Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Prognose

USDA-Report: Gerstenernte deckt Bedarf nicht

am Freitag, 11.05.2018 - 16:51 (Jetzt kommentieren)

Die globale Gerstenernte deckt im neuen Wirtschaftsjahr nicht den Bedarf, obwohl die Produktion kräftig zunimmt.

Gerstenpreise

Deshalb schrumpfen die globalen Bestände das dritte Jahr in Folge auf ein neues Rekordtief. Der Welthandel nimmt indessen weiter zu. Davon geht das USDA in seinem aktuellen Mai-Report aus.

Europäer und Australier können ihre Exporte ausbauen, während die Ausfuhren vom Schwarzen Meer zurückgehen.

Die Gerstenpreise waren an den Exportmärkten zuletzt auf den höchsten Stand seit gut drei Jahren geklettert. Davon profitierten sowohl die Europäer als die Schwarzmeerländer.

Produktion deckt Bedarf nicht

Gerste Produktion

Auf 147,5 Mio. t schätzt das USDA die neue globale Gerstenernte 2018/19 in seinem ersten Marktausblick. Damit wäre die neuen Ernte fast 5 Mio. t größer.

Im Vergleich zum vorigen Jahr setzten die USDA-Analysten die Ernten in der Europäischen Union, in Australien und der Türkei nach oben. Gleichzeitig geht die Produktion in Russland und der Ukraine zurück.

Der mit etwa 148,5 Mio. t um 1,3 Mio. t gestiegene Verbrauch, kann mit der erwarteten Produktion nicht gedeckt werden. Daher schrumpft der globale Gerstenbestand im neuen Wirtschaftsjahr nochmals um 1,0 Mio. t auf nur noch 17,3 Mio. t.

Das wäre ein neues Rekordtief bei den globalen Beständen und erklärt auch die seit Jahresbeginn kräftig gestiegenen Gerstenpreise an den Exportmärkten

Europäer ernten mehr Gerste

Gerstenbestände

Eine Ursache für den globalen Produktionsanstieg ist die größer erwartete Ernte in der Europäischen Union. Hier ergibt sich der erwartete Zuwachs vor allem von dem deutlich ausgeweiteten Anbau von Sommer-Gerste.

Das USDA schätzt die Produktion auf 61,5 Mio. t und damit 1,5 Mio. t größer als im zurückliegenden Jahr. Allerdings übersteigt die europäische Produktionsmenge den Verbrauch von 54,7 Mio. t deutlich und ermöglicht umfangreiche Exporte.

Die Kommission hatte die europäische Gerstenernte zuletzt auf 61,3 Mio. t geschätzt und damit ähnlich groß wie das USDA.

Das USDA veranschlagt die europäische Anbaufläche für Gerste (Sommer- und Wintergerste) auf 12,20 Mio. ha und damit geringfügig größer als im vorigen Jahr mit 12,15 Mio. ha. Die Gersten-Erträge werden bei 5,04 t/ha erwartet und damit deutlich höher als im vorigen Jahr mit nur 4,86 t/ha.

Die Kommission schätzt die Anbaufläche derzeit auf 12,1 Mio. ha und die Erträge auf 5,10 t/ha.

Russland und Ukraine ernten weniger

Für Russland hat das USDA die Ernteprognose im Vergleich zum vorigen Jahr nach unten gesetzt. Die derzeit erwartete Produktion liegt bei 18,5 Mio. t und ist damit 1,6 Mio. t kleiner als die riesige Ernte aus dem Vorjahr.

Die russische Erntefläche veranschlagt das USDA jedoch auf 8,1 Mio. ha und damit 0,25 Mio. ha größer als im vorigen Jahr mit 7,85 Mio. ha. Die Gersten-Erträge werden jedoch nur bei 2,28 t/ha erwartete und damit deutlich niedriger als im vorigen Jahre mit 2,57 t/ha.

Für die Ukraine liegt die Ernteschätzung derzeit bei 7,50 Mio. t und damit ebenfalls niedriger als im Jahr zuvor mit 8,7 Mio. t. Ursache ist eine kräftige Reduzierung der Anbaufläche auf 2,40 Mio. ha von  zuvor 2,65 Mio. ha.

Australien erntet mehr, Kanada stabil

Für Australien liegt die derzeitige Ernteerwartung bei 9,8 Mio. t und damit 1,8 Mio. t über der vorigen Ernte von 8,0 Mio. t. Die australische Erntefläche für Gerste wird auf 4,50 Mio. ha geschätzt und damit 0,6 Mio. ha größer als im vorigen Jahr.

Mit rund 8,0 Mio. t wird die neue kanadische Gersten-Ernte ähnlich groß erwartet wie im Jahr zuvor. Die kanadische Erntefläche für Gerste schätzt das USDA auf 2,15 Mio. ha und damit fast unverändert.

In der Türkei erwartet man eine Gersten-Produktion von 7,40 Mio. t, nach einer witterungsbedingt relativ schwachen Ernte von 6,40 Mio. t im Jahr zuvor. Die Anbaufläche wird mit 3,60 Mio. ha angegeben und damit etwas größer als im Jahr zuvor mit 3,4 Mio. ha.

EU und Australien sind die Top-Exporteure

Gerste Exporte

Der beiden größten Exporteure sind im neuen Wirtschaftsjahr die Europäische Union und Australien.

Für die Europäer wird eine Ausfuhrmenge von rund 7,0 Mio. t erwartet. Diese Exportmenge wäre rund 0,8 Mio. t größer als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr.

Ebenfalls auf Exporte von 7,0 Mio. t könnte Australien kommen. Damit übertreffen die Australier die Ausfuhrmenge des letzten Wirtschaftsjahres um 1,2 Mio. t.

Demgegenüber bleiben die russischen Exporte trotz der kleineren Ernte mit 5,5 Mio. t etwa stabil. Für die Ukraine nimmt erwartete Ausfuhrmenge wegen der kleineren Ernte um 0,9 Mio. t auf 4,0 Mio. t ab.

Kanadas Exportmenge wird bei 1,5 Mio. t erwartet und damit 0,5 Mio. t kleiner. Für Argentinien geht das USDA von stabilen Ausfuhren von 2,5 Mio. t aus.

China überholt Saudi-Arabien erneut als Importeur

Hauptimporteur von Gerste wird im neuen Wirtschaftsjahr wohl China vor Saudi-Arabien. Im noch laufenden Wirtschaftsjahr erreichen die Importe Chinas eine Größenordnung von etwa 8,2 Mio. t.

Im neuen Wirtschaftsjahr geht das USDA derzeit von chinesischen Einfuhren von 9,5 Mio. t aus und damit von 1,3 Mio. t mehr.

Saudi-Arabiens Importe lagen in der aktuellen Saison bei 8,0 Mio. t und werden auch 2018/19 ebenfalls bei 8,0 Mio. t erwartet.

Im neuen Wirtschafjahr 2018/19 gehen 32 % der globalen Handelsmenge nach China und 27 % nach Saudi-Arabien.

Größere Mengen an Brau- und Futtergerste importieren im außerdem auch Japan  mit 1,1 Mio. t und der Iran  mit 2,9 Mio. t sowie eine Reihe von Ländern aus dem Nahen Osten und aus Nordafrika.

Insgesamt nimmt die globale Handelsmenge von 28,3 Mio. t auf 29,4 Mio. t zu.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...