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USDA-Report

USDA: Fallende Weizenpreise und rekordhohe EU-Maisimporte

Hartweizenernte in den USA
am Montag, 11.03.2019 - 13:45

Die letzten Wochen waren von einem kräftigen Preissturz am globalen Weizenmarkt geprägt. Das USDA erklärt warum.

Die Ursache ist der heftige Wettbewerb an den Exportmärkten. Anfang März waren die Weizenpreise an den französischen Exporthäfen deutlich niedriger als am Schwarzen Meer. Und dass, obwohl die Weizenpreise auch in Russland kräftig nachgaben.

Das USDA berichtet, dass die Europäer aufgrund ihres Preisvorteils im Februar erstmals seit langem wieder mehr Weizen exportiert haben als die Russen. Dabei sind die Weizenpreise in den USA im Februar noch stärker abgestürzt als in Europa.

Am US-Golf lagen die fob-Preise für den US-Weizen der Sorte Soft-Red-Winter nur noch bei 208 USD/t. Das sind 25 USD/t weniger als vor vier Wochen. Allerdings sind die US-Frachtkosten nach Nordafrika und in den Nahen Osten wesentlich höher als vom Schwarzen Meer oder aus der EU. Deshalb ist französischer Weizen bei den nordafrikanischen Importeuren eindeutig im Vorteil.

In Frankreich wird der Weizen derzeit für 218 USD/t verladen und damit 22 USD günstiger als noch im Februar. Am Schwarzen Meer lagen die fob-Angebotspreise zuletzt bei 232 USD/t. Das ist gegenüber Februar ein Rückgang von 16 USD/t.

Europäischer Export drückt US-Ausfuhren

Ähren und Preiskurve

Die globale Weizenernte hat das USDA für das laufende Wirtschaftsjahr 2018/19 von knapp 735 Mio. t auf 733 Mio. t nach unten gesetzt. Das ist eine leichter Rückgang von etwa 2 Mio. t. Eine Ursache hierfür ist die um gut 1 Mio. t nach unten korrigierte Weizenernte in Kasachstan. Gleichzeitig setzte das USDA die Weizenernten in Australien und Kanada jedoch leicht nach oben. Sowohl in Russland als auch in der Europäischen Union und in den USA blieben die Erntemengen hingegen auf dem Stand des Vormonats.

Wegen der gefallenen Exportpreise setzte das USDA die erwarteten Weizenexporte der Europäischen Union von zuvor 22 auf jetzt 23 Mio. t nach oben. Für die USA korrgierten man die Exportprognose hingegen von 29 auf 28 Mio. t nach unten. Unverändert bei sehr hohen 37 Mio. t ließen die US-Analysten die Ausfuhrerwartung für Russland.

Die globalen Endbestände setzte man allerdings um 3 Mio. t auf 271 Mio. t nach oben. Grund ist, dass der globale Verbrauch von Weizen um fast 5,0 Mio. t reduziert wurde. Dahinter steckt ein deutlicher Verbrauchsrückgang in Indien.

Europäer sind weltweit größer Maisimporteur

Die globale Maisernte hat das USDA um 2 Mio. t auf 1.101 Mio. t angehoben. Der Verbrauch von 1.133 Mio. t wird damit jedoch weiterhin deutlich verfehlt. Im Jahresvergleich schrumpfen die Bestände deshalb um 33 Mio. t auf 309 Mio. t.

Für die Europäische Union hatte das USDA die zurückliegende Maisernte unverändert auf 61 Mio. t geschätzt. Das ist überraschenderweise eine weitaus kleinere Prognose als zuletzt die EU-Kommisson mit einer Ernte von rund 69 Mio. t gemacht hat. Ursache für die große EU-Schätzung ist riesige Ernte in Rumänien.

Unverändert bei sehr guten 94,5 Mio. t blieb im März die Ernteerwartung für Brasilien. Mit 46 Mio. t ebenfalls nicht verändert hat das USDA die Maisernte für Argntinien. Dennoch wurden die argentinischen Exporte um 1,0 Mio. t auf 27,5 Mio. t angehoben und auch Brasiliens Ausfuhren hat das USDA um 1,0 Mio. t auf 29,5 Mio. t nach oben gesetzt.

Die riesige ukrainische Ernte blieb mit rekordhohen 35,5 Mio. t auf dem Stand vom Vormonat. Auch die Maisernte der USA ließ das USDA mit 366 Mio. t unverändert. Die US-Exporte wurden wegen der harten südamerikanischen Konkurrenz jedoch um 2,0 Mio. t auf 60 Mio. t gesenkt. Die ukrainischen Exporte wurden hingegen nochmals um 0,5 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 29 Mio. t angehoben.

Die Importe der EU korrgierte das USDA um 0,5 Mio. t auf ein neues Allzeithoch von 21,5 Mio. t nach oben. Damit wären die Europäer auch deutlich vor Mexiko und Japan der mit Abstand größte Maisimporteur.