel (292 Euro), sind die für 2018/19 prognostizierten Preise knapp 1 % niedriger.

Am Terminmarkt in Chicago liegen die vorderen Sojapreise derzeit bei 9,87 USD je Buschel (305 Euro) und für die neue Ernte werden am Terminmarkt Preise von 10,13 USD je Buschel (313 Euro) erwartet und damit knapp 8 % höhere Preise als das USDA für das neue Wirtschaftsjahr 2017/18 prognostiziert. Damit ist die Differenz zwischen den aktuellen Erwartungen am Terminmarkt und den USDA-Preisprognosen (ähnlich wie bei Mais) relativ groß.

Am europäischen Terminmarkt kostet der vordere Rapskontrakt derzeit 368 Euro (Februar) und die Ernte 2018 etwa 358 Euro und damit 10 Euro weniger.

Weizenpreise ähnlich niedrig wie in diesem Wirtschaftsjahr

Weizenpreis usa

Beim Weizen rechnet das USDA in seiner Preisprognose für das Wirtschaftsjahr 2018/19 (trotz der weiter reduzierten Anbaufläche, nur mit Preisen von 4,60 USD/Bushel (142 Euro/t).

Im Vergleich zum noch laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18, mit einem Durchschnittspreis von ebenfalls 4,60 USD/Buschel (142 Euro/t), würden die Preise im Wirtschaftsjahr 2018/19 auf dem bisherigen Preisniveau verharren.

Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2016/17, mit extrem niedrigen Weizenpreisen von nur 3,89 USD je Buschel (120 Euro), wäre das für 2018/19 erwartete Preisniveau jedoch 18 % höher.

Allerdings sind die derzeitigen Weizenpreise deutlich niedriger als die Prognosen. Am Terminmarkt in Chicago liegen die Preise für den vorderen Dezemberkontrakt nur bei 4,08 USD je Buschel (126 Euro). Für die Ernte 2018 werden am US-Terminmarkt derzeit 4,73 USD je Buschel (146 Euro) notiert.

Das sind  3 % höhere Preise als das USDA in seiner Prognose für das nächste Wirtschaftsjahr 2018/19 erwartet und immerhin 16 % höhere Preise als aktuell in Chicago notiert werden.

Offenbar rechnet sowohl das USDA als auch der Terminmarkt im nächsten Wirtschaftsjahr mit etwas höheren Weizenpreisen als jetzt, also mit einem moderaten Preisanstieg. Allerdings waren die Weizenpreise zur Mitte des Jahres 2017 mit zeitweise deutlich mehr als 5,00 USD je Buschel auch schon erheblich höher als jetzt.

Am europäischen Terminmarkt kostet der vordere Weizenkontrakt derzeit 159,50 Euro (Dezember) und die neue Ernte 2018 etwa 170 Euro und damit 10 Euro mehr.

 

Die Daten der aktuellen Anbauprognose des USDA für Weizen, Mais und Soja finden sie unter:

USA: Rekordanbau bei Soja, Absturz beim Weizen

https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/usa-rekordanbau-soja-absturz-beim-weizen-540708