Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Getreidemarkt und Getreidepreise

USDA-Report: Corona-Virus hält alles offen

Getreide verladen
am Dienstag, 11.02.2020 - 19:24 (Jetzt kommentieren)

Mit diesem Bericht hat das USDA keine neuen Pflöcke eingeschlagen. Obwohl manche Analysten und Händler sich das erhofft hatten.

Zu unsicher sind der Ausgang und die Dauer der Corona-Epidemie und die langfristigen Folgen für die Agrarmärkte. Alles schient derzeit möglich: Die chinesische Nachfrage und die Agrarmärkte könnten kollabieren oder die Chinesen kaufen deutlich mehr Agrarprodukte weil die eigene Produktion einbricht.

Ein Rohstoffanalyst der Commerzbank sagte, dass die Folgen des Corona-Virus für das Gesamtjahr "praktisch unmöglich vorherzusagen seien“.

Die Terminmärkte reagierten jedenfalls verhalten bärisch und die Preise gaben vor allem bei Weizen und  auch Mais nach und auch bei Soja ging es leicht nach unten. Auch in Europa ging es vor allem mit den Weizenpreisen nach der Veröffentlichung der Daten etwas nach unten. Allerdings hatten sich die Kurse schon vor der V

China und Südamerika bestimmten die Richtung

Getreide-Terminal

Eindruck der Corona-Virus Epidemie in China und den möglichen Auswirkungen auf die Agrarmärkte. Die Frage die sich viele stellen lautet: Drosselt das Corona-Virus die Nachfrage Chinas oder treiben die Folgend er Seuche China zu mehr Käufen von Sojabohnen, Getreide und anderen Agrarprodukten an.

Der chinesische Präsident Xi Jinping hatte dem US-Präsidenten Donald Trump mitgeteilt, dass China trotz der Probleme und Verzögerungen durch das Corona-Virus die gemachten Vereinbarungen erfüllen werde. Das USDA hatte bereits in der vorigen Woche mitgeteilt, das es die (zusätzlichen) chinesischen Einkäufe noch nicht im Report berücksichtigt werde.

Vor der Veröffentlichung des Reports gab es jedoch bärische Daten aus Brasilien. Die staatliche brasilianische Agrarbehörde CONAB hat seine Prognose für die Maisernte 2019/20 auf 100,5 Millionen Tonnen angehoben, verglichen mit der Januar-Schätzung von 98,7 Millionen Tonnen.Die brasilianische Sojabohnenernte 2019/20 wurde auf 123,3 Millionen Tonnen nach oben korrigiert, verglichen mit der Januar-Schätzung von 122,2 Millionen Tonnen.

Das USDA liegt in beiden Prognosen allerdings noch über CONAB – bei 101 Mio. Tonnen für Mais und bei 125 Mio. Tonnen für Sojabohnen. 

Preise: Weizen schwächer, Mais und Soja leicht im Minus

Weizen verladen

Die Terminmärkte reagierten nach der Veröffentlichung der neuen Daten vor allem bei Weizen und Mais mit einem Minus. Etwas später geriet de Weizen jedoch noch etwas stärker unter Druck. Bei Soja rutschten die Kurse ebenfalls leicht in den roten Bereich.

Das waren die Preis-Reaktionen gegen 19:00 Uhr: Der vordere Mais gab um 3 Cent auf 378 Cent je Buschel nach. In Europa konnten sich die Maispreise knapp behaupten und rutschten  für den März um 0,25 Euro auf 167 Euro ab. Die Weizenpreise gingen in den USA am deutlichsten nach unten. In Chicago gab der vordere März-Weizen um 9 Cent nach und notierte bei 543 Cent je Buschel.

In Europa folgen die Weizenpreise den negativen Vorgaben. Für den März ging es um 2,0 Euro auf 192,75 Euro nach unten. Ebenfalls nach unten ging es mit den Kursen für die Sojabohne. Der vordere März-Kontrakt der Sojabohne notierte 2 Cent im Minus bei 882 Cent je Buschel. In Europa folgen die Rapspreise den etwas schwächeren Vorgaben aus Chicago. Die Kurse gaben für den Mai um 0,50 Euro auf 390,25 Euro nach.

Weizen: Europäer exportieren immer mehr

Weizen verladen

Die globale Weizenernte für das laufende Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA im Februar kaum verändert. Die Produktion wird weiterhin auf knapp 764 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein sehr kräftiger Anstieg von 33 Mio. t. Die vorgenommen Veränderungen waren sehr gering. So ließ das USDA die Weizenernte für Russland  bei 73,5 Mio. Tonnen unverändert. Für die Ukraine blieb die Prognose stabil bei 29 Mio. Tonnen. Auch für Europäische Union blieb die Erntemenge stabil bei 154 Mio. Tonnen (einschließlich Hartweizen).

Auch in China ließ das USDA die Ernte unverändert auf dem neuen Rekordwert von 134 Mio. Tonnen. Ebenfalls stabil bei katastrophalen knapp 16 Mio. Tonnen blieb die Weizenernte in Australien. Aus Indien wurde unverändert eine sehr große Weizenernte gemeldet. Die globalen Weizenexporte sollen in der aktuellen Saison noch stärker wachsen als bisher erwartet. Grund sind die weiter nach oben korrigierten Ausfuhrmengen aus Europa mit 32 Mio. Tonnen und den USA mit 27 Mio. Tonnen. Etwas nach unten korrigiert hat das USDA die Exporte  für Kanada.

Die Ausfuhren Russlands liegen mit unverändert 34 Mio. Tonnen knapp 2 Mio.  Tonnen unter den Rekordwerten aus dem Vorjahr liegen. Die globalen Endbestände ließ das USDA unverändert bei 288 Mio. t. Gegenüber dem Vorjahr sind die Weizenbestände damit  um 10 Mio. t gewachsen.

Mais: Sehr viel Mais in Südamerika und Schwarzen Meer

Mais verladen

Die globale Maisernte hat das USDA gegenüber der vorigen Prognose um 1 Mio. t auf  1.112 Mio. t angehoben. Im Vergleich zum vorigen Jahr wäre die Maisernte damit 11 Mio. t kleiner. Grund für den Produktionsrückgang ist die im Vorjahresvergleich deutlich kleinere Ernte in den USA.

In den beiden südamerikanischen Ländern sowie in der EU ist Maisernte hingegen gewachsen. Vor allem in Südamerika sind die Ernten sehr groß. In Brasilien geht das USDA jetzt von 101 Mio. Tonnen aus – so viel wie der Rekord im Vorjahr. Und für Argentinien rechnet man mit sehr guten 50 Mio. Tonnen.

In der Ukraine ist die Ernte mit 36 Mio. Tonnen ähnlich so groß wie die Rekordernte aus dem vorigen Jahr. Eine neue Rekordernte meldet man auch aus Russland. In China ist die Maisernte mit 261 Mio. Tonnen – trotz einer Anbaueinschränkung - erheblich größer als im Vorjahr. Die riesigen chinesischen Bestände nehmen wegen des wachsenden Verbrauchs um 11 Mio. Tonnen auf 199 Mio. Tonnen ab. Grund sind die höheren Erträge.

Die globalen Maisbestände hat das USDA gegenüber dem Vormonat um 1 Mio. t auf 297 Mio. t gesenkt. Grund ist der höhere Verbrauch. Gegenüber dem vorigen Jahr beträgt der Rückgang allerdings 26 Mio. t. Der europäische Import soll im Jahresvergleich von 25 Mio. t auf 21 Mio. t schrumpfen.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...