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Getreidemarkt und Getreidepreise

USDA-Report: Getreidepreise ignorieren die Daten

Getreide verladen
am Dienstag, 10.03.2020 - 19:03 (Jetzt kommentieren)

Ob die Getreidepreise eher auf die Corona-Epidemie und auf die Folgen des Marktkollaps vom Montag reagierten – oder auf die neuen USDA-Daten – war heute nicht zu erkennen.

Viel tat sich zumindest bei den Preisen nicht. Der US-Analyst Jason Roose, ist ebenfalls überzeugt, dass die heutigen Zahlen nicht viel an den Bilanzen verändern. Er sagt: "Wenn wir die USDA-Berichte der letzten Monate neben dem heutigen Bericht vergleichen, würden wir praktisch die gleichen Zahlen sehen. Die Exporte von Mais blieben unverändert, während der Handel einen Rückgang erwartete. Dies ist eine leichte Überraschung, die den Mais unterstützt.

Auch der Analyst Jack Scoville stimmt der Aussage zu, dass die heutigen Zahlen nicht viel in Bewegung bringen. "Die weltweiten Sojabohnen-Endbestände sind etwas höher wegen der besseren südamerikanischen Ernten, und die argentinische Regierung will höhere Zölle auf Exporte erheben. Darauf gibt es keine großen Reaktionen." Tatsächlich kam und ging der Bericht heute mit kaum einem Ausreißer, so dass die Leute nicht einmal wirklich aufpassten", sagt Scoville.

Preise: Weizen knapp behauptet, Mais und Soja im Plus

Getreidepreise

Die Terminmärkte bewegten sich unmittelbar nach der Veröffentlichung der neuen Daten vor allem bei Mais und Soja im Plus.  Weizen notierte hingegen leicht im roten Bereich. Das waren die Preis-Reaktionen gegen 19:00 Uhr: Der vordere Mais legte um 5 Cent auf 377 Cent je Buschel zu. In Europa stiegen die Maispreise für den vorderen Junitermin ebenfalls leicht um 1,0 Euro auf 166 Euro.

Die Weizenpreise gingen in den USA leicht nach unten. In Chicago gab der vordere Mai-Weizen um 2 Cent nach und notierte bei 517 Cent je Buschel. In Europa folgen die Weizenpreise den eher neutralen US-Vorgaben. Für den neuen Frontmonat Mai ging es um 0,25 Euro auf 178,25 Euro nach unten.

Nach oben ging es in Chicago heute mit den Kursen für die Sojabohnen. Der vordere Mai-Kontrakt der Sojabohne notierte 8 Cent im Plus bei 878 Cent je Buschel. In Europa folgen die (gestern abgestürzten) Rapspreise den festeren Vorgaben aus Chicago. Die Kurse legten für den Mai um 2,50 Euro auf 370,25 Euro zu.

Weizen: Russland exportiert noch mehr Weizen

getreidelager

Die globale Weizenernte für das laufende Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA im März leicht nach oben gesetzt. Die Produktion wird 1,5 Mio. Tonnen höher als im Vormonat auf knapp 765 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr jedoch ein sehr kräftiger Produktionszuwachs von 34 Mio. t. Die vorgenommen Veränderungen waren insgesamt jedoch gering. So setzte das USDA die Weizenernte für Russland ganz leicht auf 73,6 Mio. Tonnen nach oben. Für die Ukraine blieb die Ernte stabil bei 29 Mio. Tonnen.

Auch für Europäische Union ließ das USDA die Erntemenge unverändert bei 154 Mio. Tonnen (einschließlich Hartweizen). Auch in China hat das USDA die Weizenernte unverändert auf dem Rekordwert von 134 Mio. Tonnen belassen. Noch etwas kleiner - bei katastrophalen knapp 15,2 Mio. Tonnen - meldete das USDA die Weizenernte in Australien. Aus Indien wurde hingegen eine 1,5 Mio. Tonnen größere Rekord-Weizenernte von 103,6 Mio. Tonnen gemeldet.

Die globalen Weizenexporte sollen in der laufenden Saison noch etwas stärker zunehmen als bisher erwartet. Grund sind die weiter nach oben korrigierten Ausfuhrmengen aus Russland mit 35 Mio. Tonnen und Argentinien mit 13,5 Mio. Tonnen. Grund für den russischen Exportzuwachs dürfte der schwächere Rubel sein.

Nochmals leicht nach unten - auf 23,0 Mio. Tonnen - hat das USDA die Exporte für Kanada korrgiert. Die Ausfuhren der Europäer liegen mit unveränderten 32 Mio. Tonnen knapp 9 Mio. Tonnen über den dem Vorjahr. Die globalen Endbestände hat das USDA im Vergleich zum Vormonat um 1 Mio. Tonnen auf 287 Mio. Tonnen gesenkt. Gegenüber dem Vorjahr sind die Weizenbestände damit jedoch 10 Mio. t größer.

Mais: Sehr große Maisernte in Südamerika bestätigt

getreidelager

Die globale Maisernte hat das USDA gegenüber der vorigen Prognose um 0,5 Mio. t auf 1.112 Mio. t angehoben. Im Vergleich zum vorigen Jahr wäre die Maisernte damit jedoch 11 Mio. t kleiner. Grund für den Produktionsrückgang ist die im Vorjahresvergleich deutlich kleinere Ernte in den USA mit rund 348 Mio. Tonnen.

In den beiden südamerikanischen Ländern ist Maisernte hingegen gewachsen. In Brasilien geht das USDA jetzt von 101 Mio. Tonnen aus – ein neuer Rekord. Und für Argentinien rechnet man mit sehr guten 50 Mio. Tonnen. Beide Schätzungen sind unverändert zum Vormonat.

In der Ukraine ist die Mais-Ernte mit knapp 36 Mio. Tonnen etwa so groß wie die Rekordernte aus dem vorigen Jahr. Eine Rekordernte meldet man mit 14,3 Mio. Tonnen auch aus Russland. In China ist die Maisernte mit 261 Mio. Tonnen – trotz einer Anbaueinschränkung - erheblich größer als im Vorjahr. Grund sind die höheren Erträge. Die riesigen chinesischen Bestände nehmen (im Jahresvergleich) wegen des wachsenden Verbrauchs hingewgen um 11 Mio. Tonnen auf 199 Mio. Tonnen ab.

Die weltweiten Maisbestände hat das USDA gegenüber dem Vormonat um 1 Mio. t auf 297 Mio. t angehoben. Grund ist die etwas höhere Produktion. Gegenüber dem vorigen Jahr beträgt der Bestandsabbau jedoch beachtliche 24 Mio. t. Der europäische Mais-Import soll im Jahresvergleich von 25 Mio. t auf 21 Mio. t schrumpfen. Die Maisernte der Europäer gibt das USDA mit 65 Mio. Tonnen an und damit nur 0,5 Mio. Tonnen größer als im vorigen Jahr.

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