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Anbauprognose 2019

USDA-Report: Getreidemarkt unter Schock – Preise fallen

Maispreise
am
28.06.2019
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Was für ein Schock für die Märkte. Das USDA setzte die erwartete Maisfläche nicht wie von den Analysten prognostiziert kräftig nach unten - sondern korrigierte die Anbaufläche deutlich über den Vorjahreswert hinaus nach oben.

Offensichtlich geht das USDA auf der Grundlage der bis Anfang Juni gesammelten Daten davon aus, dass viele Farmer den Mais witterungsbedingt zwar extrem spät - aber am Ende trotzdem gepflanzt haben.

Der vordere Maiskontrakt in Chicago reagierte auf diese Informationen mit einem Preisrutsch von knapp 6 Prozent (!!) auf 415 Cent je Buschel. Die neue Ernte fiel ebenfalls um 6 Prozent auf 425 Cent. Auch in Europa folgten die Maispreise den negativen Vorgaben und rutschen für den Augusttermin um 1 Euro auf 177,50 Euro nach unten und für die neue Ernte um 1,50 Euro auf 177 Euro.

In seinem Acreage-Report geht das USDA  - ungeachtet der massiven Aussaatprobleme der Farmer - derzeit von einer Aussaatfläche von 37,1 Mio. ha aus. Damit haben die USDA-Experten die eigene Schätzung vom Juni - von 36,4 Mio. ha - wieder um 0,7 Mio. ha nach oben korrigiert.

Die wichtigsten US-Analysten hatte die Maisfläche im Vorfeld des Reports nur noch auf 35,1 Mio. ha geschätzt und damit 2,0 Mio. ha kleiner als das USDA jetzt unterstellt. Das hat natürlich erhebliche Auswirkungen auf die Produktion, auch wenn die Erträge des spät gepflanzten Mais deutlich niedriger ausfallen dürften.

Im vorigen Jahr lag die Aussaatfläche bei 36,0 Mio. ha und in der ersten USDA-Schätzung vom März diesen Jahres war man von sogar noch von 37,6 Mio. ha ausgegangen.

Weizenpreise stürzen ebenfalls ab

Weizenpreise

Auch die Weizenpreise stürzten im Sog der fallenden Maispreisen nach unten. Dabei hatte das USDA die Gesamtanbaufläche von Weizen sogar leicht reduziert und blieb damit noch unter den Analystenschätzungen. Dennoch folgt der Weizen dem Mais als dem wichtigsten Futtergetreide abwärts.

Nach der Veröffentlichung der Daten verlor der vordere Juli-Weizen in Chicago zunächst 3,5 Prozent und fiel auf 528 Cent je Buschel. Die neue Ernte rutschte um 4 Prozent auf 522 Cent je Buschel nach unten. Auch in Europa folgten die Weizenpreise den negativen Vorgaben und fiellen für den September um 2 Euro auf 180 Euro und für den Dezember um 2,0 Euro auf 185 Euro.

In seinem Anbau-Report geht das USDA jetzt von einer Aussaatfläche von Weizen von etwa 18,46 Mio. ha aus. Damit haben die USDA-Experten die eigene Schätzung vom Juni -  von 18,54 Mio. ha – ganz leicht nach unten korrigiert.

Die wichtigsten US-Analysten hatte die Weizenfläche im Vorfeld des Reports auf glatt 18,5 Mio. ha geschätzt und damit geringfügig größer als das USDA jetzt unterstellt. Im vorigen Jahr lag die Aussaatfläche immerhin bei 19,3 Mio. ha und in der ersten USDA-Schätzung vom März diesen Jahres war das USDA von 18,54 Mio. ha ausgegangen.

Sojafläche bleibt deutlich kleiner

Sojapreise

Die einzige bullische Überraschung für die Märkte war die Sojabohne. Hier blieb das USDA mit seiner Schätzung unter den Marktprognosen der Analysten und auch deutlich unter seiner eigendn Schätzung vom Juni. Das führte zu steigenden Sojapreisen.

Offensichtlich erwartet das USDA auf der Basis der bis Anfang Juni vorliegenden Daten, dass die Farmer den riesigen Rückstand bei der Soja-Aussaat nicht mehr aufholen können – auch wenn sie bis Anfang Juli pflanzen sollten.

Der vordere Juli-Kontrakt der Sojabohne reagierte mit einem Preisanstieg von 1,5 Prozent auf 900 Cent je Buschel. Die neue Ernte stieg ebenfalls um 1,5 Prozent auf 923 Cent. In Europa folgten die Rapspreise den positiven Vorgaben aus Chicago aber nicht und rutschen für den August um 1 Euro auf 364 Euro nach unten.

In seinem Acreage-Report geht das USDA  - wegen des massiven Aussaatrückstands der Farmer - nur noch von einer Aussaatfläche von 32,4 Mio. ha aus. Damit haben die USDA-Analysten die eigene Schätzung vom Juni - von 34,3 Mio. ha - deutlich um 1,9 Mio. ha nach unten korrigiert.

Die wichtigsten US-Analysten hatte die Sojafläche im Vorfeld des Reports auf 34,1 Mio. ha geschätzt und damit 1,7 Mio. ha größer als das USDA jetzt unterstellt. Die deutlich kleinere Anbauprognose des USDA hat natürlich spürbare Auswirkungen auf die Produktion, zumal auch die Erträge des spät gepflanzten Sojas niedriger ausfallen dürften.

Im vorigen Jahr lag die Aussaatfläche bei 36,1 Mio. ha und in der ersten USDA-Schätzung vom März diesen Jahres war man lediglich von von 34,3 Mio. ha ausgegangen.

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