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USDA-Report: Nicht Fisch und nicht Fleisch

Getreideernte
am
12.09.2019
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Die Richtung stimmt - aber nicht die Höhe. Dennoch: Dies war vielleicht der erste Schritt zu einer größeren Korrektur- glauben Analysten.

Das USDA hat die hohen Erwartungen der Analysten an die notwenigen Korrekturen wieder einmal nicht erfüllt. Aber sowohl beim Mais als auch bei Sojabohnen ging es mit den Erträgen und der Erntemenge nach unten. Jedoch lange nicht so kräftig wie von Analysten und Farmern erwartet. Beim Weizen gab es für die US-Ernte (noch) keine Veränderungen – obwohl die noch laufende Sommerweizen-Ernte ziemlich groß ausfallen dürfte.

Die Folgen am Terminmarkt: Gewinne beim Mais und beim Weizen und kräftig steigende Preise bei Sojabohnen. Die wichtigsten Ergebnisse: Das USDA ließ die bestellte Maisfläche unverändert und korrigierte die erwarteten Maiserträge leicht nach unten. Dabei fiel die Korrektur weniger kräftig aus als von den Analysten eingeschätzt wurde. Damit wird die neue US-Maisernte etwas kleiner als das USDA im August geschätzt hatte. Die für das nächste Wirtschaftsjahr erwarteten US-Endbestände korrigierte das USDA jedoch trotzdem nach oben.Grund ist ein geringerer Mais-Verbrauch für die Ethanolherstellung. Die im Jahresmittel erwarteten Maispreise ließ das USDA unverändert niedrig bei 360 Cent je Buschel.

Bei Sojabohnen geschah im Prinzip das Gleiche: Das USDA ließ die Anbaufläche unverändert. Die erwarteten Erträge setzte man jedoch leicht nach unten, so dass die Sojaernte etwas schrumpft. Die für das Wirtschaftsjahr erwarteten Endbestände korrigierte das USDA jedoch kräftig nach unten. Die im Jahresmittel erwarteten Sojapreise korrigierte das USDA indessen auf 850 Cent je Buschel um 10 Cent nach oben.

Die Weizenerträge und damit auch die Weizenernte ließ das USDA diesmal unverändert. Die Weizenbestände blieben ebenfalls unverändert. Die im Jahresmittel erwarteten Weizenpreise setzte das USDA jedoch relativ deutlich von 500 Cent auf 480 Cent je Buschel nach unten.

Preise: Rallye bei Soja, Plus bei Getreide

Getreide verladen

Die Terminmärkte reagierten nach der Veröffentlichung der neuen Daten bei Mais und Weizen verhalten positiv. Bei Sojabohnen gab es hingegen einen sehr kräftigen Sprung nach oben.

Das waren die Preisreaktionen gegen 19:00 Uhr: Der vordere Mais reagierte mit einem Preisanstieg von gut 1 Prozent auf 365 Cent je Buschel. In Europa reagierten die Maispreise zunächst nicht auf die positiven Vorgaben und bewegten sich für den Novembertermin seitwärts bei 162 Euro.

Auch die Weizenpreise zogen mit den Maispreisen leicht an. In Chicago legte der vordere Dezember-Weizen um knapp 1 Prozent zu und notierte bei 481 Cent je Buschel. In Europa folgen die Weizenpreise den positiven Vorgaben ebenfalls nicht besonders enthusiastisch. Für den Dezember-Termin ging es an der MATIF lediglich um 0,50 Cent auf knapp 170 Euro nach oben.

Deutlich kräftiger stiegen - wegen der starken Bestandreduzierung - die Kurse für die Sojabohne. Der vordere November-Kontrakt schoss um 2,5 Prozent auf 889 Cent je Buschel nach oben. In Europa folgen die Rapspreise den positiven Vorgaben aus Chicago. Die Raps-Kurse stiegen für den November um gut 1 Euro auf 383 Euro nach oben.

USA: Mais- und Sojaernte wird kleiner

Mais

In seinem September-Report geht das USDA unverändert von einer Aussaatfläche von 36,4 Mio. ha aus. Damit haben die USDA-Experten die eigene Schätzung vom August nicht verändert. Die wichtigsten US-Analysten hatte die Maisfläche im Vorfeld des Reports nicht geschätzt.

Die Erträge wurden hingegen nach unten korrigiert. Das USDA hat die Mais-Erträge von zuvor 169,5 Buschel je Acres (10,64 t/ha) auf jetzt 168,2 Buschel (10,55 t/ha) nach unten gesetzt. Die Analysten waren im Vorfeld lediglich von 166,7 Buschel (10,46 t/ha) ausgegangen. Damit verfehlt die neue US-Maisernte mit 350,6 Mio. t den Vormonatswert leicht. Die Bestände gehen wegen des schrumpfenden Ethanoleinsatzes jedoch nach oben.

Beim Weizen hat das USDA die erwarteten Erträge für den US-Weizen zunächst einmal bei 51,6 Buschel je Acres (3,47 t/ha) belassen Damit ergibt sich – wie im Vormonat - eine US-Weizenernte von etwa 53,9 Mio. t. Die Bestände bleiben unverändert, ebenso wie US-Exporte mit etwa 26,5 Mio. t. 

Die Aussaatfläche bei Sojabohnen gibt das USDA mit 31,1 Mio. ha an. Damit haben die USDA-Experten die eigene Schätzung vom August nicht nicht verändert. Die wichtigsten US-Analysten hatte die Sojafläche im Vorfeld des Reports nicht geschätzt. Die Erträge wurden hingegen nach unten gesetzt. Das USDA hat die Soja-Erträge von 48,5 Buschel je Acres (3,26 t/ha) auf etwa 47,9 Buschel  (3,21 t/ha) gesenkt. Die US-Sojaproduktion würde damit von zuvor 100,2 Mio. t auf 98,9 Mio. t schrumpfen.

Weizen Global: Ernte kleiner, Bestände größer

weizenernte

Die globale Weizenernte für das Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA im September um knapp 3 Mio. t gesenkt. Die Produktion wurde auf etwa 766 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr noch immer ein sehr kräftiger Anstieg von 35 Mio. t. Verantwortlich für die Abwärtskorrektur gegenüber dem Vormonat sind die niedrigen Schätzungen für Australien sowie für Russland und die Ukraine.

Für Europäische Union (Frankreich) setzte man die Prognosen zum Vormonat nach oben. Für China und Indien werden unverändert sehr große Weizenernten erwartet. Die globalen Weizenexporte sollen in der nächsten Saison um rund 10 Mio. t auf einen neuen Rekordstand zunehmen. Grund sind die höheren Ausfuhrmengen aus Europa, der Ukraine, den USA, Argentinien und auch aus Australien.

Die erwarteten Ausfuhren Russlands könnten (trotz einer etwas größeren Ernte) wegen der stärkeren Konkurrenz am Weltmarkt leicht schrumpfen. Die globalen Endbestände setzte das USDA gegenüber Vorjahr um rund 10 Mio. t auf 285 Mio. t nach oben. Auch gegenüber dem Vormonat wurden die Weizenbestände – wegen eines kleineren Futterverbrauchs - nach oben gesetzt.

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