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USDA-Report: Keine Rallye und kein Absturz – trotz Überraschungen

Getreide verladen
am Freitag, 10.01.2020 - 19:51 (Jetzt kommentieren)

Mit diesem Bericht dürfte das USDA viele Analysten und Farmer enttäuscht haben. Dennoch reagierten die Terminmärkte überraschend verhalten und die Preise hielten ihr hohes Niveau.

Weizen CBOT

Sowohl bei Mais als auch bei Soja korrigierte man die Ernteflächen zwar nach unten – die Erträge  jedoch nach oben. Beim Weizen schrumpft die US-Anbaufläche zwar auf ein Rekordtief – dass hatten die Analysten jedoch noch etwas niedriger erwartet. Darauf reagierten die Terminmärkte kurz nach der Veröffentlichung mit wenig veränderten Preisen bei Mais und Soja und Weizen.

Der US-Analyst Al Kluis hatte vor der Veröffentlichung der Daten gesagt: „Wir brauchen einen optimistischen Bericht sowohl für Mais als auch für Sojabohnen und Weizen, damit die Preise weiter steigen. Viele gingen davon aus, dass die Erntegrößen vom USDA verringert werden. Wenn sich die Ernten nur geringfügig ändern, könnten sich auch die Preisaussichten für Mais und Sojabohnen verschlechtern“, sagte er.

Der Analyst Britt O’Connell, sagte hingegen, dass seine Kunden keine wesentliche Anpassung der Erträge gegenüber den Schätzungen des letzten Monats signalisiert haben. „Es wird interessant sein zu sehen, wie der USDA die Ernte behandelt, die noch auf dem Feld‘ steht’. Soweit ich weiß, wird dies als Farm-Lagerung angesehen. Deshalb kann es lange dauern, bis wir sicher sind, wie die Ernte 2019 wirklich aussieht “, ergänzte er.

Auch Greg Lumsden, von Cargill schätzte die Produktion von Mais und Bohnen in diesem Bericht eher neutral ein. „Sogar eine Reduzierung ist noch eine Herausforderung, um den bullischen Markterwartungen gerecht zu werden“ sagte er.

Preise: Weizen, Mais und Soja halten sich

Weizen MATIF

Die Terminmärkte reagierten nach der Veröffentlichung der neuen Daten bei Mais und Soja zunächst mit einer Seitwärtsbewegung bzw. mit einem leichten Plus. Bei Weizen gab es ebenfalls ein leichtes Plus.

Das waren die Preiseaktionen gegen 19:00 Uhr: Der vordere Mais reagierte mit einem ganz leichten Plus auf 386 Cent je Buschel. In Europa reagierten die Maispreise ebenfalls kaum und legten für den März um 0,25 Euro auf 173 Euro zu.

Die Weizenpreise gingen in den USA leicht nach oben. In Chicago legte der vordere März-Weizen u notierte bei 563 Cent je Buschel. In Europa folgen die Weizenpreise den positiven Vorgaben zunächst nicht. Für den März ging es um 0,25 Euro auf knapp 191,50 Euro ganz leicht nach unten. 

Eher seitwärts ging es mit den Kursen für die Sojabohne. Der vordere März-Kontrakt der Sojabohne notierte fast unverändert bei 944 Cent je Buschel. In Europa folgen die Rapspreise den neutralen Vorgaben aus Chicago nicht. Die Kurse legten für den Februar um 1,50 Euro auf 421,50 Euro zu.

USA: Ernteflächen kleiner – Erträge höher

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In seinem Januar-Report hat das USDA die erwartete Erntefläche bei Körnermais um gut 100.000 ha auf 33,0 Mio. ha nach unten korrigiert. Die Erträge wurden vom USDA hingegen noch oben angepasst. Das USDA hob die Mais-Erträge von zuvor 167 Buschel (10,48 t/ha) auf nun 168 Buschel (10,55 t/ha) leicht an. Damit ist die US-Maisernte mit 348 Mio. t sogar geringfügig größer als im Vormonat. Die End-Bestände wurden wegen größerer Verbrauchsmengen ebenso nach unten gesetzt wie US-Exporte. Die Maispreise erwartet das USDA im laufenden Wirtschaftsjahr jetzt bei 3,85 USD je Buschel und damit eben so hoch wie im Vormonat.

Beim Weizen hat das USDA die Erträge für den US-Weizen für die Ernte 2019 bei 51,7 Buschel je Acres unverändert gelassen. Die Erntefläche blieb mit 15,06 Mio. ha ebenfalls unverändert. Damit ergibt sich weiterhin eine Weizenernte von 52,3 Mio. t. Die Endbestände gingen leicht nach unten und die die US-Exporte blieben auf dem Stand des Vormonats. Die Weizenpreise erwartet das USDA im laufenden Wirtschaftsjahr bei 4,55 USD je Buschel und damit eben so hoch wie im Vormonat – und deutlich niedriger als am Terminmarkt.

Die Aussaatfläche von Winterweizen für die neue Ernte 2020 gibt das USDA mit nur roch mit 12,46 Mio. ha an. Das ist ein Rekordtief und sind nochmals 140.000 ha weniger als im vorigen Jahr. Die Analysten hatten allerdings noch einen etwas stärkeren Rückgang der Weizenfläche erwartet.

Die Erntefläche bei Sojabohnen gibt das USDA im Januar mit 30,4 Mio. ha an. Damit haben die USDA-Experten die vorige Schätzung um 247.000 ha nach unten gesetzt. Die Soja-Erträge hat das USDA von 46,9 Buschel (3,15 t/ha) auf 47,4 Buschel (3,19 t/ha) angehoben. Die US-Sojaproduktion ist damit geringfügig größer als im Vormonat bei 96,8 Mio. t. Die Sojapreise erwartet das USDA im laufenden Wirtschaftsjahr hingegen bei 9,00 USD je Buschel und damit höher als im Vormonat - mit 8,85 USD.

Weizen: Ernte bleibt groß und Exporte sehr hoch

Getreide Export

Die globale Weizenernte für das laufende Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA im Januar kaum verändert. Die Produktion wird auf gut 764 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein sehr kräftiger Anstieg von 33 Mio. t. Die vorgenommen Veränderungen waren nur gering. So setzte das USDA die Weizenernte für Russland ganz leicht nach unten. Und für die Ukraine blieb die Prognose stabil.

Für die Europäische Union hob das USDA die Erntemengen erneut leicht an. Für China blieb die Ernte auf einen neuen Rekordwert - unverändert. Nochmals leicht nach unten ging wegen der dortigen Dürre in Australien. In Indien wird unverändert eine sehr große Weizenernte gemeldet.

Die globalen Weizenexporte sollen in der nächsten Saison noch etwas stärker als zuvor erwartet zunehmen. Grund sind die noch etwas höheren Ausfuhrmengen aus Europa und der Ukraine. Auch die USA, Kasachstan und Argentinien exportieren mehr Weizen als im vorigen Jahr. Stabile Ausfuhren erwartet das USDA für Kanada. Die Ausfuhren Russlands sollen (trotz einer größeren Ernte) infolge der Konkurrenz am Weltmarkt etwas unter dem Vorjahr liegen.

Die globalen Endbestände setzte das USDA gegenüber Vorjahr um 10 Mio. t auf das auf 288 Mio. t nach oben. Gegenüber dem Vormonat wurden die Weizenbestände – um 1 Mio. t reduziert. Grund sind die  exportbedingt - kleineren Bestände in der EU.

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