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USDA-Ernteprogose 2019

USDA: Maisernte bricht ein, Weizen bleibt auf Rekordkurs

Getreideernte
am Dienstag, 11.06.2019 - 19:11

Wie weit drücken Flut und Dauerregen in den USA die dortigen Aussaatflächen und Ertragsschätzungen für Mais, Sojabohnen und Weizen?

Das war die große Frage des Abends. Offenbar waren die Märkte mit den Änderungen des USDA an den Daten einigermaßen zufrieden. In Chicago gingen die Preise für Mais deutlich und für Weizen moderat nach oben. Die Kurse für Sojabohnen gaben zunächst leicht nach. An der MATIF bewegten sich Mais und Weizen im grünen Bereich, während die Kurse für Raps ins Minus rutschten.

Bereits im Vorfeld des USDA-Reports war sich den meisten Analysten jedoch einig, dass der Juni-Report das wirkliche Ausmaß der Flutschäden im Mittelwesten nur sehr unvollständig abbilden kann. Bessere Daten erwartet man zum Aussaatreport am Ende des Monats und beim nächsten USDA-Report im Juli.

Deutliche kleinere Maisfläche in den USA, Soja und Mais stabil?

Gleichwohl hat das USDA auch im Juni deutliche Veränderungen vorgenommen. So wurde die Aussaatfläche beim Mais von 37,6 Mio. ha auf 36,4 Mio. ha nach unten korrigiert. Ein Minus von 4 Prozent bzw. 1,2 Mio. ha. Das USDA hatte in seinem Crop-Progress-Report vom Sonntag Abend gemeldet, dass bis Ende der vorigen Woche noch 13 Prozent bzw. 6,4 Mio. ha Mais unbestellt sind. Das wäre deutlich mehr. Die erwarteten Mais-Erträge setzte das USDA ebenfalls um 4 Prozent nach unten: Damit schrumpft die neue US-Maisernte gegenüber der vorigen Prognosen um fast 9 Prozent. 

Die Aussaatfläche bei Sojabohnen hat das USDA aktuell mit 34,4 Mio. ha jedoch unverändert gelassen. Das ist doch etwas überraschend, auch wenn im Juni noch gesät werden kann. Das USDA hatte in seinem aktuellen Crop-Progress-Report gemeldet, dass bis Ende der vorigen Woche noch 40 Prozent bzw. 13,8 Mio. ha Sojabohnen unbestellt waren. Das ist kaum noch zu schaffen. Die erwarteten Soja-Erträge hat das USDA ebenfalls unverändert gelassen: Damit bleibt auch die US-Sojaernte gegenüber der vorigen Prognosen unverändert.

Die Aussaatfläche bei Weizen hat das USDA aktuell mit 18,5 Mio. ha ebenfalls unverändert gelassen. Die erwarteten Weizen-Erträge setzte das USDA sogar marginal nach oben. Damit bleibt die US-Weizenernte gegenüber der vorigen Prognose mit etwa 52 Mio. t fast stabil.

Weizen: Rekordernte bestätigt und Bestände auf Allzeithoch

Getreide verladen

Die globale Weizenernte für das kommende Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA im Juni leicht um 3 Mio. t nach oben korrigiert. Die Produktion wird auf den Rekordwert von 781 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein sehr kräftiger Anstieg von 49 Mio. t.

Verantwortlich für die Aufwärtskorrektur gegenüber dem Vormonat sind höhere Schätzungen für Russland, die Ukraine und Indien. Für die Europäische Union. Kanada und Australien blieben die Prognosen zum Vormonat unverändert. Sie liegen jedoch ebenfalls deutlich über dem Vorjahr. Für China wird ebenfalls eine sehr gute Weizenernte erwartet.

Die globalen Weizenexporte sollen in de nächsten Saison um rund 9 Mio. t auf einen neuen Rekordstand zunehmen. Grund sind die kräftig steigenden Ausfuhrmengen aus Europa und aus Australien. Die erwarteten Exporte Russlands könnten (trotz der größeren Ernte) ebenfalls etwas zunehmen. Die globalen Endbestände setzte das USDA gegenüber Vorjahr um 17 Mio. t auf das Allzeithoch von 294 Mio. t nach oben. Das sind 13 Mio. t mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017/18.

Mais: Kleinere Ernte und schrumpfende Bestände

Mais verladen

Die globale Maisernte schätzt das USDA  gegenüber der vorigen Prognose um 35 Mio. t auf 1099 Mio. t nach unten. Im Vergleich zum vorigen Jahr wäre die Maisernte damit 21 Mio. t kleiner. Grund für den Produktionsrückgang ist vor allem die nach unten korrigierte Ernteprognose für die USA, die auf einer flutbedingten Flächenreduzierung und niedrigen Erträgen basiert.

In den beiden südamerikanischen Ländern sowie in der EU wird der Maisanbau hingegen ausgeweitet. Vor allem in Südamerika sind deshalb weitere Produktions-Korrekturen nach oben möglich. In der Ukraine blieb der Anbau auf sehr hohem Niveau stabil und die Ernte wird nur wenig kleiner als im vorigen Jahr erwartet. Ein erneutes Anbauplus verzeichnet Russland.

Noch ist nicht sicher, wie sich der anhaltende massive Regen im Mittelwesten auf die Aussaat- und Erntefläche bei Mais- und Sojaernte wirklich auswirkt. Hier sind weitere größere Korrekturen möglich. Für China geht die erwartete Produktion leicht zurück. Grund ist eine Anbaueinschränkung.

Die globalen Maisbestände hat das USDA gegenüber dem Vormonat um rund 25 Mio. t auf nur 290 Mio. t gesenkt. Gegenüber dem vorigen Jahr beträgt der Rückgang 35 Mio. t. Ein Grund ist der gegenüber dem Vorjahr stabile gebliebene globale Maisverbrauch. Gegenüber dem Vormonat hat das USDA den Verbrauch jedoch um 10 Mio. t reduziert.

Für China geht das USDA gegenüber dem Vorjahr von einem weiteren Verbrauchszuwachs von rund 4 Mio. t und einem sehr kräftigen Bestandsabbau von 18 Mio. t aus. In den USA schrumpfen die Bestände im Jahresvergleich ebenfalls sehr kräftig um fast 13 Mio. t. Und dass, trotz der massiven Probleme beim Export infolge des Handelskriegs mit China. Der europäische Import soll hingegen von 23,5 Mio. t auf 20 Mio. t schrumpfen.

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