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Getreidemarkt und USDA-Report

USDA-Report: Getreidepreise gehen durch die Decke

weizenexport.
am Dienstag, 10.11.2020 - 20:04 (1 Kommentar)

Mit einer weiteren heftigen Rallye reagierten die internationalen Getreidepreise auf den USDA-Report vom November.

Vor allem für Sojabohnen – aber auch für Mais und Weizen legten die Preise am Terminmarkt in Chicago kräftig zu. Kurz nach der Veröffentlichung des USDA Reports gegen 18:30 Uhr (MEZ) notierte der vordere Sojakontrakt in Chicago 27 Cent im Plus bei 1137 Cent je Buschel. Am Ende des Handelstages betrug der Aufschlag 35 Cent auf 1146 Cent je Buschel.

Die Maispreise machten bis Handelsschluss einen Sprung von 15 Cent auf 423 Cent je Buschel nach oben und der Chicago-Weizen verteuerte sich um 11 Cent auf 608 Cent je Buschel.

Dieser starken Rallye konnten sich auch die europäischen Getreidepreise nicht entziehen und machten ebenfalls einen kräftigen Sprung nach oben. An der MATIF in Paris verteuerte sich der vordere Weizenkontrakt um knapp 3,0 Euro auf  212 Euro je Tonne. Bei Mais betrug der Preisaufschlag 2,50 Euro auf 192 Euro je Tonne und die Rapspreise sprangen mit einem Plus von 8,25 Euro auf knapp 410 Euro je Tonne.

Der US-Analyst Al Kluis hatte im Vorfeld des heutigen USDA-November-Report gesagt: „Um die Rallye auf den Getreidemärkten aufrechtzuerhalten, brauchen wir heute einen optimistischen Bericht – und eine optimistische Reaktion der Märkte.“ Das ist nun ganz offensichtlich geschehen.

Russland dominiert den Weizenmarkt – China kauft weiter

globale weizenproduktion.

In seinem Novemberreport hat das USDA die globale Weizenernte für 2020/21 leicht nach unten korrigiert, und den Verbrauch und Exporte angehoben. Aus diesem Grund wurden auch die globalen Lagerbestände nach unten korrigiert. Die Produktion wurde um knapp 1,0 Millionen Tonnen auf 772 Millionen gesenkt.

Der größte Teil des Produktionsrückgangs in diesem Monat ist in Argentinien zu verzeichnen, wo die Produktion um 1,0 Millionen Tonnen auf 18,0 Millionen Tonnen gesenkt wird. Die anhaltenden Auswirkungen der Dürre und der lokalen Frostschäden haben dazu geführt, dass Argentiniens prognostizierter Ertrag der niedrigste seit acht Jahren ist.

Der Weltverbrauch steigt um 1,7 Millionen Tonnen auf 752,7 Millionen Tonnen, hauptsächlich aufgrund höherer Futtermittelverwendungen in China und in der EU. Der für 2020/21 prognostizierte Welthandel wird aufgrund höherer Exporte für Russland und der EU um 0,9 Mio. t auf 190,8 Mio. t erhöht, was die niedrigeren argentinische Exporte mehr als ausgleicht.

Russland kommt jetzt auf rekordhohe Ausfuhren von 39,5 Millionen Tonnen und die EU schafft 26 Millionen Tonnen. Die russische Ernte wurde nochmals leicht um 0,5 Millionen Tonnen auf 83,5 Millionen Tonnen nach oben gesetzt.

Die Zunahme der Importe wird von China, Pakistan und der Türkei angeführt. Chinas Importtempo ist weiterhin robust und wäre mit insgesamt 8,0 Millionen Tonnen die größte Importmenge seit 1995/96. Die prognostizierten weltweiten Endbestände für 2020/21 werden um 1,0 Millionen Tonnen auf 320,5 Millionen gesenkt, bleiben jedoch auf Rekordniveau.

Deutlich kleinere Maisernte – trotzdem mehr Exporte nach China

Globale Maisernte.

Die weltweite Maisproduktion für 2020/21 wurde um 14 Millionen Tonnen auf 1.145 Millionen Tonnen nach unten gesetzt. Die stärksten Rückgänge sind in der Ukraine, den USA, der EU, Russland und Moldawien zu verzeichnen. Für die Ukraine wird der prognostizierte Maisertrag aufgrund der bislang anhaltend schlechten Ernteergebnisse deutlich gesenkt, und wenn er realisiert wird, ist er der niedrigste seit 2012/13.

Die ukrainische Maisernte wurde um 8 Millionen Tonnen auf 28,5 Millionen Tonne gesenkt und für die US-Ernte ginge es um5,5 Millionen Tonnen auf 368,5 Millionen Tonnen nach unten. Dennoch wurden die Maisexporte der USA deutlich um 8 Millionen Tonnen auf 67 Millionen Tonnen angehoben – so das die US-Bestände dramatisch schrumpfen.

Die Maisimporte werden vor allem für China aber auch für Südkorea erhöht, für die EU, Mexiko und den Iran jedoch gesenkt. Für China hat die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission zwar keine öffentlichen Erklärungen abgegeben, aus denen hervorgeht, dass zusätzliche Maisimportquoten zugewiesen wurden. Die Versanddaten für die Exportländer bis Anfang November deuten jedoch darauf hin, dass sie ihr Zollkontingent von 7,2 Millionen Tonnen überschreiten werden. Das USDA schätzt die Importmenge deshalb von 7 Millionen auf 13 Millionen Tonnen deutlich nach oben.

Die Gerstenexporte für die EU wurden ebenfalls erhöht, und für China werden ebenfalls höhere Gersten-Importe prognostiziert. Die gesamten Grobgetreideimporte Chinas werden voraussichtlich einen Rekordwert von 26 Millionen Tonnen erreichen und damit knapp über dem vorherigen Höchststand von 25,7 Millionen Tonnen liegen, der 2014/15 erreicht wurde. Die weltweiten Maisendbestände sind mit 291,4 Millionen Tonnen gegenüber dem Vormonat um 9,0 Millionen geschrumpft.

Kleinere Sojaernte in den USA – steigende Preise

Exportpreise für Sojabohnen.

Die Produktion von Sojabohnen wurde für 2020/21 sehr deutlich von 368,5 auf nur noch 362,6 Millionen Tonnen gesenkt. Das Ergebnis sind auch kleinere Produktionsmengen bei Sojaschrot und geringeren Exporte. Argentiniens Sojabohnenproduktion wurde ebenso gesenkt wie die Sojaernte der USA.

Der US-amerikanische Ausblick für Sojabohnen für 2020/21 sieht eine geringere Produktion und kleinere Endbestände. Niedrigere Erträge werden für mehrere wichtige Produktionsstaaten gemeldet, darunter Illinois, Iowa, Indiana, Ohio und Nebraska. Bei reduzierter Produktion werden die US-Endbestände an Sojabohnen deutlich nach unten korrigiert. Damit schrumpfen die US-Endbestände für Sojabohnen auf den niedrigsten Stand der letzten sieben Jahre.

Die Preise für Sojabohnen und Produkte für 2020/21 sind zuletzt kräftig gestiegen. Der durchschnittliche Sojabohnenpreis in den USA für 2020/21 wird auf 10,40 USD pro Buschel prognostiziert, was einem Anstieg von 60 Cent entspricht. Der Preis für Sojabohnenmehl wird auf 355 USD pro Tonne prognostiziert, was einem Anstieg von 20 USD entspricht. Der Sojaölpreis wird auf 34,5 Cent pro Pfund prognostiziert, ein Plus von 2 Cent gegenüber dem Vormonat.

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