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Getreidemarkt und USDA-Report

USDA-Report: Keine Überraschung vor Weihnachten

Getreide verladen
am Dienstag, 10.12.2019 - 19:35 (Jetzt kommentieren)

Mit wenig veränderten Preisen bei Mais und Soja und leicht steigenden Kursen bei Weizen reagierten die Terminmärkte auf den neuen USDA-Report.

Der US-Analyst Al Kluis hatte bereits vor der Veröffentlichung der Daten vermutet, dass im Dezember nicht viel passiert. Diese Erwartung hat sich offenbar erfüllt – wenn man auf die Preise schaut. Kluis sagte: "Der Dezember-Bericht enthält selten Neuigkeiten, die den Markt schockieren. Es ist wahrscheinlicher, dass die WASDE-Daten erst später angepasst werden. Die Informationen bleiben in der Regel bis zum Januar-Bericht unverändert".

Kluis fügte hinzu: „Nach dem heutigen USDA-Bericht wird sich die Aufmerksamkeit der Märkte zudem wieder sehr viel stärker auf die Handelsgespräche mit China richten und die möglichen Auswirkungen der neuen und bestehenden Tarife".

Beim Weizen gehen die meisten US-Analysten außerdem davon aus, dass die Preise von Dezember bis Anfang Januar eher abwärts driften. Danach erwartet man, dass die Kurse sich ab Mitte Januar wieder erholen, weil dann die globale Nachfrage nach der Ferienpause ebenfalls wieder anzieht.

Preise: Weizen leicht im Plus, Mais und Soja seitwärts

Getreidepreise

Die Terminmärkte reagierten nach der Veröffentlichung der neuen Daten bei Mais und Soja mit einer Seitwärtsbewegung. Bei Weizen gab es hingegen ein leichtes Plus. Das waren die Preiseaktionen gegen 19:00 Uhr: Der vordere Mais reagierte mit einer Seitwärtsbewegung auf 376 Cent je Buschel. In Europa reagierten die Maispreise ebenfalls kaum und gaben für den Januar um 0,25 Euro auf 165 Euro nach.

Die Weizenpreise gingen in den USA leicht nach oben. In Chicago legte der vordere März-Weizen um 0,8 Prozent zu und notierte bei 527 Cent je Buschel. In Europa folgen die Weizenpreise den positiven Vorgaben zunächst nicht. Für den März ging es um 0,25 Euro auf knapp 183 Euro nach unten.

Eher seitwärts ging es mit den Kursen für die Sojabohne. Der vordere Januar-Kontrakt der Sojabohne notierte fast unverändert bei 898 Cent je Buschel. In Europa folgen die Rapspreise den neutralen Vorgaben aus Chicago nicht. Die Kurse gaben für den Februar um 1 Euro auf 398 Euro nach.

Weizen: Diese Bilanz ist eigentlich bärisch

Getreidelager

Die globale Weizenernte für das Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA im Dezember im Prinzip unverändert gelassen. Die Produktion wird auf gut 765 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein sehr kräftiger Anstieg von 34 Mio. t. Die vorgenommen Veränderungen haben sich im Prinzip kompensiert. So setzte das USDA die Weizenernte für Russland nochmals leicht nach oben.

Auch für die Europäische Union hob man die Erntemengen leicht an. Für China setzte man die Ernte ebenfalls auf einen neuen Rekordwert nach oben. Nach unten ging wegen der dortigen Dürre in Australien und Argentinien erntet etwas weniger Weizen. In Indien wird unverändert eine sehr große Weizenernte erwartet.

Die globalen Weizenexporte sollen in der nächsten Saison weiterhin um rund 8 Mio. t zunehmen. Grund sind die höheren Ausfuhrmengen aus Europa, der Ukraine, Kasachstan und Argentinien. Stabile Exporte erwartet man für Kanada und die USA. Die Ausfuhren Russlands sollen (trotz der größeren Ernte) wegen der Konkurrenz am Weltmarkt noch knapp unter dem Vorjahr liegen.

Die globalen Endbestände setzte das USDA gegenüber Vorjahr um 12 Mio. t auf das auf 290 Mio. t nach oben. Gegenüber dem Vormonat wurden die Weizenbestände – um 2 Mio. t angehoben. Grund sind die größeren Bestände in China.

Mais: Viel Mais in Südamerika, am Schwarzen Meer und in China

Maispreise

Die globale Maisernte hat das USDA gegenüber der vorigen Prognose um 7 Mio. t auf 1.109 Mio. t angehoben. Im Vergleich zum vorigen Jahr wäre die Maisernte damit jedoch noch immer 16 Mio. t kleiner. Grund für den Produktionsrückgang ist die im Vorjahresvergleich kleinere Ernte in den USA. In den beiden südamerikanischen Ländern sowie in der EU wird der Maisanbau hingegen ausgeweitet. Vor allem in Südamerika werden deshalb sehr große Ernten erwartet.

In der Ukraine blieb der Anbau auf sehr hohem Niveau stabil und die Ernte wird so groß wie die Rekordernte aus dem vorigen Jahr gemeldet. Eine neue Rekordernte meldet man auch aus Russland. In China ist die Produktion – trotz Anbaueinschränkung - ebenfalls deutlich größer als im Vorjahr. Grund sind die höheren Erträge.

Die globalen Maisbestände hat das USDA gegenüber dem Vormonat um 5 Mio. t auf 301 Mio. t angehoben. Gegenüber dem vorigen Jahr beträgt der Rückgang allerdings 18 Mio. t. Ein Grund für den Bestandsabbau ist der gegenüber dem Vorjahr stabile globale Maisverbrauch. 

Für China geht das USDA gegenüber dem Vorjahr von einem Verbrauchszuwachs von 1 Mio. t  aus und einen Bestandszuwachs von 6 Mio. t. Der europäische Import soll hingegen von 25 Mio. t auf 21 Mio. t schrumpfen.

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