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USDA-Report und Markdaten

USDA: Nichts für Bullen – nichts für Bären?

Maisernte USA
am Freitag, 08.11.2019 - 19:37 (Jetzt kommentieren)

Die Reaktion auf den USDA-Report: Steigende Preise bei Mais, schwächere Kurse bei Weizen und nachgebende Sojapreise. Was war los?

Gestützt wird der Markt weiterhin durch die extrem langsame Ernte in den USA – deren Tempo weit hinter dem normalen Niveau liegt. Die Maisernte war Anfang November erst zur Hälfte eingebracht – im Vergleich zu 75 Prozent im langjährigen Mittel. Sojabohnen waren zu 75 Prozent geerntet gegenüber 87 Prozent im Mittel.

Der Analyst Al Kluis sagt deshalb: „Die Daten zeigen uns, dass US-Farmer noch 7,7 Millionen Hektar Sojabohnen nicht abgeerntet haben. Beim Mais sind es sogar 15,9 Mio. Hektar, die noch auf die Ernte warten. Farmer und Analysten fragen sich nun, ob das überhaupt noch zu schaffen sein wird, denn im Norden des Mittelwestens herrscht mittlerweile Winter mit Eis und Schnee.

Allerdings hatten die wichtigsten US-Analysten im Vorfeld des Report Ertrag, Erntefläche und auch die Produktion bei Mais und Soja niedriger eingeschätzt als das USDA – obwohl die Behörde Mais und Weizen ebenfalls unten korrigiert hat – nur nicht ganz so kräftig wie die Analysten.

Seine Preisschätzungen für das laufende Wirtschafsjahr korrigierte das USDA bei Mais etwas nach oben und bei Weizen nach unten – die Preisprognose für Soja blieb unverändert.

Preise: Mais nach oben, Weizen schwächer, Minus bei Soja

Maisernte USA

Die Terminmärkte reagierten unmittelbar nach der Veröffentlichung der neuen Daten bei Mais mit einem Anstieg der Kurse. Weizen rutschte leicht ins Minus. Bei Sojabohnen gab es ein etwas größeres Minus.

Das waren die Preiseaktionen gegen 19:00 Uhr: Der vordere Mais reagierte mit einem Preisanstieg von 1,0 Prozent auf 380 Cent je Buschel. In Europa reagierten die Maispreise nicht auf die positiven Vorgaben und bewegten sich für den Januar um 0,50 Euro auf 163,25 Euro nach unten.

Die Weizenpreise konnten sich in den USA knapp behaupten. In Chicago rutschte der vordere Dezember-Weizen leicht nach unten und notierte bei 511 Cent je Buschel. In Europa folgten die Weizenpreise den relativ neutralen Vorgaben. Für den Dezember blieben die Kurse unverändert bei 178 Euro.

Etwas nach unten ging es mit den Kursen für die Sojabohne. Der vordere Januar-Kontrakt der Sojabohne gab um 0,5 Prozent auf 932 Cent je Buschel nach. In Europa folgten die Rapspreise den negativen Vorgaben aus Chicago diesmal nicht. Die Kurse stiegen für den Februar um knapp 2 Euro auf 389 Euro.

USA: Mais- und Weizenernte kleiner, Soja unverändert

Maislager USA

In seinem November-Report hat das USDA die erwartete Erntefläche bei Körnermais mit 33,1 Mio. ha unverändert gelassen. Damit blieb man über den Erwartungen der wichtigsten US-Analysten. Diese hatte die Erntefläche auf 32,9 Mio. ha geschätzt. Die Erträge wurden vom USDA hingegen unten korrigiert: Das USDA hat die erwarteten Mais-Erträge von 168,4 Buschel je Acres (10,57 t/ha) auf 167 Buschel (10,48 t/ha) angepasst.

Die Analysten waren im Vorfeld von 167,3 Buschel (10,50 t/ha) ausgegangen. Damit schrumpft die US-Maisernte um etwa 4 Mio. t auf 347 Mio. t. Die Bestände gehen trotz der nach unten korrigierten US-Exporte und des schrumpfenden Verbrauchs leicht zurück. Grund: Der Produktionsrückgang ist etwas stärker als der Verbrauchsrückgang. Die Maispreise erwartet das USDA im laufenden Wirtschaftsjahr jetzt bei 3,85 USD je Buschel und damit geringfügig höher als im Vormonat – als man noch von 3,80 USD ausging.

Beim Weizen hat das USDA die Erträge von 51,6 Buschel je Acres (3,47 t/ha) auf 51,7 Buschel je Acres leicht angehoben. Die Erntefläche wurde jedoch von 15,54 Mio. ha auf 15,06 Mio. ha um gut 480.000 ha nach unten angepasst. Damit ergibt sich auch eine kleinere US-Weizenernte von etwa 52,3 Mio. t - nachdem man im Vormonat noch 53,4 Mio. t erwartet hatte. Die Bestände sind ebenfalls kleiner, doch die US-Exporte bleiben mit 25,9 Mio. t unverändert. Die Weizenpreise erwartet das USDA im laufenden Wirtschaftsjahr jetzt bei 4,60 USD je Buschel und damit niedriger als im Vormonat – als man noch von 4,70 USD ausging.

Die Erntefläche bei Sojabohnen gibt das USDA jetzt mit 30,6 Mio. ha an. Damit haben die USDA-Experten die eigene Schätzung vom Oktober nicht verändert Die wichtigsten US-Analysten hatte die Erntefläche von Soja im Vorfeld des Reports geringfügig kleiner als das USDA geschätzt. Die Soja-Erträge wurden hingegen nicht verändert. Das USDA hat die Soja-Erträge von zuvor bei 46,9 Buschel (3,15 t/ha) belassen. Die US-Sojaproduktion würde damit wie schon im Vormonat bei 96,7 Mio. t liegen. Die Sojapreise erwartet das USDA im laufenden Wirtschaftsjahr bei 9,00 USD je Buschel und damit eben so hoch wie im Vormonat.

Weizen: Ernte am Schwarzen Meer noch größer

Getreidepreise

Die globale Weizenernte für das kommende Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA im November unverändert gelassen. Die Produktion wird auf etwa 766 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein sehr kräftiger Anstieg von 35 Mio. t. Veränderungen gab es nur wenige – und die haben sich kompensiert. Am kräftigsten setzte das USDA die Weizenernte für Russland nach oben. Auch für die Europäische Union und für die Ukraine korrigierte man die Erntemengen leicht nach oben.

Nach unten ging wegen der dortigen Dürre in Australien und auch Argentinien erntet wohl etwas weniger Weizen. Für China und Indien werden unverändert sehr große Weizenernten erwartet. Die globalen Weizenexporte sollen in der nächsten Saison um rund 9 Mio. t zunehmen. Grund sind die höheren Ausfuhrmengen aus Europa, der Ukraine, Kasachstan und Argentinien.

Stabile Exporte erwarte man für Kanada und die USA. Die Ausfuhren Russlands dürften (trotz der größeren Ernte) wegen der stärkeren Konkurrenz am Weltmarkt knapp unter dem Vorjahr liegen. Die globalen Endbestände setzte das USDA gegenüber Vorjahr um rund 10 Mio. t auf 288 Mio. t nach oben. Gegenüber dem Vormonat bliebend die Weizenbestände jedoch unverändert.

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