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Ernteprognose

USDA-Report: Kleinere US-Ernte stützt die Maispreise

am Freitag, 12.10.2018 - 13:45 (Jetzt kommentieren)

Erneut hat das USDA den Markt mit seiner Einschätzung zum Mais überrascht. Dabei betrafen die Veränderungen ausschließlich die USA selbst.

maispreise

Zum einen wurde die laufende US-Ernte entgegen den Erwartungen der Analysten leicht nach unten korrigiert. Gleichzeitig setzte das USDA die erwartete Exportmenge nach oben. Der US-Inlandsverbrauch wurde hingegen leicht abgesenkt und die US-Endbestände wurden etwas eingehoben.

Die vorderen US-Maispreise reagierten am Terminmarkt in Chicago auf die neuen USDA-Daten am Mittwoch Abend mit einem Anstieg von 1,8 Prozent auf 145 USD/t.

Die meisten Händler und Analysten hatten sich im Vorfeld auf einem weiteren Preisrückgang eingestellt. Im vorbörslichen Handel am Freitag legen die Kurse weiter leicht zu.

In Europa haben die Maispreise am Mittwoch zum Handelsschluss ganz leicht um 0,25 Euro auf 173,50 Euro/t zugelegt. Am Freitag geht es mit den europäischen Maispreisen zunächst weiter leicht nach oben.

Maisernte in den USA etwas kleiner

Maisbestände global

Ursache für leichte Korrektur der US-Ernte sind die von 11,38 t/ha auf 11,34 t/ha nach unten gesetzten US-Maiserträge. Auch dieser neue Wert ist jedoch ein Rekord. Die Erntefläche blieb mit 33,09 Mio. ha unverändert. Damit ergibt sich eine US-Maisernte von 375,4 Mio. t im Vergleich zu 376,6 Mio. t bei der vorigen Schätzung.

Im vorigen Jahr hatten die US-Farmer knapp 371 Mio. t Mais von etwa 33,5 Mio. ha geerntet. Die Erträge waren trotz ausgezeichneter 11,08 t/ha aber niedriger als für die Ernte 2018 prognostiziert wird.

Trotz der leicht nach unten korrigierten Erntemenge hat das USDA die erwarteten US-Maisexporte um weitere 1,5 Mio. t auf 62,5 Mio. t nach oben gesetzt. Im vorigen Jahr haben die US-Amerikaner ebenfalls 62,5 Mio. t Mais am Weltmarkt verkauft.

Die für das Ende des Wirtschaftsjahres erwarteten US-Endbestände sind mit 46 Mio. t etwa 1 Mio. t größer als das USDA beid er vorigen Prognose geschätzt hat. Grund ist ein um knapp 1,0 Mio. t reduzierter Verbrauch.

Insgesamt haben die neuen USDA-Daten damit leicht bullisch auf die Märkte gewirkt, obwohl die Daten kaum verändert sind. Grund dürfte die Erwartung des Marktes an eine weitere Korrektur der US-Ernte nach oben gewesen sein.

EU: Rekordverbrauch und Rekordimporte

Globale Maisernte

Für die Europäische Union haben die US-Analysten die aktuelle Maisernte um 0,2 Mio. t auf jetzt 61 Mio. t nach oben gesetzt. Hintergrund sind die hohen Erntemeldungen aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Dennoch ist die europäische Produktion immer noch kleiner als im vorigen Jahr mit 62,3 Mio. t.

Den europäische Maisverbrauch haben die USDA-Experten mit 82,5 Mio. t unverändert gelassen. Das wäre weiterhin ein neuer Verbrauchsrekord. Ursache für den sehr hohen Mais-Verbrauch ist das insgesamt sehr knappe europäische Angebot an Futtergetreide.

Um die europäische Versorgungslücke zu stopfen, sind nach Einschätzung des USDA Maisimporte von 19,5 Mio. t nötig. Das ist die gleiche Importmenge wie im Vormonat erwartet wurde. Zugleich wäre dies ein neuer Einfuhrrekord. In der zurückliegenden Saison hatten die Europäer bereits 18,0 Mio. t Mais importiert.

Die europäischen Maisbestände schrumpfen nach den Prognosen des USDA im Jahresvergleich um 3,5 Mio. t auf nur noch knapp 6,0 Mio. t.

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