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Getreidemarkt und Getreidepreise

USDA-Report: Karten neu gemischt – Getreidepreise steigen weiter

Getreideexport.
am Freitag, 09.10.2020 - 20:00 (Jetzt kommentieren)

Dieser USDA-Report hat für neue Verhältnissen an den Märkten gesorgt.

Vor allem bei Sojabohnen machten die Preise einen weiteren Riesensprung nach oben. Aber auch für Weizen und Mais gingen sind die Preise weiter gestiegen.

Gegen 19:00 Uhr (MEZ) lagen alle Getreide- und Ölsaatenpreise deutlich im Plus. Für Sojabohnen notiert der Markt einen Aufschlag von 21 Cent auf 1071 Cent je Buschel. Der vordere Chicago-Weizen legte um 4 Cent auf 599 Cent je Buschel zu und die Maispreise kletterten um 8 Cent auf 395 Cent.

Und die Getreidepreise in Europa folgten den positiven Vorgaben aus den USA. Der vordere Weizenkontrakt notiert 1,0 Euro im Plus bei 200 Euro. Für Mais gab es einen Aufschlag von 1,0 Euro auf 177 Euro und die Rapspreise stiegen um 3,0 Euro auf 394 Euro je Tonne.

Doch was ist nun wirklich passiert?

USA: Weniger Soja, weniger Mais und weniger Weizen

mais verladen.

Natürlich konzentrierte sich der Markt in Chicago zunächst auf die Daten aus den USA. Diese gaben auch den Ausschlag für die heftige Preisbewegung an den übrigen Terminmärkten. Ein Fakt ist: Die USA und die Welt haben noch weniger Sojabohnen und Mais. Beim Weizen ist die Sache etwas komlizierter (siehe unten).

Die Erntefläche für Sojabohnen in den USA wurde auf 82,5 Millionen Acres geschätzt (33,4 Millionen Hektar), verglichen mit einer Erwartung der Analysten von 82,9 Millionen Acres (33,56 Mio. ha) und der September-Schätzung des USDA von 83,0 Millionen Acres (33,6 Mio. ha). Bei Sojabohnen wird die US-Ernte 2020/21 bei 116,2 Millionen Tonnen erwartet, verglichen mit der September-Prognose von 117,4 Millionen Tonnen.

Die Maisfläche hat das USDA auf 82,5 Millionen Acres (33,4 Millionen Hektar) veringert, verglichen mit der Handelserwartung von 83,3 Millionen Acres und der September-Schätzung des USDA von 83,5 Millionen Acres (33,8 Mio. ha). Die US-Mais-Ernte pronotiziert das USDA jetzt nur noch auf 374 Millionen Tonnen, verglichen mit der vorherigen Schätzung von 378,5 Millionen Tonnen.

In seinem Bericht hat das USDA die US-Endbestände bei Sojabohnen sehr stark auf 7,9 Millionen Tonnen gesenkt, verglichen mit 12,5 Millionen Tonnen im September.

Die US-Weizen-Ernte wurde auf 49,7 Millionen Tonnen reduziert, verglichen mit 50,0 Millionen Tonnen im vorigen Monat. Beim Weizen ginge es für die US-Endbestände auf 24 Millionen Tonnen nach unten, verglichen mit 25,1 Millionen Tonnen bei der vorigen Prognose.

Weltmarkt: Russische Weizenernte ist riesig – 5 Millionen Tonnen Zuwachs

Weizenernte global.

Die globale Weizenernte für 2020/21 wächst im Oktoberreport um 3 Millionen Tonnen auf 773 Millionen Tonnen. Hinzu kommt: Ein höherer Verbrauch, größere Exporte und höhere Lagerbestände. Der Grund für das dicke Plus ist der steile Anstieg der russischen Produktion, um 5,0 Millionen Tonnen auf 83,0 Millionen Tonnen. Dies wäre die zweitgrößte russische Ernte überhaupt

Die größere Produktion basiert auf aktualisierten Ernteergebnissen, die vom russischen Landwirtschaftsministerium gemeldet wurden. Russlands Produktionssteigerung gleicht die Reduzierung in der Ukraine, Kanada, Argentinien und den USA mehr als aus.

Die Produktion der Ukraine wurde nach Schätzungen des staatlichen Statistikdienstes der Ukraine um 1,5 Millionen Tonnen auf 25,5 Millionen gesenkt. Die kanadische Produktion wurde um 1,0 Millionen Tonnen auf 35,0 Millionen reduziert, aufgrund der aktualisierten Prognose von Statistics Canada. Die argentinische Produktion wurde aufgrund der Trockenheit in einigen Regionen um 0,5 Millionen Tonnen auf 19,0 Millionen reduziert.

Der weltweite Verbrauch wird geringfügig auf 751,0 Millionen Tonnen erhöht, hauptsächlich aufgrund eines höheren Futterverbrauchs in Russland und eines höheren Verbrauchs von Nahrungsmittelweizen, Saatgut und Industriegetreide in Pakistan und der EU. Das gleicht den geringeren Verbrauch für die Ukraine und Kanada mehr als aus.

Hohe Weizenimporte Chinas – Endbestände auf Allzeithoch

Der für 2020/21 prognostizierte Welthandel mit Weizen wird aufgrund höherer Exporte für Russland um 0,5 Millionen Tonnen auf 189,9 Millionen Tonnen erhöht, was die Rückgänge für Argentinien und die Ukraine mehr als ausgleicht. Russlands Exporte stiegen um 1,5 Millionen Tonnen auf 39,0 Millionen Tonnen. Dies ist der zweithöchste Wert überhaupt.

Die größten Importveränderungen in diesem Monat betreffen China und Pakistan mit jeweils 0,5 Millionen Tonnen. Chinas Importe steigen stark an und belaufen sich nun auf 7,5 Millionen Tonnen. Damit ist China der drittgrößte globale Importeur von Weizen. Die pakistanischen Importe belaufen sich auf 1,5 Millionen Tonnen.

Die prognostizierten weltweiten Endbestände für 2020/21 werden um 2,1 Millionen Tonnen auf 321,5 Millionen auf einen neuen Rekordwert angehoben, wobei Russland den größten Teil des Anstiegs in diesem Monat ausmacht.

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