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Prognose

USDA-Report: Maisbestände schrumpfen drastisch

am Freitag, 11.05.2018 - 13:40 (Jetzt kommentieren)

Die Maispreise an den Terminmärkten in Chicago und Europa haben auf den neuen USDA-Report nur mit leichten Anpassungen reagiert.

CBOT Mais

Offenbar wurden die neuen Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) an den Börsen relativ neutral interpretiert bzw. waren ähnlich erwartet worden.

Am Terminmarkt in Chicago notierten die vorderen Maispreise am Donnerstag jedenfalls nur 0,2 % schwächer bei 402 Cent je Buschel (133 Euro/t). Die neue Ernte wurde unverändert bei 419 Cent je Buschel (138 Euro/t) gehandelt.

Am europäischen Terminmarkt legten die Maispreise für den vorderen Juni-Termin am Donnerstag sogar um 0,50 Euro auf 167,75 Euro/t zu. Die neue Ernte wurde ebenfalls 1 Euro höher mit 172 Euro/t gehandelt.

Am heutigen Freitag starten die Maispreise in den USA etwas schwächer in den vorbörslichen Handel. Am europäischen Terminmarkt beginnt der Handel deshalb ebenfalls mit nachgebenden Kursen.

Größte Maisernte, Verbrauch aber auf Rekordkurs

Maisproduktion

Nach Einschätzung des USDA wächst die neue globale Maisernte im nächsten Wirtschaftsjahr deutlich von 1.037 Mio. t auf 1.056 Mio. t. Dies wäre die bislang zweitgrößte Maisernte überhaupt.

Ursache für den Anstieg sind deutlich größer erwartete Maisernten in Südamerika, in China,  aber auch in Russland und der Ukraine.

Dagegen bleibt die neue US-Ernte deutlich kleiner als die Erzeugung im vorigen Jahr.  Die neue Ernte in der Europäischen Union wird ebenfalls etwas kleiner erwartet.

Andererseits wächst der globale Verbrauch von Mais sehr kräftig – auch in China – von 1.069 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 1.092 Mio. t und wird von der Produktion bei weitem nicht gedeckt.

Maisbestände schrumpfen auf 6-Jahrestief

Maisbestände

Die globalen Maisbestände schrumpfen darum sehr deutlich von 195 Mio. t auf nur noch 159 Mio. t. Das ist der kleinste Wert seit dem Wirtschaftsjahr 2012/13.

Besonders kräftig gehen die Bestände in China aufgrund der dortigen Maismarktreform zurück, und zwar von zuvor 80 Mio. t auf nur noch 60 Mio. t. Vor zwei Jahren hatten die Chinesen noch auf Maisbeständen von 100 Mio. t gesessen. 

Einen sehr kräftigen Bestandsabbau von 55 Mio. t auf 43 Mio. t weist das USDA auch für die USA selbst aus. In der EU gehen die Bestände leicht zurück.

US-Ernte etwa so groß wie erwartet

Die neue US-Maisernte beziffert das USDA auf knapp 357 Mio. t und bleibt damit geringfügig unter der Analystenschätzung von knapp 358 Mio. t.

Im vorigen Jahr ernteten die US-Farmer immerhin 371 Mio. t  und damit 14 Mio. t mehr. Vor zwei Jahren brachte man die bisherige Rekordente von 385 Mio. t ein.

Die Maisfläche ist mit derzeit geschätzten 32,7 Mio. ha allerdings rund 0,8 Mio. ha kleiner als zur vorigen Ernte und 1,6 ha kleiner als vor zwei Jahren. Zudem ist die Maisfläche deutlich kleiner als die Sojafläche mit 35,7 Mio. ha.

Die Maiserträge erwartet das USDA mit 10,92 t/ha nur wenig unter den Spitzenerträgen vom Vorjahr.

Die US-Exporte gehen von 57 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr auf 53 Mio. t in der neuen Saison zurück.

Sehr große Ernten am Schwarzen Meer

Die neue Maisernte in der Europäischen Union erwartet das USDA bei 61 Mio. t und damit etwas kleiner als die EU-Kommission mit 64 Mio. t. Außerdem wäre die neue europäische Maisernte kleiner als im vorigen Jahr mit 62 Mio. t.

Der Importbedarf der EU bleibt nach Einschätzung des USDA mit rund 16 Mio. t unverändert hoch.

Die Maisernte in der Ukraine wird vom USDA bei etwa 30 Mio. t gesehen und damit deutlich größer als im vorigen Jahr mit 24 Mio. t. Für Russland rechnet das Ministerium mit einer neuen Rekordproduktion von 19 Mio. t, nach schon sehr guten 13,5 Mio. t im vorigen Jahr. 

Die Exporte der Ukraine steigen um 4 Mio. t auf sehr hohe 24 Mio. t. Russlands Ausfuhren nehmen um 2,7 Mio. t auf den neuen Spitzenwert von 7,5 Mio. t zu.

Hohe Ernteprognosen für Südamerika

Für Argentinien rechnet Washington für das dortige Frühjahr mit einer Ernte in Rekordnähe von 41 Mio. t, nach den witterungsbedingt sehr schwachen 33 Mio. t in der aktuellen Saison. Die argentinische Maisfläche soll mit 5 Mio. ha rund 0,1 Mio. ha kleiner sein als zur aktuellen Ernte.

Für Brasilien geht das USDA für die nächste Ernte (2019) von einer Produktion von 96 Mio. t aus. Das wäre eine deutlich größere Maiernte als in der noch laufenden Saison mit 87 Mio. t und fast so viel wie zu bisherigen Rekordernte vor zwei Jahren. Die brasilianische Maisfläche wird mit 17,7 Mio. ha immerhin 0,6 Mio. ha größer erwartet als zur aktuellen Ernte.

Die Exporte Argentiniens könnten um 2 Mio. t auf 27 Mio. t zulegen. Brasiliens Ausfuhren sollen ebenfalls um 2,0 Mio. t auf 31 Mio. t wachsen.

Die chinesische Maisernte schätzt das USDA auf sehr gute 225 Mio. t. Das sind immerhin 10 Mio. t Mais mehr als im vorigen Jahr. Der chinesische Verbrauch wächst jedoch ebenfalls kräftig von 241 Mio. t auf den Rekordwert von 249 Mio. t. Das führt zu einem weiteren sehr kräftigen Abbau der Bestände.

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