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Weizenmarkt

USDA-Report drückt die Weizenpreise

Ähren und Preiskurve
am Donnerstag, 08.11.2018 - 20:00 (Jetzt kommentieren)

Mit nachgebenden Weizenpreisen reagierten die Terminmärkte in Chicago und Europa am Donnerstag Abend auf die Daten aus dem neuem USDA-Report.

Etwas später korrigierten die Kurse in Chicago jedoch wieder nach unten. Ursache für den Preisrückgang war der Anstieg der globalen Weizenbestände.  Allerdings resultiert dieser ausschließlich aus der sehr kräftigen Aufwärtskorrektur der chinesischen Ernte.

Andererseits hat das USDA die australische Ernte wegen der dortigen Dürre noch weiter reduziert. Für Europa blieben die Produktionsmengen hingegen ebenso unverändert wie für Kanada,  Russland und die Ukraine.

Insgesamt münden die neuen USDA-Daten in einer etwas größeren globalen Weizenernte und zu vor allem größeren globalen (chinesischen) Endbeständen.

Am US-Terminmarkt in Chicago sind die Weizenpreise kurz nach der Veröffentlichung der Daten zurückgegangen. Am europäischen Terminmarkt notierten die vorderen Weizenpreise 1,25 Euro niedriger bei 200 Euro/t.

Globale Erntemenge etwas größer

Weizenproduktion

Insgesamt dürfte die November-Schätzung des USDA zur globalen Weizenernte eher neutral auf die Märkte wirken. Außer einer weiteren Abwärtskorrektur in Australien ändert sich bei den großen Exporteuren diesmal wenig.

Auf  knapp 734 Mio. t schätzen die US-Analysten in ihrer November-Prognose die globale Weizenernte und damit 3 Mio. t größer als im Vormonat. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem vorigen Jahr wäre dies ein Rückgang der Produktion um 29 Mio. t.

Die bislang zweitgrößte Ernte aus dem Jahr 2016 würde um 22 Mio. t verfehlt.

Verbrauch noch immer auf Rekordstand

Bestände

Den globalen Weizenverbrauch lässt das USDA trotz der etwas größeren Produktion unverändert. Gegenüber dem Vorjahr ist die Verbrauchsmenge etwa 1 Mio. t größer und befindet sich damit weiterhin auf einem neuen Allzeithoch. In der Folge werden die rekordhohen Weizenbestände des Vorjahres um etwa 12 Mio. t auf 267 Mio. t abgebaut.

Dennoch sind dies die bislang zweithöchsten globalen Weizenbestände. Im vorigen Monat hatte man die Endbestände jedoch nur auf 260 Mio. t geschätzt. Grund für den Anstieg ist die sehr große chinesische Ernte und der daraus resultierende weitere chinesische Bestandszuwachs.

Breits zuvor war die globale Bestandsentwicklung jedoch durch zwei gegensätzliche Trends gekennzeichnet. Zum einen wachsen die Bestände in China auf immer neue Höchststände. Auf der anderen Seite schrumpfen die Endbestände bei den großen Exporteuren Russland, USA, der Europäischen Union und Australien kräftig.

Russlands Ernte nicht mehr verändert

Russland

Die russische Weizenernte hat das USDA nicht mehr verändert. Das USDA geht im November von einer Gesamternte von 70 Mio. t aus. Das ist eben so viel wie im Vormonat erwartet wurde. Die Rekordernte des vorigen Jahres würde damit um 15 Mio. t bzw. 16,5 % verfehlt.

Die russische Weizenfläche ist mit derzeit geschätzten 26,0 Mio. ha immerhin 1,3 Mio. ha kleiner als im vorigen Jahr. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Erntefläche jedoch unverändert .

Die russischen Exporte wurden vom USDA auf 35 Mio. t veranschlagt und damit eben so hoch wie im Vormonat. Die Rekordmarke des zurückliegenden Wirtschaftsjahres von 41 Mio. t würde um 6 Mio. t verfehlt.

Damit bleiben die Russen auch im aktuellen Wirtschaftsjahr (deutlich vor den USA) der größte globale Weizenexporteur. Die russischen Weizenbestände schrumpfen kräftig von 11 Mio. t auf knapp 6 Mio. t.

Europäische Exporte bleiben unten

Globale Exporte

Für Europäische Union hat das USDA die neue Weizenernte (Hart- und Weichweizen) im November auf rund 137,6 Mio. t geschätzt und damit eben so groß wie bei der vorigen Prognose. Die europäische Weizenernte aus dem vorigen Jahr von 151,7 Mio. t wird  um 14,1 Mio. t verfehlt.

Die Europäische Kommission hatte die europäische Gesamtweizenernte zuletzt auf 136,2 Mio. t geschätzt und damit noch etwas kleiner als das USDA. Die europäischen Exporte erwartet das USDA im neuen Wirtschaftsjahr eben so groß wie im Vormonat bei 23 Mio. t. Das wäre eben so viel wie in der zurückliegenden Saison mit 23,3 Mio. t.

Die Kommission hat die Weizenexporte für zurückliegende Saison mit 22,4 Mio. t angegeben. Für das neue Wirtschaftsjahr rechnen die Europäer nur mit 21,2 Mio. t. Das wären 2 Mio. t weniger als das USDA erwartet. Die europäischen Bestände schrumpfen nach Einschätzung des USDA von 14 Mio. t auf gut 10 Mio. t

Australiens Produktion schrumpft weiter

Australien

Für Australien wird die Produktion wegen der anhaltenden Dürre nur noch auf 17,5 Mio. t geschätzt. Damit wurde die vorige Prognose um weitere 1,0 Mio. t reduziert. Im Vergleich zum Vorjahr wäre die kommenden Weizenernte 3,8 Mio. t kleiner. Die Rekordernte aus dem Jahr 2016/17 von 31,8 Mio. t würde sogar um 14,4 Mio. t bzw. 45 Prozent verfehlt. Die möglichen australischen Exporte schrumpfen nach Einschätzung des USDA von 15,5 Mio. t im vorigen Jahr auf nur noch 11,5 Mio. t.

Die endgültige US-Weizenernte wurde vom USDA mit 51,3 Mio. t angeben und damit eben so groß wie im Vormonat und knapp 4,0 Mio. t größer als im vorigen  Jahr. Die US-Exporte erwartet das USDA bei 29  Mio. t. Das wären nicht nur 6,0 Mio. t mehr als im vorigen Jahr sondern auch 6 Mio. t mehr als die Europäer exportieren.

Für China hat das USDA die Weizenernte auf 132,5 Mio. t nach oben gesetzt. Im vorigen Monat hatte man nur mit 128 Mio. t gerechnet. Der chinesische Verbrauch wird mit 123 Mio. t angegeben, so dass die Endbestände um 8 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 144 Mio. t anwachsen. Damit liegen in China mehr als die Hälfte der globalen Weizenbestände (!!).

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